Nach dem Verlust der Tabellenführung gerät bei Bayern München neben dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn auch Sportvorstand Hasan Salihamdzic immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Der FC Bayern sei eine Nummer zu groß für ihn, befinden laut "kicker" einige intern. Auch manche Spieler sollen ihm nicht mehr uneingeschränkt vertrauen. Wackelt nach Kahn nun auch Salihamdzic?

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Drei Tage Verschnaufpause hat Thomas Tuchel sich und seinem Team nach dem desaströsen Auftritt bei Mainz 05 und der verlorenen Tabellenführung verordnet. Er brauche "ein paar Tage Abstand", erklärte der ratlos wirkende Trainer. Eine Pause und Abstand hätte sicherlich auch Sportvorstand Hasan Salihamdzic gerne. Nachdem am Wochenende Vorstandschef Oliver Kahn ins Kreuzfeuer der Kritik geriet, gar über dessen baldiges Aus bei den Bayern spekuliert wurde, wird nun auch die Rolle von Salihamdzic näher beleuchtet. Die über allem schwebende Frage: Wer hat Schuld am Bayern-Desaster?

Tatsache ist, dass sowohl das gescheiterte Experiment mit Julian Nagelsmann als auch die Neuverpflichtung von Tuchel zu großen Teilen Salihamidzic zuzuschreiben ist. Laut "kicker"-Informationen (Montagsausgabe) war er die führende Kraft dahinter, Nagelsmann mit einem Fünfjahresvertrag auszustatten. Eine Entscheidung, die den Bayern, solange Nagelsmann noch keinen neuen Verein hat, teuer zu stehen kommt.

Auch für die Kaderplanung zeichnet Salihamidzic hauptverantwortlich. Spielerabgänge wie David Alaba oder Robert Lewandowski, genauso wie teure Zugänge wie Sadio Mané, der bislang noch nicht überzeugt, muss sich der Sportvorstand zuschreiben lassen. "Auch von den anderen Neuzugängen, abgesehen von Matthijs de Ligt, funktioniert keiner", schreibt der "kicker".

Manche Spieler haben offenbar kein Vertrauen mehr

Hinzu kommt offenbar, dass laut "kicker" einige Spieler Salihamidzic "nicht mehr uneingeschränkt vertrauen". Intern häuften sich inzwischen die Meinungen, dass der FC Bayern "für ihn eine Nummer zu groß sei". Wackelt nun also auch Salihamdzic? Der 46-Jährige galt lange als Schützling von Uli Hoeneß, es ist jedoch gut denkbar, dass der Ehrenpräsident der Bayern nicht mehr allzu lange seine schützende Hand über ihn halten wird.

Am 22. Mai tritt der Aufsichtsrat des FC Bayern das nächste Mal zusammen. Er ist das Kontrollgremium des Vereins und kann über eine mögliche Amtsenthebung von Salihamidzic und/oder Kahn entscheiden. In diesem Aufsichtsrat sitzt auch Uli Hoeneß und sein Wort dürfte noch immer deutlich mehr Gewicht haben als das seiner Kollegen.

Inzwischen gibt es schon Gerüchte um eine mögliche Rückkehr von Kahns Vorgänger Karl-Heinz Rummenigge oder gar ein Comeback von Hoeneß selbst. Letzteres, meint die "Bild", wäre angesichts der weiter vorhandenen Machtfülle des langjährigen Patriarchen ohnehin die "ehrlichste" Lösung. (ska)

Verwendete Quellen:

  • Material von SID
  • kicker (24/2023): CEO Kahn und Sportvorstand Salihamidzic in der Bredouille: Beim FC Bayern wird intern die Schuldfrage heiß diskutiert
  • Bild.de: DAS wäre die ehrlichste Bayern-Lösung
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