Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach zählen eigentlich zu den Top-Mannschaften der Bundesliga. Bislang jedoch war deren Saison eine einzige Enttäuschung.

Die Tabelle gibt zur Winterpause ein ungewohntes Bild ab. RB Leipzig, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim belegen die Tabellenplätze 2 bis 5. Dafür spielen Borussia Dortmund (6.), Bayer Leverkusen (9.), Schalke 04 (11.) und vor allem Borussia Mönchengladbach (14.) bislang eine schwache Saison.

Dabei beweisen doch die Auftritte in Champions League und Europa League, dass in den Mannschaften Qualität steckt. Alle vier sind in den internationalen Wettbewerben weiterhin vertreten. Wir nennen die Gründe für die Krise in der Bundesliga.

Borussia Dortmund: Mangelnde Konstanz und Doppelbelastung

Dortmund hat sich aus dem Meisterschaftskampf längst verabschiedet. Der Rückstand auf Tabellenführer Bayern München beträgt zwölf Punkte. Selbst die Champions-League-Qualifikation ist kein Selbstläufer. Kurios: Nachdem der BVB Bayern München 1:0 bezwungen hatte und im Titelkampf mitzumischen schien, ging es rapide bergab. Nur eines der folgenden fünf Ligaspiele wurde gewonnen. Zuletzt gab es drei Unterschieden in Folge.

Trainer Thomas Tuchel sagt: "Wir kriegen nicht das, was wir uns vorgenommen haben, über die volle Spielzeit auf den Platz." Was er damit meint: In fast jedem Bundesligaspiel gibt es Phasen, in denen sich technische Schlampigkeiten oder taktische Fehler einschleichen. Das nutzen die Gegner aus. In sechs der letzten sieben Pflichtspiele geriet der BVB zunächst in Rückstand.

Das Verletzungspech und die Doppelbelastung mit der Champions League erschweren die Situation. Vier der sechs Ligaspiele, die nach einer Partie in der Champions League stattfanden, konnten nicht gewonnen werden. Auch die Neuzugänge Sebastian Rode, Andre Schürrle und Marc Bartra haben die Erwartungen bislang nicht erfüllt.

Bayer 04 Leverkusen: Heimschwäche und schlechte Stimmung

Die "Werkself" konnte nur eines der letzten sechs Bundesligaspiele gewinnen. Der Abstand zu den Europa-League-Plätzen beträgt bereits sechs Punkte. 24 Gegentore sprechen für ein schwaches Defensivverhalten.

Vor allem im heimischen Stadion läuft es nicht rund. Nur drei von acht Partien wurden dort gewonnen. Nach dem 1:2 gegen den FC Ingolstadt gab es Pfiffe von den eigenen Fans. Laut Sportmagazin "kicker" ist das Verhältnis zwischen Trainer Roger Schmidt und der Mannschaft zerrüttet. Sportdirektor Rudi Völler schloss einen Trainerwechsel im Winter trotzdem aus.

Schalke 04: Fehlstart und Verletzungspech

18 Punkte aus 16 Spielen sind für die "Königsblauen" ein Armutszeugnis. So schlecht war Schalke 04 seit 18 Jahren nicht mehr. Aufgrund der hohen Schulden ist der Verein auf Mehreinnahmen durch Europa League oder Champions League angewiesen. Davon ist der Verein weit entfernt. Schlimmstenfalls droht sogar Abstiegskampf.

Die Saison von Schalke 04 verlief in drei Abschnitten: Erst gab es den Fehlstart mit fünf Niederlagen. Die Mannschaft konnte die Vorgaben des neuen Trainers Markus Weinzierl offenbar noch nicht umsetzen. Dann folgte die Aufholjagd: Schalke blieb sieben Spiele lang ungeschlagen.

Unterbrochen wurde die Erfolgsserie durch die Verletzungsmisere. Im Sturm und in der Verteidigung brachen die Spieler weg, sodass die Gelsenkirchener nur einen Punkt aus den letzten vier Spielen holten.

Torwart Ralf Fährmann bleibt zuversichtlich: "Wenn alle fit sind, haben wir eine super Truppe und können eine riesige Serie hinlegen." Das Problem ist nur: Auch im neuen Jahr fehlen wichtige Spieler wegen Verletzungen (Huntelaar, Di Santo) und dem Africa Cup (Bentaleb, Baba, Choupo Moting). Manager Christian Heidel plant daher Wintertransfers.

Borussia Mönchengladbach: Auswärtsschwäche und Xhaka-Weggang

Nur einen Sieg aus den letzten elf Spielen. Kein einziger Auswärtssieg in der bisherigen Saison. Borussia Mönchengladbach ist die zweitschwächste Auswärtsmannschaft der Liga. Die "Fohlen" sind längst im Abstiegskampf angekommen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur drei Punkte. Trainer André Schubert wurde entlassen. Dieter Hecking, der erst im Oktober beim VfL Wolfsburg freigestellt wurde, soll Gladbach wieder auf Kurs bringen.

Aufgrund der vielen taktischen und personellen Umstellungen wirkte die Mannschaft zuletzt total verunsichert. Das zeigte sich an teilweise haarsträubendem Abwehrverhalten.

Ohnehin hat die Mannschaft nicht mehr die Qualität der vergangenen Saison. Der Weggang von Granit Xhaka spülte zwar rund 45 Millionen Euro in die Kassen. Doch war der frühere Kapitän das Herz der "Fohlen". Er gab dem Spiel Struktur, wurde daher oft als "Trainer auf dem Platz" bezeichnet. Dieser Qualitätsverlust lässt sich nicht kompensieren.