Für manche Orte in Baden-Württemberg und Bayern war das Unwetter der vergangenen Nacht eine Heimsuchung. Inzwischen hat der Deutsche Wetterdienst Gründe für die extremen Überschwemmungen genannt und vor weiteren Gewittern gewarnt. Wir haben für Sie die Chronologie der letzten Stunden im Überblick.

  • 15:51 Uhr: Trotz Regenfluten zum Schluss: Frühling 2016 fast überall zu trocken
  • 13:36 Uhr: Opfer in Schwäbisch Gmünd geborgen
  • 12:59 Uhr: Fast 100 Liter pro Quadratmeter in zwölf Stunden

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16:46 Uhr: Mit dieser Meldung verabschieden wir uns mit dem Ticker zu den Unwettern in Deutschland. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im Laufe des Tages auf unserer Seite.

16:45 Uhr: Das Unwetter-Opfer von Weißbach ist nach Angaben der Polizei nicht in einer Tiefgarage ums Leben gekommen, sondern im Keller eines Mehrfamilienhauses.

Der 62-Jährige sei am Sonntagabend von den "in Sekundenschnelle eintretenden Wassermassen" überrascht worden, teilte die Polizei mit.

Weitere Mitbewohner, die ebenfalls im Keller waren, hätten sich in letzter Sekunde retten können. Zunächst war das Alter des Mannes mit 60 Jahren angegeben worden.

16:28 Uhr: Die Unwetter trafen vor allem bayerische und baden-württembergische Orte schwer. Ein Überblick:

  • Vier Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann bei einem Rettungsversuch.
  • In Sankt Englmar in Bayern wurde eine Frau von einem Blitz getroffen und dabei leicht verletzt.
  • Allein in Baden-Württemberg rückten rund 7.000 Helfer zu mehr als 2.200 Einsätzen aus. In Niederbayern gingen mehr als 300 Notrufe ein, in Unterfranken mehr als 85.
  • 65 Liter Regen fielen in nur einer Stunde in Hohenthann zwischen Landshut und Regensburg. Das entspricht etwa 70 Prozent der normalen Regenmenge für Bayern im gesamten Mai.
  • Mehrere Verkehrswege wurden überflutet und gesperrt, darunter die Autobahn 93 in der Nähe von Regensburg und die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach.
  • Teilweise drei- bis sechsmal so viel Wasser wie üblich führen die großen Neckar-Zuflüsse wegen des Regens. Die Schifffahrt wurde deshalb am Montag eingestellt.

Trotz Regenfluten zum Schluss: Frühling 2016 fast überall zu trocken

15:51 Uhr: Tief "Elvira" hat zum Schluss dem Süden wahre Regenfluten gebracht - aber unter dem Strich war das Frühjahr in Deutschland zu trocken. In den Monaten März, April und Mai - sie umfassen den meteorologischen Frühling - fielen im bundesweiten Schnitt rund 167 Liter Regen pro Quadratmeter.

In diesen Gegenden ist die Gefahr weiterhin nicht gebannt.

Das entspreche 90 Prozent des vieljährigen Mittelwerts, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer vorläufigen Bilanz mit.

Fast überall fiel zu wenig Regen, nur in Baden-Württemberg und dem Saarland regnete es mehr als sonst.

Im südlichen Schwarzwald sei in den drei Monaten mit etwa 540 Litern pro Quadratmeter der meiste Niederschlag gefallen.

Gundelsheim nördlich von Heilbronn habe mit 122,1 Litern pro Quadratmeter am Sonntag (29. Mai) die bundesweit höchste Tagessumme gemeldet.

In Vorpommern dagegen seien im gesamten Frühling örtlich kaum 50 Liter Regen pro Quadratmeter zusammengekommen.

15:36 Uhr: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat Zitate zu den schweren Unwettern gesammelt:

  • "Das ist ein Ort der Verwüstung." (Ein Feuerwehrmann aus dem fränkischen Sondernohe)
  • "Chaos, einfach Chaos." (Eine Anwohnerin aus dem schwer betroffenen Ort Braunsbach in Baden-Württemberg)
  • "Schließen Sie alle Fenster und Türen. (...) Sichern Sie Gegenstände im Freien. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!" (Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer Unwetterwarnung für Teile Nordrhein-Westfalens)
  • "Es war ein reißender Bach in der Ortsmitte. Es hat sich in die Seele der Menschen eingebrannt." (Michael Knaus, erster Landesbeamter im Landkreis Schwäbisch Hall, in dem schwer betroffenen Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs)
  • "Ich bedauere die tragischen Todesfälle in Schwäbisch Gmünd, Schorndorf und Weißbach zutiefst und spreche den Angehörigen der Opfer unser tiefes Mitgefühl aus." (Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne))
  • "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus." (Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) nach dem Unwetter im Südwesten)

15:13 Uhr: In Deutschland muss in den nächsten Tagen überall noch mit Gewittern gerechnet werden - aber das Unwetterpotenzial sinkt. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erwarten für Dienstag zunächst eine Beruhigung der Lage.

Gewittertief "Elvira", das für gewaltige Regenmassen vor allem im Südwesten verantwortlich war, zieht nach Westen ab. Im Südwesten und Westen werde es am Dienstag wohl trocken bleiben, der Nordosten und der Südosten bekommen aber noch einige Gewitter ab.

14:25 Uhr: Auch heute besteht in weiten Teilen Deutschlands wieder die Gefahr von Unwettern. Mit unserer Vorhersage wissen Sie Bescheid. Und sollte es Sie doch erwischen, haben wir hier noch einige Tipps zum richtigen Verhalten bei einem Gewitter.

14:01 Uhr: Frank Harsch, der Bürgermeister von Braunsbach, hat sich gegenüber der "Tagesschau" zu seinen Eindrücken der vergangenen Nacht geäußert. Der Politiker ist sichtlich gezeichnet aufgrund der "Naturgewalten in diesem Ausmaß".

Opfer in Schwäbisch Gmünd geborgen

13:36 Uhr: Die beiden in Schwäbisch Gmünd vermissten Männer sind tot geborgen worden. Ihre Leichen wurden am Mittag in einem Kanalschacht gefunden, wie die Polizei mitteilte.

Ein 21-Jähriger aus Schwäbisch Gmünd sei am Sonntagabend in einer Bahnunterführung von Wassermassen umgeworfen und in den Schacht gezogen worden. Beim Versuch, dem Verunglückten zu helfen und ihn aus dem Schacht zu befreien, sei ein 38 Jahre alter Feuerwehrmann ebenfalls hineingezogen worden.

13:18 Uhr: Bereits am Samstag hatte ein Gewitter für schlimme Schlagzeilen gesorgt, als ein Blitz nach dem Abpfiff eines Fußballspiels von zwei E-Jugend-Mannschaften im westpfälzischen Hoppstädten 29 Kinder und vier Erwachsene verletzt hatte.

Inzwischen geht es den Opfern besser: "Nach unserem Stand konnten die Kinder gestern im Laufe des Tages alle entlassen werden", sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Einige würden zum Teil ambulant noch weiterbehandelt. Die Erwachsenen, von denen drei schwer verletzt wurden und einer leichte Blessuren erlitten hatte, sind den Angaben zufolge ebenfalls auf dem Weg der Besserung.

Am schwersten hatte es einen 45 Jahre alten Betreuer getroffen, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hatte. Er wurde von Ersthelfern wiederbelebt. Auch der Schiedsrichter und zwei weitere Männer wurden verletzt.

13:07 Uhr: Bundesjustizminister Heiko Maas hat sich via Twitter zu Wort gemeldet und sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedankt, die seit gestern Abend gegen die Auswirkungen der schlimmen Unwetter ankämpfen. Angesichts der erschreckenden Bilder aus den betroffenen Gebieten kann man sich dieser Botschaft nur anschließen.

Fast 100 Liter pro Quadratmeter in zwölf Stunden

12:59 Uhr: Innerhalb von zwölf Stunden - von Sonntagabend 18:00 Uhr bis Montagfrüh 06:00 Uhr - seien in Kirchberg-Herboldshausen an der Jagst östlich von Heilbronn 93 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Örtlich dürften die Mengen noch höher gewesen sein.

Die größte in einer Stunde gemessene Niederschlagsmenge im DWD-Messnetz fiel in Hohenthann etwa 70 Kilometer nordöstlich von München. Von 20:00 Uhr bis 21:00 Uhr prasselten dort 65 Liter auf den Quadratmeter herunter. Zum Vergleich: Der Monats-Durchschnitt für Mai beträgt für Bayern 90 Liter pro Quadratmeter, für Baden-Württemberg 96 Liter pro Quadratmeter.

12:38 Uhr: Das Internet ist voll von Videos der Katastrophe. Und viele bestätigen eine Vermutung: Die Gemeinde Braunsbach hat es besonders schlimm erwischt:

12:26 Uhr: Das langsame Weiterziehen der Gewitter war laut Experten hauptverantwortlich für die extremen Überschwemmungen in Süddeutschland. Von extremen Wetterlagen sprach Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD): "Das Ungewöhnliche gestern war, dass wir in einer relativ druckschwachen Situation waren."

Die Gewitter seien deshalb nur sehr langsam weitergezogen. "Dementsprechend lagen die intensiven Niederschläge relativ lange über den gleichen Gebieten." In einigen Gebieten habe es bis zum Morgen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. "Das ist schon eine außergewöhnliche Situation."

12:08 Uhr: Glück im Unglück: Das Auto dieses Pärchens fällt in Oberhausen den Fluten zum Opfer. Sich selbst können die beiden aber aus eigener Kraft in Sicherheit bringen.

Gefahr im Süden vorbei - Wo drohen weiter Unwetter?

11:55 Uhr: Die Unwettergefahr im Süden ist vorerst vorbei, die Gewitter haben sich nach Westen und Norden verlagert. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Montagmittag nirgends vor Unwettern, es gab allerdings Vorwarnungen:

  • Für den Westen galten am Vormittag Warnungen der Stufe zwei auf der vierteiligen Warn-Skala vor Gewittern mit Starkregen und Windböen mit Geschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde. Das traf für weite Teile Nordrhein-Westfalens zu.
  • Für den Nordwesten, Norden und Osten - Niedersachsen, das südliche Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg - galten Vorwarnungen vor schweren Gewittern für den Nachmittag und die Nacht zum Dienstag.
  • Fast die gesamte Südhälfte Deutschlands - Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und der Südwesten Sachsens - war am Montagmittag auf der DWD-Warnkarte grün eingefärbt - das bedeutet "keine Warnungen". Ausgenommen war nur der äußerste Südwesten Baden-Württembergs. Dort warnte der DWD vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 85 Kilometern pro Stunde in Regionen oberhalb von 1.000 Metern.

11:47 Uhr: Dieser Bericht des "ARD Morgenmagazins" zeigt unglaubliche Aufnahmen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Der Kampf gegen die Fluten sowie Aufräumarbeiten werden Feuerwehrleute in der ganzen Bundesrepublik wohl noch lange beschäftigen.

Unwetter legt Audi-Werk lahm

11:38 Uhr: Das Unwetter hat auch Teile des Audi-Werks in Neckarsulm bei Heilbronn unter Wasser gesetzt. "Aufgrund der Situation kann in der Frühschicht nicht produziert werden", sagte eine Unternehmenssprecherin.

11:25 Uhr: Diese Animation der Kollegen vom ZDF zeigt den Weg, den die Unwetterfront in den letzten 48 Stunden eingeschlagen hat.

Opfer von Schwäbisch Gmünd noch nicht geborgen

11:17 Uhr: Die Polizei sucht noch nach den zwei Unwetter-Opfern von Schwäbisch Gmünd. Man wolle mit einem Bergungsversuch nicht noch weitere Menschen in Gefahr bringen, hieß es beim Lagezentrum des Innenministeriums. Laut Polizei wurde am Sonntagabend ein Mann in einer Bahnunterführung durch Wassermassen in einen Kanalschacht gezogen. Beim Versuch, ihm zu helfen und ihn aus dem Schacht zu befreien, wurde auch ein Feuerwehrmann hineingezogen.

Beide Männer sind seither vermisst. "Nach menschlichem Ermessen sind beide tot", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart am Vormittag über die Gmünder Opfer. Hundertprozentige Gewissheit habe man erst, wenn die beiden Leichen geborgen seien - dies sei bisher aber nicht möglich gewesen.

11:13 Uhr: Die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten sind in vollem Gange. Von einer Entspannung der Lage kann bisher aber keine Rede sein. Der Deutsche Wetterdienst rät weiterhin zu Wachsamkeit:

Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe erwartet

11:07 Uhr: Die SV Versicherung rechnet nach den Unwettern im Land mit Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe. Es dürften mindestens Schäden im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anfallen, sagte ein Sprecher der Versicherung am Montag in Stuttgart.

Derzeit trudelten aber erst die ersten Schadensmeldungen ein. Am Dienstag könne man voraussichtlich konkrete Zahlen nennen.

11:03 Uhr: Die Unwetter wollen kein Ende nehmen. Nun hat der Deutsche Wetterdienst auch für Niedersachsen eine offizielle Warnung veröffentlicht.

"Wo genau das kommen wird, lässt sich vorab schwer sagen", sagte Diplom-Meteorologe Martin Jonas vom DWD. So extrem wie am Sonntag in Süddeutschland werde es aber wohl nicht werden.

10:56 Uhr: In Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. Allein das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ulm meldete, dass es zwischen 16:15 Uhr und 21:00 Uhr am Sonntag 490 Notrufe gegeben habe. Viele Straßen und Ortsdurchfahrten seien gesperrt, sagte Polizeiführer Hagen Guderlei. Hunderte Bürger seien auf den Polizeinotruf 110 ausgewichen, weil unter dem Notruf 112 kein Durchkommen gewesen sei.

"Der Sachschaden wird immens", sagte Guderlei. Die Autobahn 7 im Kreis Heidenheim zwischen Giengen und Oberkochen sei wegen großer Hagelkörner, die bis zum Knöchel reichten, vier Stunden lang gesperrt gewesen. Die Autobahnmeisterei musste Schneepflüge einsetzen.

Schockierende Bilder aus der Unwetter-Nacht

10:51 Uhr: In einer Bildergalerie haben wir einige Aufnahmen zusammengestellt, die verdeutlichen, mit welcher Wucht die Unwetter gestern Abend über Süddeutschland hereinbrachen:

10:33 Uhr: Die Schifffahrt auf dem Neckar ist wegen des "katastrophalen Hochwassers" in den Nebenflüssen am Montag eingestellt worden. Die drei größten Zuflüsse Kocher, Enz und Jagst führten teilweise die drei- bis sechsfache Wassermenge, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts in Stuttgart.

Es herrschten hoher Wellengang und stellenweise gefährliche Strömungen an den Zuläufen, somit könnten auf dem Neckar wohl bis Mittwoch keine Schiffe fahren. Angesichts solcher Aufnahmen des Flusses kommt diese Meldung nicht sonderlich überraschend:

Wasserstände werden wohl weiter steigen

10:17 Uhr: Besonders vom Hochwasser betroffen sind nach Behördenangaben die südöstlichen Zuflüsse zur Donau und die östlichen Zuflüsse zum Neckar (Fils, Rems, Kocher, Jagst). Teils stieg der Wasserstand um bis zu drei Meter an. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Hochwasseropfer sein Mitgefühl aus: "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus."

Mädchen sucht Schutz vor Regen und wird von Zug erfasst

09:26 Uhr: Unter einer Bahnbrücke bei Schorndorf in Baden-Württemberg ist am Sonntagabend eine 13-Jährige von einem Zug erfasst und getötet worden - sie hatte dort Schutz vor dem Regen gesucht.

Das Mädchen war zusammen mit einem Zwölfjährigen auf dem Heimweg und geriet wohl zu nah an die Gleise, wie die Polizei in Aalen am Montag mitteilte. Dem Jungen passierte nichts, er musste aber psychologisch betreut werden.

Schweres Unwetter auch in Rheinland-Pfalz

08:48 Uhr: Starker Regen hat in Rheinland-Pfalz zu Straßensperren, Erdrutschen und zahlreichen Einsätzen der Rettungskräfte geführt. Betroffen war vor allem das Mittelrheintal, besonders das Gebiet um Kestert südlich von Koblenz. Dort wurden auf der Bundesstraße 42 vier Autofahrer von Wasser und Geröll überrascht und nach Angaben der Polizei in Koblenz kurzzeitig eingeschlossen.

Verletzt wurde bei dem Unwetter niemand. Zwar habe auch andernorts in Rheinland-Pfalz Wasser teils kniehoch gestanden, nennenswerte Schäden habe es aber vor allem im Mittelrheintal gegeben, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Mainz am Montagmorgen.

08:32 Uhr: Ein starkes Unwetter hat auch in Teilen Nordrhein-Westfalens den Start in die Woche verdüstert. Während die Regenwolken am frühen Morgen noch weitgehend folgenlos über die meisten Regionen des Bundeslands hinwegzogen, warnte der Deutsche Wetterdienst vor heftigem Regen im Hochsauerland und im Kreis Olpe.

Es seien Niederschlagsmengen zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter möglich, hieß es am Montagmorgen. Die Meteorologen warnten vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis Windstärke 8 und Hagel. "Schließen Sie alle Fenster und Türen", empfahl der Wetterdienst. "Sichern Sie Gegenstände im Freien. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!"

Bahnverkehr stark beeinträchtigt

07:30 Uhr: Nach den schweren Unwettern ist die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach vorübergehend gesperrt. Die Gleise seien vom Regen unterspült worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montag.

Wann die Schäden beseitigt sein würden, war am Morgen noch nicht absehbar. Der Fernverkehr werde vorerst über Fürth umgeleitet und der Nahverkehr mit Bussen ersetzt.

06:54 Uhr: Allein in Baden-Württemberg sind rund 7.000 Helfer zu mehr als 2.200 Einsätzen gerufen worden. Die Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Polizei seien im Dauereinsatz, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Stuttgart am Montagmorgen mit.

Der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, sagte am frühen Morgen, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten.

Schwere Unwetter wüten über Süddeutschland

06:19 Uhr: Besonders betroffen von den Wassermassen war am Sonntagabend der kleine Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs. Dort war nach heftigen Regenfällen ein Fluss über die Ufer getreten. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Dieses Video wurde bei Facebook gepostet und zeigt die Ausmaße der Katastrophe:

06:06 Uhr: Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd starb laut Stadtverwaltung ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen Menschen zu retten, der letztlich nur noch tot geborgen werden konnte.

Zuvor hatte die Polizei den Tod eines 60-Jährigen in einer überfluteten Tiefgarage in Weißbach im Hohenlohekreis gemeldet. Das Lagezentrum in Stuttgart bildete einen Krisenstab und bestätigte ferner mehrere Verletzte. Auch in Bayern - in der Region Ansbach und Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch - richteten Unwetter in der Nacht zum Montag massive Schäden an.

Mit Material von dpa und afp