Showtime in der NBA! Am Samstagabend um 18:30 Uhr (MEZ) beginnen die Playoffs in der besten Basketball-Liga der Welt. Mit dabei: die beiden Deutschen Dirk Nowitzki und Dennis Schröder. Wie stehen die Chancen unserer Stars auf den Gewinn der Meisterschaft? Und wer sind die Favoriten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wieder einmal hat es Dirk Nowitzki geschafft: Zum 14. Mal ist das "German Wunderkind" mit seinen Dallas Mavericks in die Playoffs eingezogen. Mit 50 Siegen bei 32 Niederlagen belegen die Mavs den siebten Platz in der in diesem Jahr extrem starken Western Conference. Damit trifft Dallas in der ersten Runde auf die Houston Rockets, dem nach der Regular Season zweitbesten Team im Westen.

Dennis Schröder hat sich mit seinen Atlanta Hawks den ersten Platz in der Eastern Conference gekrallt. Damit genießt das Team aus Georgia zumindest bis zu einer möglichen Finalserie gegen den Sieger der Western Conference Heimvorteil. Mit anderen Worten: In den ersten drei Playoff-Runden haben die Hawks - vorausgesetzt sie gewinnen die Serie - Heimvorteil. Das bedeutet: Ein entscheidendes siebtes Spiel im Best-of-Seven-Modus würde in Atlanta stattfinden.

Wie stehen die Chancen der Deutschen auf den NBA-Titel?

Nowitzki ist zwar immer noch der deutsche NBA-Star, doch die größeren Chancen auf den Gewinn des Titels hat Dennis Schröder. Schließlich müssen die Mavericks gleich in der ersten Runde zum Texas-Derby gegen die Houston Rockets antreten. Und die haben mit Shooting Guard James Harden und Center Dwight Howard zwei Superstars in ihren Reihen. Insbesondere Harden, wegen seiner Gesichtsbehaarung auch nur "The Beard" ("der Bart" bzw. "der Bärtige") genannt, befindet sich in überragender Form und gilt als Kandidat auf den "Most Valuable Player"-Award, mit dem der wertvollste Spieler der Saison ausgezeichnet wird. Zudem finden die ersten beiden Partien sowie ein mögliches siebtes Spiel in Houston statt - die Mavericks sind klarer Außenseiter.

Anders ist die Situation in Atlanta. Die Hawks haben sich frühzeitig die Krone in der Eastern Conference gesichert - auch wegen einer unglaublichen Serie im Januar, in der sie 19 Spiele in Folge gewannen. Dennoch: Atlanta gilt nicht als Favorit im Osten. Denn viele Experten sehen die Cleveland Cavaliers, die mit Small Forward LeBron James einen der jetzt schon besten Spieler der NBA-Geschichte in ihren Reihen haben, als wahrscheinlichsten Kandidaten auf den Einzug in die Finalspiele gegen den West-Gewinner an.

In der ersten Runde dürften Schröder und Co. allerdings kaum Probleme haben. In dieser geht es gegen die Brooklyn Nets, die sich erst am letzten Spieltag an den Indiana Pacers vorbei auf den achten Rang mogelten. Die Bilanz spricht ganz klar für die Hawks: Alle vier Spiele gegen den New Yorker Klub wurden in dieser Saison gewonnen.

Was spricht dennoch für die beiden Deutschen?

Nowitzki weiß, wie es geht. 2011 erfüllte sich der Deutsche nach zahlreichen missglückten Versuchen endlich seinen großen Traum und gewann die Meisterschaft. Seitdem sind die Mavericks zwar nie mehr ein ernsthafter Titel-Kandidat gewesen, dennoch sollte man die Texaner nie abschreiben. Mit Aufbauspieler Rajon Rondo, Shooting Guard Monta Ellis und Center Tyson Chandler hat Nowitzki Spieler an seiner Seite, die zwar nicht zur Elite, aber mit zu den besten auf ihrer Position gehören. Doch vor allem die Leistungen von Ellis und des erst in der Mitte der Saison verpflichteten Rondo schwankten stark. Rufen beide ihr vorhandenes Potenzial ab, ist vielleicht die eine oder andere Überraschung möglich.

Für Atlanta ging es am Ende der Saison um fast gar nichts mehr - daher setzte es in den vergangenen Wochen auch die eine oder andere Niederlage. Das hat aber überhaupt nichts zu bedeuten. Spielen die Hawks wie zu Beginn der Saison, können sie jeden Gegner schlagen, egal ob im Osten oder in den möglichen Finalspielen gegen den Siegers des Westens. Die erste Runde sollte problemlos überstanden werden, danach wartet der Sieger des Duells zwischen den Toronto Raptors und den Washington Wizards. Auch hier sind die Hawks favorisiert. In den Eastern Conference Finals würde es wahrscheinlich gegen Cleveland gehen. Die haben mit LeBron James, Aufbauspieler Kyrie Irving und Power Forward Kevin Love drei Top-Spieler in ihren Reihen. Bei den Cavs geht, vor allem in der heißen Schlussphase, viel über James. Erwischt er dann einen schlechten Tag, steigen die Chancen der Hawks enorm. Atlanta selbst hat keinen klassischen Star in seinen Reihen - Trainer Mike Budenholzer setzt auf Team-Play.

Welche Rolle spielen die beiden Deutschen in ihren Klubs?

Nowitzki ist immer noch die Galionsfigur der Mavericks, ob er aber immer noch der beste Spieler des Teams ist, ist fraglich. Ellis hat in dieser Saison im Schnitt 18,9 Punkte geholt - und damit 1,6 mehr als der Deutsche. Für Nowitzki kein Problem - im Gegenteil. Der Power Forward muss das Team in engen Momenten nicht wie früher alleine tragen. Dennoch ist der Würzburger auch mit 36 Jahren weiterhin ein ganz, ganz wichtiger Spieler für die Mavs.

Schröder kommt hingegen von der Bank - ist aber dennoch ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg der Hawks. Nach einer durchschnittlichen Debüt-Saison bekommt Schröder mehr und mehr Einsatzzeiten und ist der erste Ersatz für Aufbauspieler Jeff Teague. Mit zehn Punkten und 4,1 Vorlagen pro Spiel legte Schröder in dieser Saison bemerkenswerte Zahlen auf.

Wer sind die Favoriten?

Es liest sich etwas absurd, aber dennoch: Der größte Titel-Favorit ist das Team, das die Regular Season lediglich auf Rang sechs im Westen abschloss. Die San Antonio Spurs legten am Ende der Spielzeit einen grandiosen Lauf hin, fertigten zwischendurch mit den Golden State Warriors das beste Team der Liga ab und schoben sich gar auf Rang zwei vor. Durch eine knappe Niederlage am letzten Spieltag rutschte San Antonio im äußerst engen West-Rennen noch ab.

Die Spurs leben seit Jahren von Team-Basketball und haben mit Aufbauspieler Tony Parker, Shooting Guard Manu Ginobili und Power Forward Tim Duncan drei alternde, aber immer noch brandgefährliche Spieler in ihren Reihen. Zudem kommt mit Small Forward Kawhi Leonard ein Spieler, der im vergangenen Jahr, als die Spurs Meister wurden, zum besten Spieler der Finalserie gewählt wurde.

Gegen die Spurs spricht, dass sie als Sechster keinen Heimvorteil haben - und in der ersten Runde mit den Los Angeles Clippers ein Gegner wartet, der ebenfalls stark in Form ist und seine vergangenen sieben Spiele gewonnen hat.

Dass das beste Team der Regular Season ebenfalls ein ganz heißer Titel-Anwärter ist, liegt auf der Hand. Die Golden State Warriors haben mit 67 Siegen bei 15 Niederlagen eine fantastische Spielzeit absolviert. Die Guards Stephen Curry und Klay Thompson sind die beiden Stars im Team und sind vor allem von der Drei-Punkte-Linie eine echte Waffe. Houston hat ebenfalls gute Chancen - sind aber stark von Harden abhängig. Die Memphis Grizzlies und Portland Trail Blazers haben ihre Form verloren, sind daher nur noch Außenseiter. Für die New Orleans Pelicans dürfte in der ersten Runde bei den Warriors Schluss sein.

Im Osten können neben Cleveland und Atlanta noch die Chicago Bulls mithalten, die Toronto Raptors und Washington Wizards fallen schon ab. Der Rest dürfte kaum eine Rolle spielen und bereits in der ersten Runde rausfliegen.

Wer spielt gegen wen?

Westen:

Golden State Warriors (1) - New Orleans Pelicans (8)

Portland Trail Blazers (4) - Memphis Grizzlies (5)

Los Angeles Clippers (3) - San Antonio Spurs (6)

Houston Rockets (2) - Dallas Mavericks (7)

Osten:

Atlanta Hawks (1) - Brooklyn Nets (8)

Toronto Raptors (4) - Washington Wizards (5)

Chicago Bulls (3) - Milwaukee Bucks (6)

Cleveland Cavaliers (2) - Boston Celtics (7)

Wo kann man die Spiele sehen?

Im deutschen Free-TV werden die Partien nicht übertragen. "NBA.de" zeigt immerhin jeden Sonntag eine Begegnung über einen kostenlosen Live-Stream - angefangen mit dem Heimspiel von Schröders Hawks gegen die Nets (ab 23:30 Uhr). Zudem werden einige Partien beim Pay-TV-Sender "Sport1 US HD" übertragen.

Wer kein Spiel verpassen möchte, kann sich den kostenpflichtigen "NBA League Pass" über "NBA.de" zulegen.