2006 war er einer der WM-Helden Deutschlands, jetzt ist es still geworden um David Odonkor. So still, dass fast niemand mitbekommen hat, dass der Ex-Nationalspieler vor drei Jahren fast ein Bein verloren hätte. Erstmals erzählt der Ex-Dortmunder von seinem persönlichen Albtraum.

David Odonkor, einer der Helden der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, spricht erstmals darüber, wie er vor drei Jahren fast sein Bein verlor. Nach einer Knorpelabsplitterung im rechten Knie unterzieht sich der Fußballer ab Ende 2006 einer Reihe von Eingriffen. Bei einer dieser Operationen bildete sich eine Infektion.

Im Gespräch mit der "Sport Bild" erzählt der 29-Jährige jetzt, wie ernst die Situation um sein Bein wirklich war. "Die Ärzte sagten mir: Wenn ich mich zu viel bewege oder nach Deutschland verlegt werde, dann müssen sie mir vielleicht das Bein abnehmen. Ich hätte fast mein Bein verloren."

Odonkor verbrachte fast zwei Monate auf der Intensivstation, nur langsam bekamen die Ärzte die Infektion im rechten Knie in den Griff. Danach begann der sportliche Abstieg.

Sieben Jahre Knieprobleme

Odonkor wurde innerhalb von Sekunden berühmt. Im Gruppenspiel gegen Polen bei der WM 2006 steht der gebürtige Ghanaer für Deutschland auf dem Platz. Seine Hereingabe in der 90. Minute zum Siegtreffer durch Neuville machte Odonkor zu einem der beliebtesten deutschen Fußballer. Knappe siebeneinhalb Jahre später steht er immer noch auf dem Platz - als Trainer des Viertligisten SC Verl.

Seinen Rücktritt vom aktiven Sport gab der Ex-Nationalspieler im September 2013 bekannt. In den Jahren zuvor war aufgrund anhaltender Knieprobleme aus einer blühenden Karriere ein trostloser Arztzimmer-Marathon geworden. Für Betis Sevilla spielte der Deutsche in sechs Jahren in nur 53 Spielen, danach noch 23 Partien für den Zweitligisten Alemannia Aachen. Nach sechs glücklosen Monaten in der Ukraine hängte Odonkor seine Fußballschuhe dann endgültig an den Nagel.

Neue Karriere als Trainer

Odonkor, der laut eigener Aussage wegen seines lädierten Knies nicht mal joggen kann, strebt nun eine neue Karriere neben dem Fußballplatz an. Seit Ende Oktober 2013 ist der ehemalige Mittelfeldspieler als Co-Trainer des SC Verl beschäftigt. Er hat seinen B-Schein bestanden und möchte 2014 seinen A-Schein in Angriff nehmen.

Andreas Golombek, Coach des ostwestfälischen Regionalligisten, hatte gehofft, Odonkor auch für seinen Club spielen zu sehen. Schnell musste Golombek jedoch einsehen, dass es nicht mehr geht. "Was er am Ball macht, ist einfach klasse, aber macht er zu viel, ist das Knie dick."