Noch vor wenigen Tagen wirkte beim FC Bayern alles sehr harmonisch. Die Spieler arbeiteten hart im Trainingslager, der neue Sportdirektor Matthias Sammer und Präsident Uli Hoeneß verstanden sich prächtig. Die Vorbereitung lief gut für den Rekordmeister. Doch je näher die neue Bundesligaspielzeit rückt, desto unruhiger wird es an der Säbener Straße.

Nach Hoeneß‘ Kritik an Mario Gomez und dem darauffolgenden Streit zwischen Sammer und seinem Präsidenten liegen die Nerven in München scheinbar weiterhin blank. Jüngstes Beispiel: Im Training geraten der designierte Abwehrchef Holger Badstuber und Nachwuchstalent Emre Can aneinander. Wie "az-online" berichtet, griff Badstuber Can nach einem kurzen Wortgefecht sogar an die Gurgel. Kapitän Philipp Lahm und Franck Ribery mussten die Streithähne trennen.

Trainer Jupp Heynckes jedoch scheint größere Sorgen zu haben als derartige Rangeleien. Er überließ es seinen Co-Trainer Peter Hermann mit den Kontrahenten Badstuber und Can zu reden. Beide beruhigten sich relativ schnell wieder.

Da dürfte die lange Verletztenliste der Bayern wesentlich schwerer auf den Schultern des Trainers lasten. Mario Gomez wird den Saisonstart auf jeden Fall verpassen. Zumindest hat sich so die Diskussion um die Qualität des Stürmers vorerst erledigt. Heynckes muss nun auf Neuzugang Mario Mandzukic setzen. Sollte der sich jedoch auch verletzen, haben die Bayern ein richtiges Problem. Denn auch Claudio Pizarro ist nicht fit. Er plagt sich mit Hüftproblemen.

Größtes Sorgenkind ist jedoch weiterhin die Abwehr, die den Ausfall von Alaba, Rafinha und Contento verkraften muss. Can, der eigentlich im defensiven Mittelfeld spielt, täte also gut daran, sich mit Badstuber zu vertragen. Es könnte sein, dass der junge Deutsch-Türke bald neben ihm in der Abwehr aushelfen muss. (mac)