• Den Olympischen Spielen von Peking droht der zweite Dopingfall nach dem iranischen Skifahrer Saveh Shemshaki.
  • Eine russische Eiskunstläuferin steht im Mittelpunkt.
  • Ihr Verband dementiert einen Bericht ihres möglichen Ausschlusses von den Spielen.
  • Das IOC will sich an den "Spekulationen" nicht beteiligen.

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Nach der Aufregung um die offene Medaillenvergabe beim olympischen Teamwettbewerb der Eiskunstläufer hat der russische Verband einen Medienbericht bestritten, dass Supertalent Kamila Walijewa vom Einzel in Peking ausgeschlossen worden sei.

"Kamila wurde nicht von der Teilnahme an den Spielen suspendiert", sagte die Verbandssprecherin Olga Jermolina der russischen Staatsagentur Tass. Im Wirbel um die Mannschaftskonkurrenz erwarte man "offizielle Äußerungen des Internationalen Olympischen Komitees", sagte sie weiter.

Zeitungsbericht spricht von Ausschluss Walijewas vom Einzel-Wettbewerb

Zuvor hatte die russische Zeitung "Sport Express" berichtet, die 15 Jahre alte Walijewa dürfe nicht im Einzelwettbewerb starten. Die Europameisterin hatte ihre Mannschaft zu Gold in Peking geführt und gilt auch als Mitfavoritin bei den Damen.

Das IOC hatte am Donnerstag Berichte über einen Dopingfall als Grund für die abgesagte Medaillenvergabe für die Teams als "Spekulationen" bezeichnet. "Wir werden nicht alle möglichen Spekulationen kommentieren", sagte Adams. Zuvor hatten Medien in Russland berichtet, Walijewa sei bereits vor den Spielen positiv auf das Stimulans Trimetazidin getestet worden. Trimetazidin wird zur Behandlung von Angina pectoris eingesetzt. Der Wirkstoff gelangte bereits 2014 auf die Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, da es unter anderem die Ausdauer des sie einnehmenden Athleten steigern kann.

Zunächst hatte das Branchenportal "insidethegames" den Fall aufgegriffen, auch die russischen Zeitungen Kommersant und RBC nannten eigene Quellen. Laut RBC soll Walijewa eine "geringe Menge" des Medikaments, das zur Prophylaxe von Angina verschrieben wird, nachgewiesen worden sein.

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Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang war bei der russischen Bobfahrerin Nadescha Sergejewa dieselbe Substanz entdeckt worden, die laut WADA die Ausdauer und den Blutfluss steigern kann. Auch der chinesische Schwimmstar Sun Yang war 2014 mit dem Mittel erwischt und für drei Monate gesperrt worden.

Am Montag gewann sie mit dem Team Gold, die Medaillenvergabe einen Tag später fiel jedoch aus - laut IOC wegen einer "offenen Rechtsfrage".

Kamila Walijewa aus dem russischen Team könnte für den ersten Doping-Skandal in Peking sorgen.

Das favorisierte russische Team hatte sich im Team-Wettbewerb deutlich vor den USA und Japan durchgesetzt. Zu dem Erfolg trugen neben Walijewa auch Mark Kondratiuk (beide Einzel), Anastasia Mischina und Alexander Galljamow (Paarlauf) sowie Wictoria Sinizina und Nikita Kazalapow (Eistanz) bei. Die deutsche Mannschaft war auf Platz neun gelandet.

Russische Athleten müssen unter neutraler Flagge teilnehmen

Die russische Mannschaft nimmt in Peking unter dem Namen des Russischen Olympischen Komitees (ROC) teil, Flagge und Nationalhymne sind wie bei den Sommerspielen von Tokio 2021 verboten. Russische Sportler sind allerdings nicht generell verbannt. Sie dürfen unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale Athleten" teilnehmen. Russland war wegen des massiven Dopingskandals bei den heimischen Winterspielen 2014 in Sotschi gesperrt worden.

Präsident Wladimir Putin hatte die Sanktionen vor dem Start der Winterspiele erneut scharf kritisiert und ein staatlich unterstütztes Dopingprogramm geleugnet. "Die Praxis der kollektiven Bestrafung für Vergehen, die von Einzelpersonen begangen wurden, ist inakzeptabel", sagte Putin: "Russland ist und bleibt den traditionellen olympischen Werten verpflichtet."

Saveh Shemshaki wegen positiven Doping-Tests von den Spielen ausgeschlossen

Als erster des Dopings überführter Athlet bei den Olympischen Winterspielen in Peking hatte der Iraner Saveh Shemshaki am 9. Februar für Schlagzeilen gesorgt. Der 36-jährige alpine Skifahrer wurde von seiner dritten Olympia-Teilnahme nach einem positiven Test auf ein anaboles Steroid ausgeschlossen.

2014 in Sotschi hatte der Slalom- und Riesenslalom-Spezialist die iranische Flagge bei der Eröffnungsfeier getragen. (afp/dpa/ska/hau)

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