Johanna Konta schüttelte nach ihrem Aus bei den Australian Open in Melbourne verständnislos den Kopf: Die in Australien geborene Engländerin scheiterte nach über zwei Stunden Spielzeit an der Spanierin Garbiñe Muguruza - um 3:14 Uhr in der Nacht.

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Hätte Alexander Zverev nicht fünf Sätze und fast vier Stunden Spielzeit gebraucht, um den Franzosen Jeremy Chardy niederzuringen, und hätten nicht Möwen derweil den Nebenplatz unbespielbar gemacht, dann wäre es zu diesem skandalösen Rekord bei den Australian Open nie gekommen.

Siegerin Garbiñe Muguruza und Verliererin Johanna Konta mussten bis 0:30 Uhr warten, ehe ihr Zweitrunden-Match in Melbourne startete.

Niemals zuvor in der Grand-Slam-Geschichte wurde eine Begegnung später begonnen. Sie endete erst nach drei Sätzen und einer Spielzeit von 2:44 Stunden.

Konta: "Das ist gefährlich"

"Ich glaube nicht, dass das gesund ist - eigentlich ist es sogar ziemlich gefährlich", kritisierte Konta nach dem 4:6, 7:6, 5:7.

Das späteste Ende eines Tennisspiels in der Historie der Grand Slams behalten jedoch zwei Männer. 2008 hatten Lleyton Hewitt (Australien) und Marcos Baghdatis (Zypern) ebenfalls im Melbourne Park gespielt. Damals sogar bis 4:34 Uhr am Morgen.

Platz 3 übersät von Möwendreck

Weil Zverev und Chardy sich so lange bekämpften, sollten Muguruza und Konta auf dem Platz 3 beginnen. "Doch da war überall Möwendreck", sagte Konta, platziert auf Rang 38 der Tennis-Weltrangliste. Die Reinigung des Courts hätte zu lange gedauert.

Eine Entschuldigung für ihre erste Niederlage im dritten Duell mit Muguruza suchte Konta in den unglücklichen Umständen der Ansetzung aber nicht.

"Garbine und ich waren doch in derselben Situation", sagte sie der BBC: "Unter diesen Umständen haben wir beide ein tolles Match gezeigt. Es ist schade, dass es nicht mehr Leute genießen konnten."

Konta scheiterte zum zweiten Mal nacheinander in Melbourne in der zweiten Runde. 2016 hatte sie dort das Halbfinale erreicht. Muguruza, Nummer 18 der Weltrangliste, stieß 2017 bis ins Viertelfinale vor. (hau/afp)

Bernard Tomic spielt gegen Nick Kyrgios sensationellen Matchball

In einem Vorbereitungsspiel auf die Australian Open in Melbourne verblüfft Bernard Tomic beim "Kooyong Classic" mit dem möglicherweise frechsten Matchball, der jemals auf einem Tenniscourt gespielt worden ist. Er ist der Höhepunkt des 6:3, 6:4-Erfolgs von Tomic über Kyrgios. Der Übertölpelte, ansonsten für seine Unbeherrschtheiten auf dem Platz bekannt, kommentierte den Trick seines Gegenübers anerkennend: "Ich denke nicht, dass es jemals einen Spieler wie Bernard Tomic gab." Tomic gewann das Turnier in Kooyong bereits im Jahr 2012. © DAZN