Mit dem Orkantief "Burglind" ist der erste schwere Sturm des Jahres am Mittwoch über Deutschland hinweggefegt. Das Schlimmste scheint überstanden zu sein. Doch noch gibt es Unwetter-Warnungen. Die aktuelle Lage hier im Liveticker.

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Aktuelle Unwetter-Warnungen des DWD – Stand 18:30 Uhr:

Unwetter-Warnungen des DWD Stand 18:30 Uhr: Warn-Stufe 1 (gelb), Warn-Stufe 2 (orange), Warn-Stufe 3 (rot), Warn-Stufe 4 (lila). Grün: keine (Vorab-)Warnung.

Aktuell sind nach DWD-Angaben folgende Warnungen in Kraft:

  • WIND/STURM/ORKANBÖEN: Gebietsweise 9 bis 10 auf der Beaufortskala aus West. An der Nordsee und im Bergland orkanartige Böen, im Bergland exponiert auch Orkanböen.
  • DAUERREGEN (UNWETTER): Im Schwarzwald ergiebiger Dauerregen, mit Regenpausen bis Freitagabend 70 bis 100, in Staulagen um 120 Liter pro Quadratmeter. In anderen Staulagen der Mittelgebirge markanter Dauerregen.
  • SCHNEE: Lagen oberhalb 600 bis 800 Meter im Süden an den Alpen und im Südosten Schneefall mit 1 bis 10 Zentimeter Neuschnee. Teilweise mit Verwehungen. Im Allgäu bis 15 Zentimeter Neuschnee.
  • GEWITTER: Gebietsweise mit teils schweren Sturmböen.

17:34 Uhr: Sturmtief "Burglind" wirft Windanlage um: In Niedersachsen ist eine Windkraftanlage umgestürzt. Menschen seien bei dem Vorfall in Volksdorf nicht verletzt worden, teilt Polizeisprecher Axel Bergmann mit. "Die Anlage stand in ausreichender Entfernung von Häusern, so waren keine Menschen gefährdet."

Auslöser sei vermutlich ein technischer Defekt gewesen. So habe sich die Anlage nicht in den Wind drehen können.

Nach ersten Erkenntnissen sei zunächst ein Rotorblatt abgebrochen. "Dann stürzte durch die Sturmbelastung der gesamte Turm um", so Bergmann.

Das Windrad sei rund 70 Meter hoch gewesen, hatten die "Schaumburger Nachrichten" zuvor über Twitter gemeldet.

17:31 Uhr: In Frankreich ist ein Mensch durch den Sturm ums Leben gekommen. Grund sei ein umgefallener Baum im Alpen-Skiort Morillon, bestätigt Zivilschutz-Sprecher Michaël Bernier.

Laut einer vorläufigen Bilanz wurden 15 weitere Personen verletzt, vier davon schwer. Bernier kann keine näheren Angaben zum Todesopfer machen. Nach einem Bericht des Senders BFMTV soll das Opfer zum Zeitpunkt des Unglücks Ski gefahren sein.

Landesweit zählte der Zivilschutz bis zum frühen Nachmittag 4.300 Einsätze wegen des Sturms. Dieser schnitt in Frankreich auch zahlreiche Haushalte vom Strom ab, weil oberirdische Leitungen beschädigt wurden.

Am frühen Nachmittag waren 225.000 Haushalte ohne Elektrizität, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Betroffen waren vor allem der Norden und Nordosten des Landes, auch in der Hauptstadtregion Île-de-France gab es Ausfälle. 2.500 Mitarbeiter seien im Einsatz, um die Versorgung wieder herzustellen.

In der Normandie und im Elsass war der regionale Zugverkehr am Vormittag als Vorsichtsmaßnahme unterbrochen.

Deutsche Bahn informiert über Ausfälle:

Durch das Sturmtief kommt es zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Hier informiert die Deutsche Bahn über den aktuellen Stand.

17:20 Uhr: Sturm behindert Bahnverkehr in Belgien: Der Sturm hat in Belgien Schäden und Verkehrsbehinderungen verursacht.

Auf den Strecken des Hochgeschwindigkeitszugs Thalys nach Amsterdam sowie nach Dortmund kam es zu deutlichen Verspätungen, wie die Betreibergesellschaft mitteilt.

Zwischen Brüssel und Paris wurde eine Verbindung wegen des schlechten Wetters gestrichen.

Im ganzen Land rückten Einsatzkräfte wegen des Sturms zu etlichen Hundert Einsätzen aus – umeist wegen umgestürzten Bäumen.

In der niederländischsprachigen Region Flandern wurden durch heftigen Wind einige Dächer abgedeckt, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die örtlichen Behörden berichtet.

In der Hauptstadt Brüssel war der Bahnverkehr ebenfalls stark beeinträchtigt.

17:00 Uhr: Der der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) warnt für die Nacht und den Donnerstag aufgrund anhaltender Regenfälle vor Überschwemmungen.Vor allem Franken ist betroffen.

Hochwassermeldestufe 3 gilt derzeit:

  • im Landkreis Bayreuth für den Weißen Main und die Warme Steinach
  • im Landkreis Wunsiedel für die Röslau bei Arzberg
  • in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels für die Steinach
  • für den Main in den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels

Warnstufe 3 bis 4 gibt es für die Itz bei Schenkenau im Landkreis Coburg.

15:45 Uhr: Wegen des heftigen Sturmes sind in den Niederlanden zum ersten Mal alle fünf Sturmflutwehre geschlossen worden. "Das hat es noch nie zuvor gegeben", twittert die Wasserbehörde.

Um Überschwemmungen bei extremem Hochwasser zu verhindern, wurden die massiven Wehre geschlossen.

Die "Oosterscheldekering" in der südwestlichen Provinz Zeeland ist das größte und bekannteste Wehr der Niederlande. Es ist neun Kilometer lang und wird bei Hochwasser ab drei Meter vorsorglich geschlossen. Zuletzt war das bei einem Herbststurm 2014 notwendig. Auch die großen Wehre an der Ijssel, der Maas und am Ijsselmeer wurden geschlossen.

Gut ein Drittel der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel. Bei Hochwasser drohen gut 60 Prozent des Landes überflutet werden. Dagegen soll ein ausgeklügeltes System von Deichen, Dämmen, Kanälen und den Sturmflutwehren schützen.

15:16 Uhr: Im Schweizer Skigebiet Pizol im Kanton St. Gallen sind nach Unwettern mehrere Bäume auf die Tragseile einer Bergbahn gestürzt.

Wie viele Menschen in den Gondeln festsitzen und ob es Verletzte gibt, ist bislang unklar, wie die Polizei mitteilt.

Helikopterflüge sind wegen des Sturmtiefs "Burglind" zunächst nicht möglich. Es würden Maßnahmen geprüft, wie die Wintersportler in Sicherheit gebracht werden könnten.

In der Schweiz hat das Sturmtief zahlreiche Bäume entwurzelt.

14:45 Uhr: Die Rückseite des Sturmtiefs "Burglind" zieht nun über den Westen und Norden Deutschlands.

Es werden bei den Sturmböen zwar keine Spitzenwerte wie am Morgen erwartet, dennoch gilt hier auch weiterhin erhöhte Vorsicht in der Nähe von Bäumen und Baugerüsten.

Auch Wälder sollten – selbst im Auto - gemieden werden. Eine weitere Gefahr geht von umherfliegenden Gegenständen aus.

14:00 Uhr: Schon in der Vergangenheit hat sich Wetter-Guru Jörg Kachelmann darüber echauffiert, dass Menschen bei Unwetter-Lagen durch Leichtsinn ums Leben kämen. Schließlich sei es nicht der Sturm, der oftmals töte, sondern der umstürzende Baum.

Kachelmann spottet über "typisch deutsch"

Seine Kritik am leichtsinnigen Verhalten mancher Menschen in extremen Wettersituationen hat Kachelmann nun passend zum Sturm "Burglind" erneuert. In einem bissigen Kommentar mit dem Titel "Überleben am 3. Januar im Westen und Süden – die deppensichere Fibel" (hier in voller Länge) schreibt er: Wenn irgendwo auf der Welt eine Person durch Hochwasser, eine Lawine, einen Erdrutsch oder einen umstürzenden Baum getötet werden würde, sei dies "fast immer in Deutscher".

Kachelmann wendet sich dann direkt an die Deutschen und erklärt: "Sie haben durch Jahrzehnte Bildungsnotstand Ihre natürlichen Instinkte verloren."

Und damit noch nicht genug, Kachelmann legt nach: "Sie haben seit dem Hochwasser 2002 den natürlichen Anspruch, dass der Staat Tag und Nacht dazu da ist, Sie zu schützen und zu entschädigen, wenn was passiert. Denn Sie zahlen ja gerne Steuern und finden Steuersenkungen etwa so wie Tempolimit", so Kachelmann.

"Deswegen haben Sie nicht nur einen Anspruch auf ungehemmte Raserei, sondern auch auf Waldspaziergänge und Alleenbummeln bei Orkan."

Eigenverantwortung, stichelt Kachelmann, sei was für Amerikaner. "Sie sind Deutscher und wollen rundum versorgt sein. Und sehen auf Ihre App, während der Baum auf Sie fällt, dieses Katwarn müsste das doch wissen und Ihnen sagen."

Und weil der Deutsche nun mal so denke, "sterben Sie bei popeligen Wurst-Unwettern wie die Fliegen".

Seine provokante Mahnung wider den Leichtsinn garniert Kachelmann mit dem Ratschlag: "Sie müssen sich also nur wenige Minuten konzentrieren, um zu überleben. Stellen Sie sich kurz vor, Sie wären kein Deutscher."

Vierschanzentournee: Quali trotz(t) "Burglind"

13:55 Uhr: Der zweite Trainingsdurchgang der Skispringer bei der Vierschanzentournee in Innsbruck ist am Mittwoch abgebrochen worden.

Nachdem sich das Training wegen starken Windes zunächst verschoben hatte, konnte der zweite Trainingsdurchgang nicht mehr pünktlich vor der Qualifikation fertiggesprungen werden.

Neben dem Wind machten den Veranstaltern auch Schneeregen und Nebel zu schaffen. Die Schanze auf dem Bergisel war aus der Stadt teilweise kaum noch zu erkennen.

Die Qualifikation sollte trotz Sturmtief "Burglind" plangemäß gestartet und durchgeführt werden.

13:50 Uhr: Aufgepasst in Sachsen! Dort kommt es gegenwärtig vermehrt zu Gewittern, berichtet "Kachelmannwetter".

13:30 Uhr: Weil uns Fragen dazu erreichen – und diese in der Tat nicht ganz unberechtigt sind: Wieso, weshalb, warum nur "Burglind"??? Der althochdeutsche Name ist nicht gerade geläufig und doch hat er im Kontext des ersten Sturms des Jahres 2018 tatsächlich eine Geschichte.

Sturmtief "Burglind" verdankt seinen Namen einer Berlinerin. Sie habe sich die Wetterpatenschaft für das zweite Tiefdruckgebiet dieses Jahres selbst geschenkt, sagte eine Mitarbeiterin des Instituts für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin am Mittwoch.

Das Institut der FU vergibt seit 1954 Namen für Hoch– und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. In diesem Jahr bekommen die Tiefs weibliche Namen, die Hochs männliche.

Begonnen wird am Jahresanfang immer mit "A". Dann geht es in alphabetischer Reihenfolge weiter. "Burglind" ist bereits das Tief "Alja" vorausgegangen. Das erste Hoch des Jahres wird "Adam" heißen.

Patenschaften für Hochdruckgebiete kosten den Angaben nach 299 Euro, bei den Tiefdruckgebieten sind es 199 Euro.

In diesem Jahr werden noch Namensgeber für Tiefdruckgebiete mit den Anfangsbuchstaben "Q" und "X" gesucht. Bei den Hochdruckgebieten sind noch Patenschaften mit den Anfangsbuchstaben "Q", "X", "Y" und "Z" zu haben.

Deutsche Bahn informiert über Sturm-Störungen

13:20 Uhr: Nach Sturm "Burglind" gibt es im Fern– wie auch Nahverkehr der Deutschen Bahn regional Einschränkungen durch Streckensperrungen. Welche Verbindungen betroffen sind erfahren Sie HIER.

13:10 Uhr: Im Moment sind die Einsatzkräfte in den betroffenen Bundesländern zwar noch mit Aufräum– und Bergungsarbeiten beschäftigt, dennoch sollte sich die Lage nun zusehends entspannen.

Für den Westen Deutschlands sowie den Norden könnte es am Nachmittag nochmals ungemütlich werden, wenn die Rückseite des Sturmtiefs vorüberzieht. Die Intensität vom Morgen soll dabei aber nicht erreicht werden.

12:45 Uhr: Es kam aus Westen und brachte orkanartige Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde: Sturmtief "Burglind" ist am Mittwoch mit Wucht auf mehrere Bundesländer getroffen.

Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten am Morgen etwa in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern den Verkehr.

12:30 Uhr: Nach dem Sturm ist vor dem Hochwasser. "Der Sturm lässt zum Nachmittag und Abend hin langsam nach, der Regen aber nicht", meint Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

"Den bekommt der Südwesten vor allen Dingen morgen und am Freitag ab. Dann kann es in Teilen vom Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern zum Teil sehr stark regnen. Am Oberrhein wird weiterhin ein markantes Hochwasser berechnet."

Lkw rast in alte Kapelle – Unfallursache Sturm?

12:25: Ein Lastwagen ist bei Horstmar (Nordrhein-Westfalen) in die 250 Jahre alte Antoniuskapelle gefahren. Die Kapelle ist einsturzgefährdet.

Nach dem Anstieg auf den Berg kam der Sattelzug von der Fahrbahn ab, fuhr über den Grünbereich und stieß dann gegen die Antoniuskapelle.

Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Geprüft wird auch, ob eine Sturmböe den Lkw von der Spur abgebracht haben könnte.

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Sturm "Burglind" fegt übers Land

Am Mittwoch erreicht Deutschland der erste schwere Wintersturm 2018. Das Orkantief hat in einigen Teilen Deutschlands Schäden verursacht.

Vierschanzentournee: Innsbruck vom Winde verweht

12:20 Uhr: Das erste Training der Skispringer bei der Vierschanzentournee in Innsbruck ist am Mittwoch trotz starker Winde mit 30 Minuten Verzögerung gestartet worden.

Der Österreicher Clemens Leitner aus der nationalen Gruppe ging wie geplant um 12:15 Uhr als erster Athlet von der Bergisel-Schanze.

Ob die für 14:00 Uhr geplante Qualifikation für das Bergisel-Springen an diesem Donnerstag stattfinden kann, war zunächst unklar. Rund um die Schanze in Tirol herrschten am Vormittag starke Winde.

Für den Nachmittag waren gar orkanartige Böen vorhergesagt. Durch das Sturmtief "Burglind", das sich derzeit über Süddeutschland und Österreich ausbreitet, sieht es auch für Donnerstag nicht gut aus.

Dem Qualifikations-Springen droht damit eine weitere Verschiebung.

(mit dpa)

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