Der FC Bayern München hat einen ersten Schritt aus der Mini-Krise gemacht und nach drei sieglosen Spielen gegen den PSV Eindhoven einen deutlichen 4:1-Erfolg gefeiert. Und dennoch gab es im Spiel der Bayern noch Schwachstellen. Besonders die Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld funktioniert noch nicht reibungslos.

Nach dem 4:1-Sieg in der Champions League gegen den PSV Eindhoven konnten die Spieler des FC Bayern zufrieden sein. Nach zuletzt eher mäßigen Leistungen in der Bundesliga und der Niederlage gegen Atlético Madrid zeigten die Münchner eine souveräne Vorstellung gegen Eindhoven.

Die deutlichen Worte von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach dem 2:2 in Frankfurt ("So wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war das nicht Bayern München. So kann man nicht spielen."), sind bei den Spielern offensichtlich angekommen. Über weite Strecken des Spiels dominierten die Münchner das Geschehen.

Nur zwischen der 35. Minute und der 60. Minute waren sie nicht konzentriert. In dieser Druckphase erzielte der PSV den 1:2-Anschluss und die Münchner hatten kurz zuvor sogar Glück, dass ein regulärer Treffer von Eindhoven nicht anerkannt wurde.

Fünf Gründe, warum die Bayern noch nicht bei 100 Prozent sind.

FC Bayern München: Gesichter der Mini-Krise

Seit Wochen wartet der FC Bayern auf einen Sieg in der Bundesliga und der Champions League. Wer ist Schuld an der Krise?

1. Xabi Alonso ist nicht mehr der Jüngste

Carlo Ancelotti lässt offensiver spielen als Vorgänger Pep Guardiola. Das neue 4-3-3-System müssen die Spieler erst noch verinnerlichen. Eine Schwachstelle in diesem System ist Xabi Alonso. Der spanische Routinier leistet sich zu viele Fehler im Aufbauspiel und gewinnt in der Champions League nur jeden dritten Zweikampf – zu wenig für das offensiv ausgelegte Spiel des FC Bayern.

Hinzu kommt, dass Alonso mit seinen 34 Jahren nicht mehr der Schnellste ist und die Defensive bei Kontern nicht unterstützen kann. Da er als einziger "Sechser" spielt, kann das in entscheidenden Partien zu einem Faktor werden.

2. Thiago und Joshua Kimmich spielen sehr offensiv

Joshua Kimmich ist derzeit der zweitbeste Torjäger der Bayern. In den vergangenen acht Pflichtspielen traf 21-Jährige sieben Mal. Kimmichs Offensivdrang hat aber auch Nachteile für das Umschaltspiel. Verliert der FC Bayern den Ball in der Offensive, fehlt mit Kimmich ein Defensivspieler zur Absicherung, was dem Gegner große Räume ermöglicht.

Thiago war noch nie der beste Defensivspieler. Durch das neue System hat der Spanier noch mehr Möglichkeiten, seine Kreativität im Offensivspiel zu zeigen. Für die Defensive macht es das aber deutlich schwieriger.

3. Arturo Vidal muss fit sein

Vidal ist für das Zentrum der Bayern enorm wichtig. Der Chilene gewinnt deutlich mehr Zweikämpfe als Alonso und verleiht der Defensive so mehr Stabilität.

Eine weitere Alternative im Mittelfeld könnte Bayerns Neuzugang Renato Sanches sein. Der erst 19-Jährige Portugiese ist aber noch zu ballverliebt und hat sich noch nicht an das schnelle Spiel der Münchner gewöhnt - gerade beim Umschalten. Lernt Sanches das, könnte er gerade in der Defensive sehr hilfreich werden.

4. Die Außenverteidiger stehen sehr hoch

Die beiden Außenverteidiger Philipp Lahm und David Alaba interpretieren ihre Rolle sehr offensiv. Bei eigenem Ballbesitz unterstützen sie die Flügelspieler und erzeugen so Überzahl auf der Außenbahnen. Auch dank den beiden Außenverteidigern haben die Bayern mehr Flanken geschlagen (98), als jedes andere Team in der Bundesliga. Alaba kommt in dieser Saison bereits auf vier Torvorlagen, Lahm erzielte gegen Werder Bremen sogar ein Tor.

Bei Ballverlusten kann diese Taktik aber auch schnell nach hinten losgehen.

5. Jerome Boateng und Mats Hummels sind noch nicht eingespielt

Das Innenverteidiger-Duo funktioniert noch nicht so wie bei der WM 2014 oder der EM 2016. Beide hatten zu Beginn der Saison mit Verletzungen zu kämpfen und sind noch nicht bei 100 Prozent angelangt. Hummels gewinnt in der Champions League bisher nur magere 56 Prozent seiner Zweikämpfe - Boateng dagegen starke 80 Prozent.

Gerade Hummels muss sich noch steigern.