Deutschland ächzt unter der ersten großen Hitzewelle des Jahres. Heute hat diese laut Meteorologen ihren Höhepunkt. Nachdem die Temperaturen auf Rekordwerte steigen, gibt es vielerorts schwere Gewitter bis hin zu Unwetter. Aktuelle Wetter-News im Live-Blog.

Wichtigste Wetter-News im Überblick:

  • Guns N'Roses-Konzert in Hannover unterbrochen
  • Mit 37.1 Grad der heißeste Tag des Jahres 2017
  • Absage des Andreas Gabalier-Konzerts in Hamburg
  • Weiterer Toter in Niedersachsen
  • Tornado hinterlässt Verwüstung in Norddeutschland
  • Ein Toter und mehrere Verletzte durch Unwetter
  • Flugzeuge bleiben in Tegel wegen Starkregen am Boden
  • AKTUELLE UNWETTERWARNUNGEN HIER

21:40 Uhr: Guns N'Roses-Konzert in Hannover unterbrochen

In Hannover ist am Abend das Konzert von Guns N'Roses wegen eines Unwetters unterbrochen worden. Die Gäste wurden in die benachbarten Messehallen gebeten, twitterte die Polizei Hannover am Donnerstag.

Rund 70 000 Menschen hörten zu, das Konzert der Kultrocker um Leadsänger Axl Rose und Gitarrist Slash war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft gewesen.

Die Feuerwehr in Hannover teilte am Abend mit, es gebe zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume und vollgelaufener Keller.

21:35 Uhr: Heißester Tag des Jahres

Schon einen Tag nach dem kalendarischen Sommeranfang hat es in Deutschland den bisher heißesten Tag des Jahres 2017 gegeben. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, wurden am Donnerstag in Andernach (Rheinland-Pfalz) 37,1 Grad gemessen.

Kurz dahinter lag Köln (Nordrhein-Westfalen) mit 37,0 Grad. Auf Platz drei war Trier (Rheinland-Pfalz) mit 36,7 Grad, ebenso wie die Station auf dem Flughafen Köln/Bonn. Für Freitag werden im Norden Deutschlands 19 bis 25 Grad erwartet, sonst 26 bis 34 Grad.

21:00 Uhr: Hamburg sagt Andreas-Gabalier-Konzert ab

Ein Konzert von Schlager-Sänger Andreas Gabalier am Donnerstagabend wurde wegen der Wetterlage in Hamburg abgesagt. Auf Facebook gibt der Musiker schweren Herzens bekannt, dass das Wetter den Auftritt unmöglich macht. Der Trost: Die Hansestadt verlegt den Auftritt auf den 30. August.

20:30 Uhr: Wetter fordert weiteren Toten

In Niedersachsen ist bei dem schweren Unwetter am Donnerstag noch ein zweiter Mensch ums Leben gekommen. Im Kreis Gifhorn starb eine 83 Jahre alte Frau, nachdem sie mit ihrem Auto durch das Geäst eines umgestürzten Baumes gefahren war.

Der Baum müsse unmittelbar vor der Frau in Alt Isenbüttel auf die Bundesstraße 244 gekippt sein, teilte die Polizei am Abend mit. Die gesamte Dachpartie des Autos sei eingedrückt worden, der Wagen kam aber erst später zum Stehen. Woran die alte Dame genau gestorben sei, müsse noch geklärt werden, sagte Polizeisprecher Christoph Nowak.

16:49 Uhr: Seniorenheim brennt vermutlich nach Blitzeinschlag

Im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen ist in einem Seniorenheim ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr vermutet einen Blitzeinschlag als Ursache.

16:38 Uhr: Schweres Unwetter zieht ostwärts

Das schwere Unwetter mit orkanartigen Sturmböen ist im Laufe des Nachmittags von Norddeutschland nach Osten gezogen. Die Gewitterzelle habe sich nochmals zu einem "extremen Bereich aufgeblasen", sagte Andreas Friedrich, Tornado-Beauftragter des Deutschen Wetterdienstes.

Die Sturmböen könnten Geschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern in der Stunde erreichen. Außerdem drohten Hagel und Starkregen. Prognosen zufolge muss in besonders betroffenen Gebieten mit Wassermengen von stündlich 30 bis 35 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden.

Experten warnen, dass die Klimaerwärmung auch höhere Kosten und mehr Turbulenzen beim Fliegen nach sich zieht.

15:45 Uhr: Starkregen behindert Flugverkehr in Berlin

Wegen der heranziehenden Unwetterfront ist am Nachmittag der Flugverkehr an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel zeitweise eingeschränkt worden. Das sagte ein Sprecher der Flughäfen Berlin Brandenburg GmbH. Einige Maschinen blieben im Regen am Boden.

In den vergangenen Jahren sind immer häufiger Tornados in Deutschland aufgetreten. Nehmen Wirbelstürme tatsächlich zu? Wie schützt man sich? Fragen und Antworten.

15:23 Uhr: Wetterdienst erwartet mehr Tornados

Im Norden und Osten Deutschlands können weitere Tornados auftreten. Die "sehr explosiven Voraussetzungen" für das in Deutschland seltene Unwetterereignis lägen durchaus vor, sagte der DWD-Experte Andreas Friedrich.

In Magdeburg gab es nach Angaben der städtischen Werke derweil eine Reihe von Stromausfällen.

15:11 Uhr: Mann stirbt durch Unwetter

Bei dem schweren Unwetter über Norddeutschland ist in der Nähe von Uelzen ein 50 Jahre alter Mann gestorben. Er wartete am Donnerstag während des Sturms in einem Auto auf einem Parkplatz in Holdenstedt, als ein Baum auf den Wagen stürzte. Seine Frau überlebte leicht verletzt, für den Mann kam jede Hilfe zu spät, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. Unweit davon wurde eine Radfahrerin auf einer Hauptstraße ebenfalls von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

14:47 Uhr: Weiterer Tornado wütet südlich von Hamburg

Im Kreis Harburg südlich von Hamburg hat ein Tornado nach Angaben der Feuerwehr große Verwüstung hinterlassen. Verletzte habe es aber nach bisherigem Stand nicht gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt. Dächer seien abgedeckt worden, Bäume umgeknickt.

In der Gemeinde Fliegenberg sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet. "Die Spuren sprechen ein deutliches Bild hier. Das war ein Tornado-Ereignis", sagte der Feuerwehrmann. Die Helfer seien zu 250 Einsätzen ausgerückt.

In mehreren Regionen kommt außerdem Hagel mit zentimetergroßen Körnern runter:

14:21 Uhr: Unwetter bremst Verkehr auf Autobahnen in Niedersachsen aus

Heftige Unwetter führen zu Behinderungen auf den Autobahnen in Niedersachsen. Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover warnt die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen vor Gefahr durch umgestürzte Bäume. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Evendorf und Bispingen.

Ein umgestürzter Baum bremst auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen aus. Zwischen Rade und Hollenstedt fiel ein Baum auf den Standstreifen.

13:57 Uhr: Tornado über Norddeutschland

Die Hitze bringt auch Gewitter mit sich. In Norddeutschland kommen bereits jetzt in vielen Regionen Schauer nieder. Lokal toben schon Gewitter.

In Hamburg hat es sogar schon einen Tornado gegeben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten den typischen "Luftschlauch" um 11.37 Uhr etwa zehn Kilometer vom Flughafen entfernt gesichtet. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich allerdings um einen schwachen und nur kurzlebigen Tornado von wenigen Minuten gehandelt. Der Sturm hatte zudem nur kurz "Bodenkontakt" - daher seien die Auswirkungen wohl nur gering.

13:20 Uhr: Bahn stellt streckenweise den Betrieb ein

Die Deutsche Bahn sieht sich gezwungen, den Betrieb auf bestimmten Strecken einzustellen. Durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

So sieht es aktuell in Hamburg aus:

Im weiteren Tagesverlauf soll es in ganz Deutschland zu teils heftigen Unwettern kommen.

11:42 Uhr Unwetterwarnung für "Hurricane"-Festival

Auch Anreisende zum "Hurricane"-Festival im niedersächsischen Scheeßel müssen mit schwerem Gewitter und Starkregen rechnen. Der Deutsche Wetterdienst hat vor Orkanböen, heftigem Starkregen und Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter gewarnt. "Bitte begebt euch umgehend in die Autos zurück", forderte der Veranstalter über Twitter die Besucher auf. Der Einlass zum Festival werde sich wegen des Unwetters verzögern. Wartende in der Schlange sollten Schutz suchen. Auch die Polizei warnt:

10:59 Uhr: Fällt der Hitze-Rekord?

Die höchste Temperatur, die jemals im Juni in Deutschland gemessen wurde, liegt bei 38,2 Grad. 1947 war das Quecksilber in Frankfurt am Main auf diese Marke gestiegen. Dieser Rekord könnte heute fallen. Der Deutsche Wetterdienst hält lokal etwas höhere Werte für denkbar.

Doch im Vergleich zu diesen Orten sind die Verhältnisse bei uns noch gar nichts:

(Mit Material der dpa)