Mit der 0:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag steht Borussia Dortmund nach seiner 8. Saisonniederlage auf dem letzten Platz. Nach dem Spiel äußerten sich BVB-Coach Jürgen Klopp und BVB-Sportdirektor Michael Zorc zur misslichen Lage der Dortmunder. Auch die deutsche Presse kommentiert den Abstiegskampf des ehemaligen deutschen Meisters.

Sogar die eigenen Fans verlieren langsam die Geduld: Nach dem Schlusspfiff machten sie ihrem Unmut Luft. "Es war klar, dass das passieren würde. Wir machen es ihnen nicht leicht, das muss man schon sagen. Sie haben gepfiffen, das ist nachvollziehbar", bekannte Trainer Jürgen Klopp. Zum Spiel selbst sagte Klopp: "Wir haben es ordentlich gemacht, aber nicht gut genug."

Nicht immer sei es hilfreich, zu viel auf einmal verändern zu wollen: "Wir wollten unsere Situation heute dramatisch zum Positiven hin verändern und das ist uns nicht gelungen, ganz im Gegenteil." Klopps Fazit: "Wir machen viel für nichts, das ist die Situation."

Klopp schließt Trainerwechsel aus

Mittlerweile hat sich auch der BVB-Coach mit der Möglichkeit eines Trainerwechsels auseinander gesetzt. "Ich verstehe, dass die Journalisten sich solche Gedanken machen. Aber es gibt keine Tendenz dazu. Ich sehe mich in der Verantwortung", sagte er gegenüber sky. "Wenn nur das Glück zählt und ein Trainerwechsel das bringt, muss man mich nur anrufen, dann mache ich den Weg frei. Aber so einfach ist es nicht", erläuterte Klopp: "Aber solange keiner kommt und mir sagt, wir haben einen, der es besser macht, kann ich ja gar nicht gehen. Ich stehe nicht im Weg, aber ich kann nicht gehen, bevor es eine bessere Lösung gibt. Die Verantwortung ist groß, und der stelle ich mich."

Sportdirektor Michael Zorc findet klare Worte für die Situation der Dortmunder: "Wir sind mitten im Abstiegskampf angekommen, das muss jedem klar sein." Auch wenn Zorc Fehler einräumt, so ist er keineswegs bereit, einfach aufzugeben: "In den letzten Wochen hat man immer noch mal geschaut, wie sind die Abstände weiter nach oben, damit ist spätestens mit dem heutigen Spiel Schluss. Es geht jetzt nur darum, bis Weihnachten zumindest, so viele Punkte wie möglich zu holen, um diese Abstiegsplätze zu verlassen. Alles andere wäre Schönfärberei."

Noch ist nicht alles verloren

Zorc ist klar, dass der BVB die Verantwortung für die desaströse Lage trägt: "Wenn du solche Fehler machst - wir haben jetzt 21 Gegentreffer, das haben wir mal in einer ganzen Saison gehabt. Da brauchen wir über nichts anderes zu diskutieren." Zorc setzt bei dieser Krise auf Klopp: "Jürgen stellt sich der Verantwortung und wir sind hundertprozentig davon überzeugt, dass wir mit ihm aus der Situation herauskommen."

Damit dies gelingt, muss einiges an Arbeit geleistet werden. Vor allem aber das Selbstvertrauen des Teams muss wieder aufgebaut werden: Bei sky sagte Mittelfeld-Arbeiter Sven Bender, dass "die Stimmung [der Mannschaft] am Tiefpunkt" angekommen sei.

Noch ist aber nicht alles verloren. Sogar der Frankfurt-Torschütze Alexander Meier sprach den Dortmundern Mut zu: "Dortmund kann gar nicht absteigen. Die sind zu gut."

Das sagt die deutsche Presse:

Bild.de: "Nach der 8. Saisonniederlage steht der BVB auf dem letzten Platz. Die Fans werden ungeduldig, die Stimmung schwenkt um, es wird ungemütlich."

Spiegel Online: "Als die Spieler von Borussia Dortmund nach Abpfiff zur Gästekurve schlichen, kippte plötzlich die Stimmung. Die Fans hatten ihre Zaunfahnen und Banner abgehängt. Sie pfiffen und schimpften. Einige Anhänger streckten ihrer Mannschaft den Stinkefinger entgegen. Der Frust musste einfach raus. Erneut hatte der BVB ein Bundesliga-Spiel verloren, dieses Mal 0:2 bei Eintracht Frankfurt. Dortmund ist nun erstmals in dieser Saison Tabellenletzter."

Sport1: "Götterdämmerung in schwarz-gelb: Tiefer kann Borussia Dortmund nicht mehr sinken. Der achtmalige deutsche Meister ist erstmals seit über sieben Jahren (18. August 2007) alleiniges Schlusslicht der Bundesliga. Der Krisenklub verlor am 13. Spieltag sogar bei seinem Lieblingsgegner Eintracht Frankfurt mit 0:2 (0:1)."

SPOX: "Nach zuvor drei Niederlagen in Folge gegen den BVB gewinnt die Eintracht somit mal wieder gegen Dortmund. Der BVB kassierte in allen sieben Auswärtsspielen dieser Saison exakt zwei Gegentore und holte in den letzten sechs Gastspielen nur einen Punkt (zuletzt beim 2:2 in Paderborn). Kein anderes Team ist seit sechs Bundesliga-Auswärtsspielen sieglos."

Süddeutsche.de: "Dortmund wankt ins Nirwana. Die schlimmen Sorgen für Borussia Dortmund in der Bundesliga nehmen kein Ende. Der BVB kassierte am Sonntag mit dem 0:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt bereits die achte Niederlage im 13. Saisonspiel und muss sich als Tabellenletzter jetzt wohl tatsächlich für den Abstiegskampf wappnen."