• Am Wochenende geht Mick Schumachers erste Formel-1-Saison zu Ende.
  • Für Schumacher stand in den vergangenen Monaten vor allem der Spaß im Mittelpunkt, für die neue Saison haben er und sein Team sich jedoch einiges vorgenommen.
  • Im Interview erzählt er außerdem, was er Frauen in der Formel 1 zutraut und wie er mit der Möglichkeit umgeht, dass Hamilton am Wochenende Michael Schumachers Rekord knacken könnte.
Ein Interview

Es war Ihre erste Saison in der Formel 1. Können Sie drei Worte nennen, die die Saison am besten für Sie beschreiben?

Mick Schumacher: Ich glaube, dass da drei Worte nicht ganz reichen werden. Aber insgesamt hatten wir eine stetige Verbesserung im ganzen Jahr. Wir haben den Trend, den wir Anfang des Jahres angepeilt hatten, immer beibehalten. Es war sehr lehrreich. Es war schön zu sehen, dass die Lernphase am Anfang des Jahres extrem stark war, aber auch im Saisonverlauf nicht abgenommen hat. Und ich hatte viel Spaß! Das ist ein großer Faktor und auch ein Grund, warum es so gut lief. Ich freue mich wirklich jeden Morgen auf die Strecke zu kommen.

Sie haben es bereits gesagt: Der Trend zeigt nach oben, entsprechend werden auch die Erwartungen an Sie in der neuen Saison steigen. Fühlen Sie sich dafür gewappnet und wie sehen Ihre eigenen Erwartungen aus?

Ich glaube schon, dass wir dafür gewappnet sind. Wir werden in der neuen Saison ein Auto haben, an dem schon viel früher und sehr intensiv gearbeitet wurde. Außerdem wurde das Geld reingesteckt, das wir dieses Jahr nicht benutzt haben. Das gibt uns hoffentlich dann einen Vorsprung gegenüber den anderen Teams, vor allem den kleineren Teams. Davon erhoffen wir uns natürlich sehr viel.

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Sollte Lewis Hamilton am Wochenende Weltmeister werden, wäre er alleiniger Rekordhalter (8) und überholt Ihren Vater. Bernie Ecclestone sagte unlängst, ihn habe es gewundert, dass Hamilton nicht zurückgetreten sei, um nicht mehr Titel als Ihr Vater zu gewinnen. Was halten Sie von solchen Überlegungen?

Ich konzentriere mich da nicht besonders drauf. Ich bin sehr viel mit mir selbst beschäftigt. Ich glaube, dass es irgendwann sowieso so kommen wird und ich da recht wenig dagegen machen kann.

Die Formel 1 geht bald in ihre 73. Saison. Noch immer wird sie von Männern dominiert. Wäre es Ihrer Meinung nicht auch mal Zeit, mehr Frauen eine Chance zu geben?

Ich glaube, dass es so wenige oder keine Frauen in die Formel 1 schaffen, liegt im Endeffekt daran, dass einfach wenig Frauen „durchkommen“. Also im Sinne von, dass sie erstmal in den GoKart reinkommen. Und weil das schon so wenige weibliche Talente sind, schaffen es noch weniger bis ganz nach oben. Ich glaube aber schon, dass eine Frau genauso wie ein Mann hier erfolgreich sein kann. Inzwischen gibt es ja auch viele Initiativen, in denen Frauen unterstützt werden und dann hoffentlich irgendwann auch mal Teil der Formel 1 sein werden.

Sophia Flörsch gilt da ja z.B. als deutsches Talent. Haben Sie sich schon mal mit ihr ausgetauscht?

Wir sind früher mal gegeneinander gefahren, aber auch nicht mehr.

Bald steht Weihnachten vor der Tür: Freuen Sie sich schon auf die Feiertage, mal ein bisschen zur Ruhe kommen – oder sind Sie eher jemand, der Hummeln im Hintern hat und gleich wieder auf die Strecke möchte?

Am liebsten würde ich tatsächlich die ganze Zeit durchfahren. Aber ich glaube, dass es für alle Involvierten schön ist, auch mal ein paar Tage freizuhaben, die Batterien wieder aufzuladen, bevor es nächsten Jahr dann wirklich um die Wurst geht, wo wirklich alle motiviert und ready sein müssen für dieses lange Jahr, das uns da bevorsteht.

Steht bei Ihnen irgendetwas besonders auf dem Wunschzettel?

Nicht wirklich.

Bevor es in die Pause geht, bewegt Formel-1-Fans aber natürlich gerade nur eine Frage: Wer wird am Wochenende Weltmeister?

Schwierig zu sagen. Ich glaube, ich bin da auch die falsche Adresse, weil ich mich so sehr auf mich selbst konzentriert habe die ganze Zeit und versucht habe, alles in Ordnung zu halten. Am Ende wird wahrscheinlich derjenige gewinnen, der vor dem anderen ins Ziel kommt.

Kriegt man diesen Titelkampf zwischen Hamilton und Verstappen als Fahrer auf der Strecke eigentlich mit?

Wenn ich selbst fahre, dann ist das natürlich sehr schwierig zu sehen, was da um mich herum passiert. Kürzlich in Dschidda, wo ich leider nicht mitfahren konnte, konnte ich es natürlich mitverfolgen, aber sonst nicht.

Haben Sie die Hoffnung, dass dieses spannende Saisonfinale der Formel 1 einen Boost geben kann, sodass das Interesse für die neue Saison vielleicht auch wieder steigt?

Ich glaube, dass der Trend da ohnehin nach oben zeigt. Im nächsten Jahr sollten noch mehr Leute um die Meisterschaft fahren können. Dadurch wird es umso spannender hoffentlich. Ich glaube, dass das Interesse dann natürlich nochmal größer wird.