• Sebastian Krumbiegel, Sänger der Leipziger Popgruppe "Die Prinzen" spricht im Interview vor dem DFB-Pokalfinale zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg über Anfeindungen gegen RBL.
  • Der 55-Jährige erklärt, warum der 2009 vom Red-Bull-Konzern gegründete Klub in seinen Augen kein seelenloser Verein ist.
  • Der Musiker hat zudem eine klare Botschaft an alle "RB-Hater".
Ein Interview

Herr Krumbiegel, seit wann sind Sie eigentlich Fan von RB Leipzig?

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Sebastian Krumbiegel: Ich sympathisiere mit RB, seit sie in der Regionalliga spielen und fand das von Anfang an ein geiles Projekt. Inzwischen freue ich mich, dass ich mit dem Fahrrad zu Champions-League-Spielen fahren kann und bin, sofern es mein Terminkalender erlaubt, oft im Stadion, obwohl ich keine Dauerkarte habe. RB bereichert die Bundesliga extrem, spielt sehr attraktiven, schnellen Fußball und ist für die Stadt und die Region sehr wichtig.

Gewinnt die Tedesco-Elf nach dem bitteren Aus in der Europa League im DFB-Pokalfinale den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte?

Sie sind jetzt das dritte Mal im Finale, es wird Zeit. Ich drücke ihnen ganz fest die Daumen. Aber Freiburg ist total stark und man weiß nicht, wie es ausgeht. Das wird kein Spaziergang. Der DFB-Pokal als erster Titel, das wäre der absolute Hammer. Das ist ein großer Titel.

Ein Wort zum Sport-Club?

Ich sympathisiere eigentlich schon immer mit Freiburg. Christian Streich ist ein großartiger Trainer, ein cooler Typ, der zu jedem Thema einen guten Spruch parat hat. Der scheint auch menschlich echt ein cooler Buddy zu sein.

"Es gab tierische Anfeindungen"

Freiburg hat sich geweigert, das eigene Logo für gemeinsame Final-Fanartikel zur Verfügung zu stellen. Vor Spielen gegen RB kochen die Emotionen auch bei manchen gegnerischen Fans nach wie vor hoch. Sind die Anfeindungen gegen den Brause-Klub über die Jahre aus Ihrer Sicht mehr oder weniger geworden?

Auf jeden Fall weniger. Es war nicht immer leicht, Fan von RB Leipzig zu sein. Gerade am Anfang gab es auch in der Stadt tierische Anfeindungen. Ich kenne Leute, die haben sich ihre Trikots erst kurz vorm Stadion oder im Stadion angezogen, weil sie auf die Fresse bekommen haben oder angepöbelt wurden. Mittlerweile ist die Akzeptanz viel größer geworden. Nicht nur in Leipzig, auch deutschlandweit und in Europa.

Trotzdem kritisieren immer noch einige Fußballfans das Vereinsmodell und das Sponsoring durch den Red-Bull-Konzern, der den Klub nur gegründet haben soll, um mehr Dosen zu verkaufen.

Anfeindungen mit dem Kommerzargument prallen völlig an mir ab. Fußball ist nun mal ein kommerzielles Geschäft. Das siehst du bei Hoffenheim, Leverkusen oder Wolfsburg, aber sogar bei St. Pauli und Union. Die müssen unterm Strich alle kommerziell denken, um in dieser Liga mitspielen zu können.

Können Sie keinen der Kritikpunkte nachvollziehen?

Natürlich kann man die Vereinsstruktur mit den nur 20 stimmberechtigten Mitgliedern kritisieren. Auch Herrn Mateschitz mit seinen politisch fragwürdigen, rechten Ansichten, die ich definitiv nicht teile, kann man kritisieren. Aber das hat erst mal nichts mit dem Kommerz zu tun.

"RB ist kein seelenloser Verein"

Und die Fankultur, über die manchmal gespottet wird?

Wer sagt, dass RB ein seelenloser Verein ist, soll mal ins Stadion gehen. Das ist ja nun alles andere als seelenlos.

Was sagen Sie zu Ultras anderer Vereine, die RB regelrecht hassen?

Hassen ist niemals zielführend, hassen ist destruktiv. Sachlich kritisieren: immer gerne. Aber alles, was darüber hinaus geht, hat keinen Platz und perlt an mir persönlich ab.

Wann wird RB ein Verein wie jeder andere sein? Zum 25. Geburtstag oder zum 50.?

Mein Spruch ist immer: RB Leipzig - Tradition seit 2009. Was soll ich dazu noch sagen? Die Erde dreht sich trotz der Kritiker weiter. Es gibt natürlich Leute, die wegen der Kommerzialisierung oder solchen Auswüchsen wie der Super League Angst um die Seele des Fußballs haben. Da müssen sich alle, die in dem Geschäft mitmischen, natürlich auch RB, Fragen gefallen lassen. Dass sich Fans wegen bestimmter Entwicklungen vom Fußball abwenden, betrifft aber die gesamte Branche und hat nichts mit einem bestimmten Verein zu tun.

Verwendete Quellen:

  • Telefoninterview mit Sebastian Krumbiegel

SC Freiburg verbietet gemeinsame Fanartikel mit RB Leipzig

Vor dem DFB-Pokalfinale verweigert der SC Freiburg gemeinsame Fanartikel mit dem Gegner RB Leipzig. Diese sind bei Highlight-Spielen normalerweise üblich. Der Verein bestätigte dies ohne Angabe von Gründen. Seit der Übernahme von Red Bull steht RB Leipzig in der Kritik. © ProSiebenSat.1