• Tom Brady könnte am Sonntag mit den Tampa Bay Buccaneers seinen siebten Super Bowl gewinnen.
  • Selbst große Fußball-Stars wie Thomas Müller und Harry Kane bewundern den legendären Quarterback.
  • Ist Brady nicht nur der beste Footballspieler aller Zeiten, sondern vielleicht auch der größte Sportler der Geschichte?

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Tom Brady dominiert seinen Sport wie kaum ein anderer Athlet. In Football-Kreisen wird er häufig einfach als als "GOAT" bezeichnet, "Greatest of all Time", der Größte alle Zeiten. Sechs Mal gewann der Quarterback bereits den Super Bowl. Und das ist nur einer von vielen Rekorden, die Brady in seinem Sport aufgestellt hat.

Sonntag steht er mit den Tampa Bay Buccaneers erneut im Finale der NFL und könnte die Vince Lombardy Trophy bereits zum siebten Mal gewinnen - im Alter von stolzen 43 Jahren.

Nachdem er über 20 Jahre bei den New England Patriots eine Ära prägte, wechselte er im vergangenen Jahr nach Tampa Bay. Zu einer Mannschaft, die es in den zwölf Spielzeiten zuvor nicht ein einziges Mal in die Playoffs geschafft hat.

Mit Brady steht das bisher chronisch erfolglose Team nun im Super Bowl.

Um das einmal richtig einzuordnen: Das ist ungefähr so, als würde Fußball-Ikone Lionel Messi mit über 40 Jahren noch einmal zum 1. FC Köln wechseln und auf direktem Wege in das Champions-League-Finale führen. Ein schwer vorstellbares Szenario.

So stellt sich fast zwangsweise die Frage: Ist Brady nicht nur der beste Footballspieler aller Zeiten, sondern vielleicht auch der größte Sportler der Geschichte?

Quarterback Patrick Mahomes, der mit den Kansas City Chiefs der Gegner im Super Bowl sein wird, sieht in Brady jedenfalls ein Vorbild: "Egal welchen Sport du machst. Wenn du ein junger Athlet bist und nicht zu Typen wie Tom Brady aufschaust, dann bist du verrückt. Er ist ein Kerl, der Jahr für Jahr Erfolg hat, sich immer weiter verbessert und sich nicht damit zufriedengibt, wo er steht."

Auch Thomas Müller bezeichnet Brady als Held

Selbst Fußball-Stars blicken zu Brady auf. Bayern-Star Thomas Müller twitterte nach dem Super-Bowl-Einzug von Brady: "Glückwunsch, Tom! Du bist ein Held und eine Inspiration."

Der englische Top-Torjäger Harry Kane von Tottenham Hotspur bezeichnet Brady als eine "große Inspiration" für den eigenen Werdegang.

"Brady glaubte so sehr an sich selbst und arbeitete hart, um besser zu werden", schreibt Kane auf "theplayerstribune.com". "Das mag seltsam klingen, aber es war wirklich so, als wäre mir plötzlich ein Licht aufgegangen. Ich sagte mir: Ich werde so hart wie möglich arbeiten. Meine Chance wird kommen und ich werde sie ergreifen."

Ein steiniger Weg zum Superstar

Brady ist für viele Sportler auch deshalb ein Vorbild, weil er auf dem Weg zum Superstar mit Widerständen konfrontiert war. Im Gegensatz zu anderen Legenden wie Michael Jordan, Diego Maradona, Cristiano Ronaldo oder Mike Tyson galt Brady nicht bereits in jungen Jahren als Jahrhunderttalent.

Im Gegenteil: Als Brady sich beim NFL Draft, also der jährlichen Talentziehung, im Jahre 2000 zur Auswahl stellte, wurde er erst an Position 199 ausgewählt. Das heißt also: 198 Spieler seines Jahrgangs wurden von den Scouts der NFL als talentierter eingestuft.

Er landete bei den New England Patriots, die bis dahin noch nie einen Super Bowl gewonnen hatten. Brady wurde zunächst als vierter Quarterback eingestuft, vergleichbar mit dem vierten Torwart im Fußball. In seiner ersten Saison durfte er nur drei Mal den Ball werfen.

Als sich allerdings in der zweiten Saison Stamm-Quarterback Drew Bledsoe eine Verletzung zuzog, bekam Brady seine Chance. Der Rest ist Geschichte: Er führte die Patriots gleich in seiner ersten Saison zum Super-Bowl-Sieg und ließ fünf weitere Trophäen folgen.

Dadurch gelten die einst so erfolglosen New England Patriots zusammen mit den Pittsburgh Steelers, die ebenfalls sechs Mal die Vince Lombardi Trophy gewannen, als das beste NFL-Franchise aller Zeiten.

Vollmer lobt: Brady kann in die Zukunft blicken

Der deutsche Ex-Profi Sebastian Vollmer, der einst mit Brady zusammengespielt hat, sagt über den Passgeber: "Er hat ein unglaubliches Talent, kann den Ball werfen wie kein anderer und bringt viel Spielintelligenz mit. Tom kann die Defense lesen, erkennt an der Aufstellung sofort deren Taktik und kann praktisch ein bisschen in die Zukunft blicken."

Macht ihn all das nun zum größten Sportler der Geschichte?

Der ehemalige deutsche Profi Markus Kuhn, der ebenfalls einige Monate Mannschaftskamerad von Brady gewesen ist, sagt: "Tom Brady muss als einer der größten Sportler, wenn nicht sogar als der größte Sportler aller Zeiten, gesehen werden. Es ist unglaublich, wie er in Tampa die ganze Mannschaft pusht, die vorher keinerlei Erfahrungen in den Playoffs hatte. Das hätte niemand anderes geschafft."

Patrick Esume zählt Brady zu den Top-Sportlern – nur der sozialpolitische Einfluss fehlt

Auch Football-Experte Patrick Esume sortiert den Quarterback ganz oben ein: "Tom Brady zählt zu den großen Top-Sportlern auf dem Planeten. Man muss ihn sportlich in einem Atemzug mit Michael Jordan, Muhammad Ali, Tiger Woods oder Serena Williams nennen."

Doch Esume sieht eine Einschränkung: "Um wirklich der Allergrößte zu sein, bräuchte man eine Tragweite, die über das Sportliche hinausgeht. Bei Michael Jordan ist es zum Beispiel seine Marke, die Jahrzehnte nach seinem Rücktritt noch immer von jedem getragen wird. Andere Sport-Persönlichkeiten wie Muhammad Ali oder Jim Brown hatten einen großen sozialpolitischen Einfluss. Das trifft auf Tom Brady natürlich nicht zu."

Doch in einem Punkt scheinen sich alle einig zu sein: Sportlich wird Brady für immer einer der Größten sein – ob er am Sonntag den Super Bowl nun gewinnt oder nicht.

Der Super Bowl wird am Sonntag ab 22:40 Uhr auf ProSieben übertragen. Bereits ab 20:15 Uhr beginnt auf ProSieben MAXX der Countdown zum Super Bowl.

Verwendete Quellen:

  • Interviews mit Sebastian Vollmer, Patrick Esume und Markus Kuhn
  • theplayerstribune.com: "Zero to 100"
  • Die Welt: "Verrückt, wer nicht zu Tom Brady aufschaut"
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