Sommer, Sonne – Fußball. In wenigen Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Auch wenn Sie bisher nicht das WM-Fieber gepackt hat, sollten Sie sich so langsam mit dem Turnier auseinandersetzen. Es gibt gute Gründe zur Vorfreude.

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Wissen Sie noch, was Sie am 2. Dezember 2010 gemacht haben? Nein? Wahrscheinlich haben Sie sich das erste Mal Gedanken über das bevorstehende Weihnachtsfest gemacht. Was schenke ich dieses Jahr den Liebsten. Wie verbringen wir die Feiertage.

Was auch immer Sie an diesem Donnerstag im Dezember bewegt hat, an die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 haben damals mit Sicherheit die wenigsten gedacht.

Doch genau diese weitreichende Entscheidung wurde vor knapp acht Jahren in Zürich von der FIFA bekannt gegeben. Mit 13 Stimmen setzte sich Russland vor Spanien und Portugal mit je sieben sowie den Niederlanden und Belgien mit je zwei Stimmen durch.

Schade für Oranje

Übrigens: Als Gastgeber wären die Niederlande bei diesem Turnier endlich mal wieder dabei gewesen. An diesem Donnerstag im Dezember 2010 kam die Entscheidung für viele ... überraschend, um es mal vorsichtig zu formulieren. Die gleichzeitige Verkündung der WM-Vergabe 2022 an Katar war jedenfalls noch das i-Tüpfelchen.

Inzwischen sind acht Jahre vergangen und noch immer sorgt die Vergabe an Russland vielerorts für Kopfschütteln. Die Krim war zwar noch nicht annektiert und Syrien noch nicht im Bürgerkrieg versunken.

Doch der autokratische Stil von Präsident Wladimir Putin hatte auch damals schon für einige Kritik an der WM-Vergabe gesorgt.

Zum anderen sind die Bilder der Europameisterschaft 2016 immer noch sehr präsent. Russische Fans stürmten in der Vorrundenpartie gegen England den gegnerischen Fan-Block, lieferten sich im Anschluss an die Partie wilde Auseinandersetzungen mit der französischen Polizei.

Darf man sich also auf ein Turnier mit so einem Gastgeber freuen? Man darf - aus sportlicher Sicht ohnehin.

Denn: Fußball ist und bleibt die wichtigste Nebensache der Welt und eine WM stellt nun mal alle vier Jahre das sportliche Highlight dar.

Wir haben zehn Gründe zusammengetragen, warum die WM in Russland, trotz aller Störgeräusche, ein rauschendes Fest werden kann.

1. Kurze Sommerpause

Der wahrscheinlich wichtigste Grund überhaupt! Die Fußball-Weltmeisterschaft lässt die sonst ewig andauernde Sommerpause zwischen den Bundesliga-Saisons vergessen.

2. WM-Fußball zu Fan-freundlichen Zeiten

Anders als bei der WM 2014 in Brasilien wird es bei dieser Weltmeisterschaft keine späten Spiele geben. Ausgenommen einiger Vorrundenspiele wird keine Partie später als 20 Uhr angepfiffen. Das Finale wird um 17 Uhr MESZ stattfinden. Ein Fußballfest für die Großen und vor allem die Kleinen.

3. 82 Millionen "Bundes-Jogis"

Taktikgeplänkel bei Bratwurst und Bier in den Biergärten und auf Public-Viewing-Veranstaltungen. Zusammen können wir wieder philosophieren, streiten und uns später hoffentlich wieder glückselig in den Armen liegen.

4. Die Wikinger sind zurück

Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich waren sie das Highlight auf den Tribünen: Die isländischen Fans. Ihre "HUH-Rufe" waren eine willkommene Abwechslung zu den gewöhnlichen Fan-Gesängen.

Und das so laut und beeindrucken, dass es sogar die Spieler auf dem Platz begeisterte. Nach dem Testspiel der Isländer gegen Ghana vergangenes Wochenende sagte der Bayern-Kicker Kwasi Wriedt gegenüber der Bild-Zeitung: "Die Huh-Rufe live mitzuerleben war schon ein cooles Erlebnis. Dass das ganze Stadion mitmacht, war überragend. Ziemlich laut!"

5. Das "Wir-Gefühl"

Beim Bäcker, im Supermarkt oder auf der Arbeit – durch die Fußball-Weltmeisterschaft ergeben sich die angenehmen Gesprächsthemen der nächsten vier Woche von alleine.

6. Matrjoschka

Sie sind wahrscheinlich mit Abstand das kitschigste russische Souvenir. Verschachtelte Holzfiguren.

Pünktlich zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kommen sie nun allerdings im neuen Gewand daher. Statt des klassischen Konterfeis, ziert die Figuren nun die Gesichter der WM-Helden wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder auch Antoine Griezmann.

7. Wieder "Flagge" zeigen

Seit dem Sommermärchen 2006 haben wir Deutschen unsere Farben wiederentdeckt. Ob am Balkon, am Autodach oder stilecht am Fahnenmast: Schwarz-Rot-Gold dominiert das öffentliche Bild.

8. WM-Neuling Panama

Bisher dachten wir bei dem Land wahrscheinlich immer an die Geschichten von dem kleinen Bären und dem Tiger, die in "Janoschs" Erzählungen nach Panama reisten. Hoffentlich kann auch der WM-Neuling ähnlich schöne Geschichten bei der Weltmeisterschaft in Russland schreiben. Damit wir am Ende des Turniers sagen können: "Oh, wie schön war Panama".

9. Keinen Streit um die Fernbedienung

Verabschieden Sie sich von "Shopping Queen", "Bauer sucht Frau" und Co. – die nächsten vier Wochen stehen ganz im Zeichen des Fußballs. Das wird Ihre Frau schon verstehen.

10. Der Morgen danach

Endlich nicht wieder als Einziger zerknautscht und übermüdet auf der Arbeit erscheinen. Weil wir alle im gleichen Boot sitzen, ist das alles besser zu ertragen.

Es gibt sie also, die guten Gründe, sich auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in Russland zu freuen. Ob Sie nun alle zehn Punkte mit uns teilen oder nicht: Geben Sie dem Turnier eine Chance. Danach können wir uns wieder um die wichtigen Dinge im Leben kümmern.

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