Die Nations League ist "der sinnloseste Wettbewerb der Welt" - zumindest laut Jürgen Klopp. Jogi Löw teilt diese Meinung nicht. Zudem äußert sich der Bundestrainer zur aktuellen Formkrise des FC Bayern.

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Joachim Löw hat die harsche Kritik seines Trainerkollegen Jürgen Klopp an der erstmals ausgetragenen Nations League für Fußball-Nationalmannschaften gekontert.

Beim Treffpunkt des DFB-Teams am Dienstag in Berlin äußerte der Bundestrainer einerseits Verständnis für die ablehnende Haltung des Coaches des FC Liverpool.

Löw fügte aber auch deutlich hinzu: "Für uns, für mich als Nationaltrainer, ist die Nations League eine gute Erfindung. Weil wir gegen Topnationen spielen, weil es um etwas geht. Es ist ein Wettbewerb."

Klopp: "Sinnlosester Wettbewerb der Welt"

Klopp hat die Einführung der Nationenliga seitens der Europäischen Fußball-Union (UEFA) dagegen scharf verurteilt. "Die Nations League ist der sinnloseste Wettbewerb der Welt", sagte der 51-Jährige.

Der zusätzliche Wettbewerb, der Freundschaftsspiele ersetzt, belaste mit seinem straffen Spiel-Rhythmus die Nationalspieler nun noch mehr. "Wir müssen anfangen, an die Spieler zu denken", erklärte Klopp.

Löw versteht Klopps Wut

Löw kann die ablehnende Haltung des ehemaligen Bundesligatrainers Klopp aus dessen Sichtweise als Clubcoach nachvollziehen.

"Die Vereinstrainer haben ja solche Länderspielpausen manchmal nicht gerne. Weil viele Spieler bei Liverpool, Bayern oder Man City sind dann weg. Trainer haben dann nicht die Möglichkeit, normal zu trainieren", sagte der 58-Jährige.

Die deutsche Nationalmannschaft spielt in der Nations League am kommenden Samstag in Amsterdam gegen die Niederlande und drei Tage später in Paris gegen Weltmeister Frankreich.

Löw glaubt an Kovac

Auch zur aktuellen Krise des FC Bayern mit vier sieglosen Spielen hat sich der Bundestrainer geäußert. Löw gibt dem in der Kritik stehenden Bayern-Coach Nico Kovac Rückendeckung.

"Niko Kovac ist ein Trainer, der Erfahrung hat auch im internationalen Bereich. Der weiß schon auch, wo er den Hebel jetzt ansetzen muss", so Löw.

Die Formkrise des Rekordmeisters beunruhigt Löw nicht. "Am Anfang ist alles bei den Bayern gehypt worden. Jetzt haben sie mal drei oder vier Spiele nicht gewonnen. Ich weiß schon, welche Qualitäten diese Spieler haben", betonte er.

Mit sieben Spielern bilden die Bayern die größte Fraktion im Kader für die anstehenden Duelle in der Nations League. Profis wie Manuel Neuer, Mats Hummels oder Thomas Müller seien "erfahren genug, mit solchen Situationen umzugehen", sagte Löw. (am/dpa)

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