Nach dem vergangenen Wochenende mussten gleich fünf Spieler ihre Reise zur deutschen Nationalmannschaft absagen. Im Schnelldurchlauf muss Joachim Löw seinen Rumpfkader auf Argentinien vorbereiten und nominierte dazu drei Neue nach. "Wie das dann funktioniert, muss man sehen", sagt der Bundestrainer angesichts der Verletzungsmisere im DFB-Team.

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Nur noch das Abschlusstraining und einige Teamsitzungen bleiben Joachim Löw, um seinen Rumpfkader auf den Länderspiel-Klassiker in Dortmund gegen Argentinien vorzubereiten. "Das Ergebnis spielt nicht die allerwichtigste Rolle. Da müssen wir gucken, dass wir das Beste daraus machen", sagte der Bundestrainer nach der Absageflut bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Löw muss ohne zwölf etablierte Kräfte planen, da vor dem Länderspiel-Doppelpack gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien und Punktelieferant Estland in der EM-Qualifikation auch noch der Leipziger Timo Werner (grippaler Infekt) und Ilkay Gündogan von Manchester City (Muskelblessur) angeschlagen sind. Zehn Spieler hatten schon zuvor verletzungsbedingt abgesagt.

"Man hat dadurch auch die Möglichkeit, mal den einen oder anderen Spieler über neunzig Minuten zu testen", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff in der TV-Sendung "100% Bundesliga bei Nitro" am Montagabend. Der frühere Nationalstürmer kann den Absagen sogar einen positiven Aspekt abgewinnen: "Häufig ist es ja so, dass immer fünf, sechs Spieler ein bisschen enttäuscht abreisen. Das wird uns jetzt nicht passieren."

Löw: "Gute Gelegenheit zum Lernen"

Die nachnominierten Robin Koch (SC Freiburg) und Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim) werden erst am Dienstagmittag im DFB-Quartier in Dortmund erwartet. Löw kann die beiden Defensivspieler somit erst für das Abschlusstraining einplanen. Der 23-Jährige Koch ist wie Suat Serdar (Schalke 04) und Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen) erstmals im A-Team dabei.

"Es ist natürlich auch eine gute Geschichte zum Lernen gegen einen so renommierten Gegner", sagte Löw zum Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen die Argentinier, die ohne ihren gesperrten Topstar Lionel Messi antreten. "Argentinien ist schon ein starker Gegner, hat sein letztes Spiel gegen Mexiko 4:0 gewonnen", betonte Löw: "Da ist es wichtig, dass man drei, vier wichtige Punkte anspricht, die die Mannschaft umsetzen soll. Wie das dann funktioniert, muss man sehen."

Der Bundestrainer wird am Tag vor dem Spiel auf der Pressekonferenz Einblicke in seinen Notplan geben. "Im März hatten wir die Idee, diese Mannschaft häufig zusammenspielen zu lassen", bemerkte Löw. Jetzt muss er improvisieren.

Eine Entscheidung hat der 59-Jährige schon getroffen: Marc-André ter Stegen wird in Dortmund die vom Barcelona-Torhüter geforderte Chance in der Startelf bekommen. Die jüngsten Debatten um Manuel Neuer und ter Stegen werde er nur noch kurz ansprechen, sagte Löw: "Aber eigentlich ist nicht viel passiert: Marc hat seine Enttäuschung ein bisschen kund getan, was nicht völlig unverständlich war. Er hatte von mir die Zusage, er spielt jetzt gegen Argentinien, Manu gegen Estland. Von daher gibt es nicht mehr viel zu bereden." (kad/dpa)

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