Es gibt vier Sorten von Bundesliga-Trainern. Am begehrtesten sind die Meistermacher. Trainer wie Jupp Heynckes oder Ottmar Hitzfeld haben die Fähigkeit entwickelt, eine gute Mannschaft zu veredeln und aus ihr die letzten notwendigen Prozentpunkte für einen Titelgewinn zu kitzeln.

Pit Gottschalk
Eine Kolumne
von Pit Gottschalk

Unglücklicherweise gibt es diesen Trainertyp in der Bundesliga selten. In der aktuellen Saison arbeitet nicht einer, der mal Deutscher Meister geworden ist. Also muss man als Verein einen Meistermacher aus dem Ausland holen (wie der BVB Lucien Favre). Oder eine andere Sorte Trainer wählen.

Weit verbreitet ist inzwischen die zweite Sorte von Trainern, die eine große Zukunft verspricht. Da kann man einen nehmen, der schon Erfahrung und Erfolg vorzuweisen hat (Niko Kovac bei Bayern) oder einen mit Potenzial. Nicht immer geht Letzteres gut. Siehe Domenico Tedesco auf Schalke.

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Von dieser Trainersorte erwartet man, dass sie eine Entwicklung einleitet - für sich und/oder die Mannschaft. Adi Hütter ist so einer: Er kam mit der Empfehlung von zwei Meisterschaften in der Schweiz und in Österreich und führt Eintracht Frankfurt auf die höhere Leistungsstufe.

Das Risiko ist beträchtlich. Auf Schalke lief es schief. Mit seinem Wissen aus zig Abstiegskämpfen räumt jetzt Huub Stevens hinter Tedesco auf. Niemand erwartet, dass er als Retter Zukunftsweisendes leistet. Die Aufgabe dieser dritten Trainersorte ist immer gleich: kurzfristig retten, was zu retten ist.

Keine Experimente für Schalke

Was die Schalker aber dringend brauchen, ist mittlerweile ein Grundsatz: keine Experimente mehr. Sobald Stevens den Klassenerhalt geschafft hat (und das wird er), muss der Verein zu einem Modus zurückkehren, der keinen Platz für Flausen lässt. Königsblau braucht: Konsolidierung.

Und hier kommen Trainer der Sorte vier ins Spiel: Bei denen kann man nichts falsch machen. Die verstehen ihr Handwerk und verfügen über Bundesliga-Erfahrung; sie stehen mit beiden Beinen im Leben und sind, was man grundsolide nennt. Dieter Hecking von Mönchengladbach ist so einer.

Der 54-Jährige stabilisiert jede Mannschaft, fördert die Hierarchie durch eine Balance aus alten und jungen Spielern, lässt zeitweise, nicht immer, herrlichen Fußball spielen. Meister wurde er nie, nur Pokalsieger. Aber: Seinen Punkteschnitt von 1,6 erreichte kein Schalke-Trainer seit 2011.

Hecking muss Gladbach am Saisonende verlassen. Manager Max Eberl wollte lieber einen wie Marco Rose, der ein Versprechen für die Zukunft abgibt. Schalke sollte schleunigst zuschlagen: Einen besseren als Hecking wird man für ihre Situation nicht mehr kriegen.

Pit Gottschalk, 50, ist Journalist und Buchautor. Seinen kostenlosen Fußball-Newsletter Fever Pit’ch erhalten Sie hier: http://newsletter.pitgottschalk.de.
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