• Nach der Trennung von Marco Rose scheint Borussia Dortmund einen alten Bekannten ins Traineramt zu holen.
  • Edin Terzic würde einige Vorzüge mitbringen, seine Wahl wäre aber auch ein Risiko.
Eine Analyse
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Das Lob kommt von höchster Stelle. "Edin Terzic hat am Ende der letzten Saison bewiesen, dass er die Mannschaft gut führen kann. Ich halte viel von ihm!" Das sagte Uli Hoeneß bei "n-tv", der ehemalige Bayern-Patron kann sich den 39-Jährigen offenbar sehr gut als neuen Trainer bei Borussia Dortmund vorstellen.

Am Freitagvormittag hatte der BVB nach einer wohl sehr offen und schonungslos geführten Saisonanalyse die Trennung von Trainer Marco Rose bekannt gegeben. In beiderseitigem Einvernehmen, wie es hieß, und tatsächlich war es offenbar so, dass Rose im Laufe des mehrstündigen Gesprächs mit der Führungsriege für so viele Verfehlungen verantwortlich gemacht wurde, dass dem Coach die Rückendeckung selbst ein Stückchen zu oft fehlte.

Damit hat die Borussia in der Post-Klopp-Ära nun in sieben Jahren den sechsten Trainer verschlissen. Als großer Favorit auf die Rose-Nachfolge galt schon kurz nach der Bekanntgabe von dessen Ausscheiden der Rose-Vorgänger Edin Terzic - den der BVB am Montag tatsächlich als Nachfolger bestätigte. Und der 39-Jährige ist tatsächlich eine sehr naheliegende Lösung.

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Terzic ist Ideallösung und Risiko zugleich

Aktuell ist Terzic noch "Technischer Direktor" im Klub, der Posten wurde vor einem Jahr extra für ihn geschaffen. Um ihn sich warm und im Klub zu halten, wie immer wieder gemunkelt wurde. Als eine Art doppelter Boden für das Rose-Experiment. Belege gibt es dafür keine, aber die Gefahr, dass der damals heftig umworbene Terzic den Klub verlässt und als Trainer bei einem anderen Bundesligisten unterschreiben könnte, war groß.

Terzic hat Dortmund in der vorletzten Saison nach heftigen Turbulenzen in die Königsklasse geführt und zum DFB-Pokalsieg. Die letzten Wochen seines Engagements als Interimslösung waren definitiv überaus erfolgreich. Dabei darf aber auch nicht vergessen werden, was davor war. Terzic brauchte mehr als ein Vierteljahr, um die Mannschaft auf Kurs zu bringen. Erst dann wurde der Lauf mit jedem weiteren positiven Ergebnis immer imposanter und gipfelte in acht Siegen aus den letzten acht Spielen.

Davor war die Bilanz mit nur zwölf Siegen aus 24 Spielen unter Terzic - bei acht Niederlagen – aber allenfalls mittelprächtig. Und auch die spielerische Entwicklung der Mannschaft war zumindest keine nachhaltige, sondern trug eher den Stempel der individuellen Klasse einiger Spieler. Aber: Der emotionale Fußabdruck, den Terzic auch in Abwesenheit der Fans in den Stadien hinterlassen konnte und seine fachliche Kompetenz machen den Ur-Dortmunder dennoch zum Favoriten auf die Rose-Nachfolge.

Kommt Peter Hermann zum BVB?

Offenbar könnte sich Terzic sein Team fast komplett selbst zusammenstellen. Wie schon vor Jahresfrist soll Sebastian Geppert einer seiner Co-Trainer werden. Derzeit betreut Geppert die U17 des BVB und könnte sofort wieder zu den Profis aufrücken. Geppert ist sogar noch ein Jahr jünger als Terzic, weshalb noch ein erfahrener (Co-)Trainer in den Dortmunder Fokus gerückt ist.

Peter Hermann gilt offenbar als Wunschlösung. Der langjährige Weggefährte von Jupp Heynckes ist seit über 30 Jahren in verschiedenen Funktionen im Profibereich tätig, hat schon für sechs verschiedene Klubs gearbeitet. Zuletzt half Hermann beim Rivalen Schalke 04 entscheidend am Aufstieg in die Bundesliga mit.

Allerdings gibt es noch mehrere Probleme: Ob Hermann und der BVB überhaupt zusammenfinden könnten, ist ungewiss. Überdies ist der 70-Jährige eigentlich als Assistenztrainer der deutschen U20-Nationalmannschaft beim DFB angestellt. Auch mit dem Verband müsste der BVB also eine Lösung finden.

Verwendete Quellen:

  • t-online: Selbst Hoeneß meint: Terzic Ideallösung beim BVB
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