Torsten Lieberknecht spricht die Sprache der Liebe und der VfB Stuttgart nimmt es mit Ostern ganz genau. Außerdem spielt Marwin Hitz in einer Liga mit Weltmeistern und wir trauen uns endlich wieder in dunkle Gassen. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen Lehren aus dem jeweiligen Spieltag der Bundesliga.

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1. Erkenntnis: Torsten Lieberknecht erweicht unsere Herzen

Manchmal gibt es Tage, da muss man sich über die kleinen Dinge des Lebens freuen. So einen Tag erlebte Pep Guardiola, der Trainer des FC Bayern München, am Samstag. Und es gibt Menschen, die genau für diese kleinen Freuden sorgen. Und so ein Mensch ist – nach unserer neuesten Erkenntnis - Torsten Lieberknecht, der Trainer von Eintracht Braunschweig.

Die Bayern hatten sich gegen Braunschweig (mal wieder) nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Gewonnen, ja das schon. Aber bei Weitem nicht so souverän (Bravo an die großartig kämpfenden Braunschweiger an dieser Stelle) wie man sich das vielleicht vorgestellt hatte. Und weil das nicht das erste Mal in den vergangenen Wochen vorgekommen ist, ergibt das schon eine mittlere bis schwere Sinnkrise beim Deutschen Meister. Vor allem weil am Mittwoch Real Madrid in der Champions League wartet. Pep Guardiola brauchte also nach dem Spiel dringend Aufmunterung. Und die brachte ihm ausgerechnet der gegnerische Trainer.

Sebastian Rode
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Kurz vor Ende der Pressekonferenz nach dem Spiel meldete sich Lieberknecht noch einmal zu Wort. Er trug einen Satz vor, der unsere Herzen zu einer honigähnlichen Masse erweichen und uns wieder an das Gute im Menschen glauben lässt. "Mucha suerte para el partido en el Bernabeu, querido Pep", sagte Lieberknecht in fast fließendem Spanisch. "Viel Glück bei dem Spiel im Bernabeu, lieber Pep" heißt das auf Deutsch. Der Braunschweig-Trainer hatte es extra einstudiert.

Wie unglaublich nett ist das denn? Von wegen hartes Fußball-Geschäft! Wenn es darauf ankommt, dann ist so jemand wie Lieberknecht einfach mal da, studiert so einen Satz ein, sagt ihn auf und es menschelt wieder in der Bundesliga. Das hätten wir gerne öfter.

2. Erkenntnis: VfB Stuttgart legt die erfolgreichste Eiersuche hin

Damit wir uns richtig verstehen: Wir wissen schon, warum Ostern gefeiert wird. Die Auferstehung Jesu Christi ist eines der wichtigsten Daten im Kirchenkalender. Wir haben im Religionsunterricht aufgepasst. Aber für unser leicht kindliches Gemüt ist die Eiersuche ein äußerst wichtiger Bestandteil dieses Feiertags. Das sehen die Spieler des VfB Stuttgart offenbar ähnlich. Denn Martin Harnik und Co. haben gemäß des Oliver Kahn'schen Osterspruches "Eier! Wir brauchen Eier!" am Ostersonntagsmorgen in voller Konzentration nach eben diesen gesucht. Und was soll man sagen? Sie haben sie gefunden. Die Freude über dieses, wir sagen jetzt einfach mal Osterwunder, hat sich gleich in einem 3:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 und einem netten Abstand auf die fiesen Abstiegsplätze niedergeschlagen. Und wir ziehen die Lehre: Ab und zu braucht man im Abstiegskampf einfach ein paar Eier.

3. Erkenntnis: The Strahlemann is back

Ja hoppla. Da hatten wir doch glatt kurze Zeit Angst, Jürgen Klopp in einer dunklen Gasse zu begegnen. Aus Furcht, dass er uns für einen vierten Offiziellen oder ZDF-Moderator Jochen Breyer halten könnte. Der war aber auch grantig, der BVB-Trainer, als es mal kurz nicht so lief für Borussia Dortmund. Unter den neuen Umständen würden wir uns sogar freuen, wenn wir Jürgen Klopp irgendwo begegnen würden. Dann würden wir ein kurzes Bier mit ihm trinken und es wäre sicher lustig. Plötzlich ist Klopp sogar süßer als ein Lolli. Kurzum: The Strahlemann is back!

Endlich. Jürgen Klopp ist wieder so, wie wir kennen und mögen. Vom Spiel seiner Mannschaft so erfüllt, dass er mit Superlativen nur so um sich wirft und in der Pressekonferenz nach dem 4:2-Spiel gegen den FSV Mainz 05 vom "riesengroßen Spaß" schwadroniert. Und dass er mit Wörtern wie "herausragend gut" und "stark" wieder etwas inflationärer umgeht.

Es ist aber auch sehr schön, dass Borussia Dortmund in der nächsten Saison wieder Champions League spielen wird. Glückwunsch dazu! Da kann man schon mal strahlen. Und den strahlenden Klopp hätten wir auch gerne den Rest der Saison. Vor allem damit wir uns nicht ständig von dunklen Gassen fernhalten müssen.

4. Erkenntnis: Marwin Hitz ist ein Sprachgenie

Den geistreichsten Spruch des 31. Spieltags lieferte der Torhüter des FC Augsburg, Marwin Hitz. Der haute nach dem mittelmäßigen Spiel gegen Hertha BSC die schönste Tautologie seit viel zu Langem heraus: "So lange es um was geht, geht’s um was." Damit beweist der Schweizer zwei Dinge: Erstens, dass wir aus dem Deutschunterricht doch einiges mitgenommen haben – also zumindest, was eine Tautologie ist. Und zweitens, dass Hitz durchaus in einer Liga mit Andreas Brehme ("Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß"), Andreas Möller ("Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl") und Thomas Hässler ("Ich bin körperlich und physisch topfit") spielen kann. Also rein rhetorisch zumindest.