• Bei der Oscar-Verleihung am 25. April geht Netflix mit mehreren vielversprechenden Kandidaten ins Rennen - unter anderem dem großen Favoriten "Mank" mit zehn Nominierungen.
  • "Mank", "The Trial of the Chicago 7" und "Ma Rainey's Black Bottom": Netflix hat einige Filme im Programm, die bei der wichtigsten Filmpreisverleihung der Welt abräumen könnten.
  • In der Vergangenheit heimste Netflix bei den Academy Awards bereits mit Filmen wie "Roma" und "Marriage Story" Goldjungen ein.

Mehr TV- & Streaming-News finden Sie hier

Reihenweise Filmverschiebungen, zwangsweise geschlossene Kinos und eine unklare Zukunftsperspektive: Das vergangene Jahr war wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie für das Filmgeschäft kein einfaches. Trotzdem werden am 25. April in Los Angeles die Oscars vergeben. Bei der Verleihung der Academy Awards stehen 2021 umso mehr die Streamingdienste im Mittelpunkt.

Eine Vielzahl von aussichtsreichen Filmen ist bei Netflix bereits zum Streamen verfügbar - unter anderem "Mank" mit Gary Oldman in der Hauptrolle und "Ma Rainey's Black Bottom" mit Chadwick Boseman bei seinem letzten Auftritt.

"Mank"

Das Drama "Citizen Kane" von Orson Welles gilt als Hollywood-Klassiker, und unter Cineasten zählt der Film aus dem Jahr 1941 zu den besten aller Zeiten. Auch in der Traumfabrik wirft dieser Meilenstein der Kinogeschichte nach wie vor seine Schatten. In "Mank" erzählt Regisseur David Fincher ("Fight Club") vom Entstehungsprozess von "Citizen Kane".

Auf einen Goldjungen hoffen dürfen neben Fincher auch Hauptdarsteller Gary Oldman und Nebendarstellerin Amanda Seyfried. Auch als bester Film könnte "Mank" ausgezeichnet werden. Zudem sind Preise in sechs weiteren Sparten möglich: "Beste Filmmusik", "Beste Kamera", "Bestes Szenenbild", "Bestes Kostümdesign", "Bestes Make-up" und "Bester Ton".

"The Trial of the Chicago 7"

Der Vietnamkrieg spaltete Ende der 1960er-Jahre die USA. Ausgetragen wurde der Konflikt zwischen der Politik und zahlreichen rebellierenden Bürgerbewegungen auch vor Gericht. 1969 mussten sich sieben Männer verantworten, nachdem sie aus Protest gegen den Krieg auf die Straßen gegangen waren.

Das Justizdrama "The Trial of the Chicago 7" mit Eddie Redmayne und Sacha Baron Cohen in den Hauptrollen beleuchtet diesen Prozess, der US-Geschichte schrieb. Auszeichnungen winken für den besten Film, für Sacha Baron Cohen als besten Nebendarsteller und das beste Originaldrehbuch, außerdem in den Kategorien "Bester Song", "Beste Kameraführung" und "Bester Schnitt".

"Ma Rainey's Black Bottom"

Die Künstlerin Ma Rainey ist eine Pionierin der Blues-Musik und wird nicht umsonst "Mother of the Blues" genannt. Das Biopic "Ma Rainey's Black Bottom" würdigt die Musikikone und erzählt von einer Aufnahmesession aus dem Jahr 1927 in Chicago. Viola Davis, die als beste Hauptdarstellerin nominiert ist, verkörpert die afroamerikanische Sängerin.

An ihrer Seite ist der im August verstorbene "Black Panther"-Darsteller Chadwick Boseman als ehrgeiziger Trompeter zu sehen. Posthum könnte der US-Amerikaner für seine letzte Rolle mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet werden. Prämiert werden könnte der Film auch für das Kostümdesign, das Make-up und das Produktionsdesign.

"Pieces of a Woman"

Einer Mutter kann wohl kaum etwas Schlimmeres passieren, als ihr Neugeborenes bei der Geburt zu verlieren. Vanessa Kirby ereilt in ihrer Rolle im eindringlichen Drama "Pieces of a Woman" genau dieses Schicksal. Was folgt, sind Angst, Seelenpein und die quälende Frage, wie das Leben nach einem solch tragischen Ereignis weitergehen soll.

Nachdem Kirby bereits bei den Filmfestspielen in Venedig mit einem Preis bedacht wurde, darf die 32-Jährige nun auch bei den Oscars auf eine Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin hoffen.

"Neues aus der Welt"

Nach dem deutschen Filmpreis für ihren Part in "Systemsprenger" (2019) schaffte es die zwölfjährige Helena Zengel nach Hollywood. An der Seite von Tom Hanks zeigt die Berliner Nachwuchshoffnung im Western "Neues aus der Welt" ihr Können.

Im Film von Paul Greengrass, der im Jahr 1870 in den USA spielt, nimmt Captain Jefferson Kyle Kidd (Hanks) das Waisenkind Johanna Leonberger (Zengel) unter seine Fittiche und will sie zu ihren Verwandten bringen - der Beginn einer gefährlichen Reise. Auszeichnungen für "Neues in der Welt" sind für die Kameraführung, das Produktionsdesign, die Filmmusik und den besten Ton möglich.

"Hillbilly-Elegie"

Mit dem Roman "Hillbilly-Elegie" landete J.D. Vance 2016 einen Bestseller. 2020 adaptierte Erfolgsregisseur und Oscarpreisträger Ron Howard ("A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn") den Stoff. Im Mittelpunkt des Filmes steht der Jurastudent J.D. Vance (Gabriel Basso), der unfreiwillig wieder in seiner Heimatstadt aufschlägt.

Er kommt bei seiner resoluten Großmutter (Glenn Close) unter, die alle Hebel in Bewegung setzt, um ihrem Enkel ein gutes Leben zu ermöglichen. Close winkt für ihre Darstellung ein Oscar als beste Nebendarstellerin.

"Du hast das Leben vor dir"

Bereits 1991 erhielt Sophia Loren den Oscar für ihr Lebenswerk. Aufgehört, Filme zu machen, hat die Hollywood-Ikone deswegen aber lange noch nicht. Im Drama "Du hast das Leben vor dir" spielt die 86-Jährige die Holocaust-Überlebende und Ex-Prostituierte Madame Rosa. Im italienischen Bari kümmert die sich als Tagesmutter um die Kinder von Sexarbeiterinnen.

Eines Tages soll sie auch den Straßenjungen Momo (Ibrahima Gueye) bei sich aufnehmen. Zunächst ist sie davon wenig begeistert, doch mit der Zeit freundet sich das ungewöhnliche Gespann an. "Du hast das Leben vor dir" ist in der Kategorie "Bester Song" für einen Oscar nominiert.

"Der weiße Tiger"

Vom Romanbestseller zum Oscargewinner? Nachdem "Der weiße Tiger" die Bestenliste der "New York Times" gestürmt hatte, adaptierte Netflix den Roman von 2008. Bei den Academy Awards könnte der Film nun in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" eine Auszeichnung erhalten. "Der weiße Tiger" rekapituliert den Aufstieg des einfachen Fahrers Balram Halwai (Adarsh Gourav) zum angesehenen Unternehmer.

"Da 5 Bloods"

Zwei Oscars darf Regisseur Spike Lee bereits sein Eigen nennen: 2016 bekam er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, und 2019 wurde Lee für das Drehbuch zu "BlacKkKlansman" prämiert. Auch im Vorfeld der diesjährigen Verleihung wurde der Filmemacher als heißer Kandidat gehandelt. Am Ende sprang für das Drama "Da 5 Bloods" aber nur eine Nominierung heraus: in der Sparte "Beste Filmmusik".

Der Film folgt vier schwarzen Kriegsveteranen, die vier Jahrzehnte nach dem Grauen des Vietnamkriegs in das asiatische Land zurückkehren. Dort suchen sich nach den Überresten ihres ehemaligen Truppenführers.

"Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga"

Hier spielt die Musik: Zwar fiel der Eurovision Song Contest 2020 der Corona-Pandemie zum Opfer, Netflix hatte mit dem Film "Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga" aber den perfekten Ersatz parat.

In der klamaukigen RomCom träumen Will Ferrell und Rachel McAdams als Wikingerpärchen von Europas Sängerkrone. Bei den Oscars könnte eine Auszeichnung für den besten Song herausspringen.

"The Midnight Sky"

Als Schauspieler ist George Clooney in der Regel über alle Zweifel erhaben - so auch in "The Midnight Sky". In dem Sci-Fi-Film, der 2049 spielt, fristet er als Wissenschaftler auf einer Polarstation ein einsames Leben und ist obendrein todkrank.

Doch als Raumfahrer zurück auf die Erde kommen wollen, sieht sich Dr. Lofthouse (Clooney) mit seiner letzten Mission konfrontiert: Er will die Astronauten (unter anderem Amy Adams) vor einer Rückkehr auf die Erde warnen. "The Midnight Sky" ist in der Kategorie "Beste visuelle Effekte" nominiert.

"Die bunte Seite des Monds"

Der Trickfilmzeichner Glen Keane gilt als einer der besten seiner Zunft. Nachdem er für Disney bereits ikonische Figuren wie Arielle, Aladdin und Pocahontas zum Leben erweckte, kämpft er nun als Regisseur um den Oscar für den besten Animationsfilm.

In "Die bunte Seite des Monds" schickt er ein junges Mädchen auf eine abenteuerliche Reise. Die Nachwuchswissenschaftlerin Fei Fei baut sich eine Rakete und will bei ihrem anschließenden Trip zum Mond die Existenz einer legendären Mondgöttin beweisen.

"Sommer der Krüppelbewegung"

Die Zusammenarbeit von Netflix mit der Produktionsfirma von Barack Obama trug bereits im letzten Jahr Früchte, als die Dokumentation "American Factory" einen Oscar verliehen bekam. 2021 könnte der nächste Goldjunge den Trophäenschrank erweitern.

In der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" steht "Crip Camp" zur Auswahl. Der Film der Regisseure Jim LeBrecht und Nicole Newnham nimmt ein US-Sommercamp für Teenager mit Behinderungen ins Visier. Im Camp Jened konnten die Teilnehmer 1971 ungeachtet der gesellschaftlichen Vorurteile ihr Leben genießen. So wurde das Camp ein Wegbereiter für Bürgerrechtsorganisationen behinderter Menschen und für mehr Gleichberechtigung.

"Mein Lehrer, die Krake"

Der beste Freund des Menschen ist sprichwörtlich der Hund. Ganz anders gestaltet es sich allerdings bei Craig Foster. Der Tierfilmer und Taucher hat Freundschaft mit einer Krakendame geschlossen. Dafür nahm Foster sogar in Kauf, jeden Tag im nur zehn Grad warmen Wasser eines Tangwaldes am Kap der Guten Hoffnung zu tauchen. Wie es zu der ungewöhnlichen Partnerschaft kommen konnte, zeichnet der Dokumentarfilm "Mein Lehrer, die Krake" nach, der für Netflix nun den Oscar holen soll.

"A Love Song for Latasha"

Der Tod des US-Amerikaners George Floyd infolge von Polizeigewalt sorgte 2020 für Entsetzen und zog eine weltweite Protestwelle nach sich. In ihrer Vehemenz erinnerten die Protestbekundungen an die Los Angeles Riots im Jahr 1992. Einer der Auslöser damals war der Fall der 15-jährigen Latasha Harlins.

Das Mädchen war in einem Lebensmittelladen in Los Angeles erschossen worden, weil man sie fälschlicherweise für eine Ladendiebin gehalten hatte. Die knapp 20-minütige Dokumentation "A Love Song for Latasha" erinnert an Harlins und könnte einen Oscar als bester Kurzdokumentarfilm gewinnen. (tsch)  © 1&1 Mail & Media/teleschau

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.