Drei Schüsse, drei Tore: Mit seinem Hattrick innerhalb von sechs Minuten versüßt Mario Gomez den Bayern-Fans den Einzug ins DFB-Pokal-Finale. Mehr Effizienz geht als Stürmer eigentlich nicht - und deshalb hat er damit eine hervorragende Bewerbung abgegeben, kommende Woche gegen den FC Barcelona den gesperrten anderen Mario in der Startelf zu ersetzen.

Nach dieser souveränen Vorstellung wusste selbst Bayern-Boss Uli Hoeneß nicht so richtig was er sagen sollte. "Das war schon fast perfekt", resümierte er nach dem 6:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokalhalbfinale in die Mikrofone. Tatsächlich war der Auftritt des Rekordmeisters gegen die Niedersachsen, wie so viele Spiele in dieser Saison, unglaublich abgeklärt.

Zu keinem Zeitpunkt war das Weiterkommen eigentlich gefährdet. Zwar erspielten sich die "Wölfe" in der ersten Halbzeit einige Chancen und auch der Anschlusstreffer von Diego kurz vor dem Halbzeitpfiff, ließ noch einmal Hoffnung aufkeimen. Die wurde aber durch Tore von Shaquiri, Robben und vor allem Gomez relativ schnell begraben.

Drei Tore in sechs Minuten klingt rekordverdächtig, ist es aber nicht. Michael Tönnies war für den MSV Duisburg 1991 eine Minute schneller. International ist der Abstand sogar noch größer: Magnus Arvidsson schaffte 1995 drei Tore in nur 89 Sekunden. Das dürfte Mario Gomez aber alles egal sein - mit seinen Blitztreffern hat er sich bestmöglich für das Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona beworben. Das ist auch Sportvorstand Matthias Sammer nicht entgangen: "Seine Bewerbung nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis. Das hat der Trainer auch gesehen."

Denn Gomez will wieder zur ersten Formation gehören. Doch auf seiner Position ist derzeit einer anderer Mario erste Wahl: Der heißt mit Nachnamen Mandzukic. Der Kroate spielt bisher eine überragende Saison und schoss auch gegen Wolfsburg den Führungstreffer. Da der Stürmer jedoch gegen Barcelona gesperrt fehlen wird, scheint nun sein Namensvetter die besten Karten für das Champions-League-Spiel zu haben.

Dennoch bringt Gomez die Bayern-Verantwortlichen mit seinen Toren in eine unangenehme Lage. Ein Stürmer mit diesen Qualitäten wird sich nicht ewig mit der Rolle der Nummer Zwei zufriedengeben. In den vergangenen Tagen gab es immer mehr Gerüchte, dass Chelsea und Manchester City bereits Interesse an einem Wechsel im Sommer hätten. Auch sein Berater Uli Ferber deutete an, dass es so nicht weitergehen kann - Gomez hat noch einen Vertrag bis 2016, sein Marktwert liegt bei 35 Millionen Euro.

Obwohl sich zusätzlich schon lange das Gerücht hält, die Bayern würden sich im Sommer mit Dortmunds Stürmer-Star Robert Lewandowski verstärken, scheint ein Wechsel von Gomez angesichts seiner momentanen Leistungen noch sehr unwahrscheinlich. Der FCB wird ihn nicht so leicht gehen lassen. Man wird auch künftig die Taktik fahren wollen, auf allen Positionen mehrfach mit Top-Spielern bestückt zu sein. Hinzu kommt, dass mit dem Trainerwechsel im Sommer wohl auch die Karten im Sturm neu gemischt werden könnten.