Dank eines Last-Minute-Tors durch Maximilian Arnold schlägt der VfL Wolfsburg Borussia Mönchengladbach mit 2:1. Die Borussen verlieren damit die Tabellenführung an RB Leipzig.

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Sportdirektor Max Eberl fluchte in sich hinein, die Gladbacher Profis stapften mit hängenden Schultern vom Platz: Borussia Mönchengladbach hat direkt nach dem überraschenden Europa-League-K.-o. den nächsten sportlichen Rückschlag kassiert.

Durch ein erneut sehr spätes Gegentor verlor die Mannschaft von Trainer Marco Rose am Sonntag beim VfL Wolfsburg mit 1:2 (1:1) und ist die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga erst einmal los. Maximilian Arnold (90.+1) erzielte den verdienten Siegtreffer für den VfL in der ersten Minute der Nachspielzeit.

"Wir haben verloren, keine gute zweite Halbzeit gespielt", sagte Gladbachs Torhüter Yann Sommer beim TV-Sender Sky. "Ich glaube, wir hatten ein sehr intensives Spiel für beide Mannschaften. Das zerrt an den Kräften. Nichtsdestotrotz machen wir weiter, wir wollen am Mittwoch punkten."

Der vor dieser Saison auch von der Borussia umworbene Österreicher Xaver Schlager brachte die Wolfsburger in der 13. Minute in Führung. Breel Embolo glich aber schon beim nächsten Angriff wieder aus (15.).

Vor Weihnachten bleiben den Gladbacher noch zwei Spiele gegen den SC Paderborn (Mittwoch) und bei Hertha BSC (Samstag), um den ersten Platz vom neuen Spitzenreiter RB Leipzig zurückzuerobern.

Sportdirektor Schäfer zufrieden

Wolfsburgs Sportdirektor Marcel Schäfer sprach von einem guten Auftritt seiner Mannschaft "von der ersten Minute an". Er habe über 90 Minuten ein deutliches Chancenplus gesehen. "Wir haben das Spiel - wenn auch in der 90. Minute - verdient gewonnen."

Beide Trainer dieses Sonntagsduells kannten sich schon vorher aus Österreich sehr gut. Dort wurde Rose in der vergangenen Saison mit Red Bull Salzburg Meister vor dem Linzer ASK des heutigen Wolfsburger Trainers Oliver Glasner.

Vor 25.580 Zuschauern zeigte sich dann auch sehr schnell, dass beide eine sehr ähnliche Vorstellung vom Fußball haben: hohe Intensität, frühes Attackieren, schnelles Tempo.

So entwickelte sich in der Volkswagen-Arena sofort eine teils wilde Balljagd, bei der die Wolfsburger vor allem am Anfang die bessere Figur machten.

Schon in der 5. Minute traf Joao Victor den Pfosten. Der von Glasner aus Österreich mitgebrachte Brasilianer hatte in der ersten Halbzeit mehr Torchancen als das komplette Gladbacher Team.

Die Borussia hatte große Probleme mit der forschen und bissigen Spielweise der "Wölfe". Die physische Belastung kann dabei aber keine entscheidende Rolle gespielt haben.

Denn zum einen war auch der VfL noch am Donnerstagabend in der Europa League aktiv (1:0 gegen Saint-Etienne). Und zum anderen tauschte Rose im Vergleich zu der 1:2-Niederlage gegen Basaksehir Istanbul sein komplettes Mittelfeld aus.

Gladbach rotiert

Für Christoph Kramer, Florian Neuhaus sowie den gesperrten Denis Zakaria spielten Laszlo Benes, Tobias Strobl und Jonas Hofmann.

Die Gladbacher waren immer dann gefährlich, wenn sie es schafften, dieses sehr zweikampfbetonte Spiel zu beruhigen. Das gelang ihnen am Ende der ersten und vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit, als der Wolfsburger Torwart Koen Casteels einmal glänzend gegen Marcus Thuram (54.) und einmal unorthodox bei einem Schuss von Alassane Plea (57.) retten musste.

Schon kurz darauf hatten die Gäste aber auch im eigenen Strafraum wieder Glück, weil erneut Joao Victor nach einem schnellen Gegenangriff knapp am Tor vorbeischoss (59.) und der Schweizer Kevin Mbabu nach einem Wolfsburger Freistoß nur den Pfosten traf (60.).

Der VfL war in der Schlussphase stärker als die Borussia, die immer weiter in die Defensive gedrängt wurde. (dpa/lh)

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