Im Ruhrpott-Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund wollen Kevin-Prince Boateng und Kevin Großkreutz den Fans ihre Liebe beweisen. Der FC Bayern München hat mit Hertha BSC Berlin einen minimal besseren Gegner als mit Viktoria Pilsen zu Gast und Nürnbergs neuer Trainer Gertjan "Rod Richard" Verbeek will gegen den VfB Stuttgart ein "eigenes Gesicht" zeigen. Die etwas andere Vorschau zum 10. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Hertha als die Champions League?

Bevor wir uns mit der Bundesliga beschäftigen, blicken wir noch einmal kurz zurück und fragen uns: Muss die Uefa den Modus für ihren Elite-Wettbewerb überdenken? Am Mittwoch traf der deutsche auf den tschechischen Meister. In dieser Champions League. Auch tituliert als Königsklasse. Und dann? 5:0! Mal eben so. 5:0! Selbst mit ein paar Pilsen intus hätten die Bayern diesen Gegner rund gemacht. Das ist für uns Zuschauer doch irgendwie langweilig und blöd.

Wir fordern ernstzunehmende Kontrahenten für die Bayern! So wie jetzt die Berliner. Die kommen als Tabellenvierter in die Allianz-Arena! Voll auf dem Weg Richtung Champions League. Obwohl, sind wir mal ehrlich: Viel Hertha als Pilsen wird diese Nummer für die Bayern wahrscheinlich auch nicht.

Kießling, überrasche uns!

Bayer Leverkusen gewinnt mit 4:0 gegen Schachtjor Donetsk und alle reden nur vom 5:0 der Bayern gegen Pilsen - voll unfair! Dabei zeigte gerade Stefan Kießling gegen die Ukrainer eine formidable Leistung. Der Stürmer traf gleich doppelt - und das nicht neben in das Tor, sondern in in das Tor. Diese Vielseitigkeit des Torjägers ist einfach beeindruckend.

Doch Donetsk ist Geschichte und am Samstag ist wieder Bundesliga. Und da kommt Augsburg in die BayArena. Klingt irgendwie mega unspektakulär. Aber das haben wir in der Vorwoche beim Match zwischen Hoffenheim und Leverkusen auch gedacht. Dann kam eine Flanke, ein Kießling, ein Kopfball, ein kaputtes Tornetz und dann eine tagelange Diskussion. Warten wir also lieber erst einmal ab, womit Kießling uns dieses Mal überrascht, bevor wir voreilig auf dieses 08/15-Derby zwischen Schalke und Dortmund rüberzappen.

Zwei Kevins, zwei Vereine

Und da sind wir gleich beim Thema: Schalke gegen Dortmund! Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb! Kevin gegen Kevin!

Am Samstag trifft nicht nur der S04 auf den BVB, sondern auch der Boateng auf den Großkreutz. Auf der einen Seite haben wir also the artist known as Prince. Der war zwar auch mal in Dortmund, ist aber jetzt in Gelsenkirchen.

Er hat sich nämlich voll in Schalke verliebt. Um das zu beweisen, kauft er sich eine Stadion-Loge, kommt mit königsblauen Kontaktlinsen zum Interviewtermin und lässt nie eine Chance ungenutzt, sich bei den Schalke-Fans für ihre Unterstützung zu bedanken.

Keine Frage: Da gibt einer alles, um seine schwarz-gelbe Vergangenheit zu vertuschen. Doch so richtig authentisch wirkt das nicht. Anders der Borussen-Kevin. Der hat sich die Dortmunder Skyline auf die Wade tätowieren lassen, fährt mit BVB-Jugendmannschaften ins Trainingslager und was für die Fans das Wichtigste ist: Er lässt sehr gerne durchklingen, dass er Schalke eher so semigeil findet. Prince, das ist "echte Liebe".

Gertjan in Love

Doch nicht nur im Ruhrgebiet sprühen die Menschen vor Liebe für ihren Klub. Auch Nürnbergs neuer Trainer Gertjan Verbeek hat Schmetterlinge im Bauch, wenn er an seinen neuen Verein denkt. "Ich habe mich verliebt in den Club", schmachtete der Niederländer bei seiner offiziellen Vorstellung.

Nur die Fans waren in dieser Saison noch nicht so richtig in love mit ihrem "Glubb". Kein Wunder bei dieser Saison-Bilanz: Neun Spiele – kein Sieg! Das ist sogar ein Sieg weniger als Braunschweig auf dem Konto hat.

Das soll sich heute Abend beim Gastspiel in Stuttgart ändern. Verbeek will einen "attraktiven Fußball" Fußball spielen lassen. Zudem verlangt er von seinem Team, "ein eigenes Gesicht" zu zeigen. Und das sagt einer, der wie eine Kreuzung aus Rod Stewart und Richard Gere ausschaut.

Die Mutter aller Derbys

In der vergangenen Woche haben wir noch philosophiert, ob Hertha gegen Mönchengladbach wirklich ein Topspiel ist. Letztendlich kamen wir zu einem klaren Jein.

Für den kommenden Spieltag hat sich diese Frage erübrigt. Denn die DFL hat sich nicht lumpen lassen und für Samstagabend nicht irgendein, sondern die Mutter aller Derbys angesetzt. Ein Spiel, in dem die Emotionen überkochen werden; bei dem Platzverweise garantiert sind; bei denen Trainer und Spieler aufeinander losgehen werden. Bei VfL Wolfsburg gegen Werder Bremen - da wird einfach alles geboten. Wir sind schon heiß wie Frittenfett!