Warum die Debatte über Fan-Kultur langweilt, Sandro Wagner zum FC Bayern München wechseln wird und Tim Wiese in sechs Jahren zurück in der Bundesliga sein könnte: Die (wie immer nicht ganz ernst gemeinten) Lehren des Bundesliga-Spieltags.

Eine Glosse

1. Lehre: Dann lieber keine Fan-Kultur ...

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Nach Jahren der bayerischen Eintönigkeit an der Ligaspitze, ist es in diesem Jahr endlich wieder spannend. Danke RB Leipzig (gesprochen: Red Bull Leipzig)! Also eigentlich: Danke Dietrich Mateschitz und deinem unfassbaren Reichtum! Denn dank deines Geldes - und man muss tatsächlich sagen: nur deswegen - hat der FCB mit RB (gesprochen: Red Bull) endlich wieder einen ernstzunehmenden Gegner.

Es freut selbst den FC Bayern, endlich mal wieder gefordert zu sein. Zumindest sieht das der neue, alte Präsident des FCB, Uli Hoeneß, so. Der will deswegen auch gleich die 50+1-Regel abschaffen.

Vor allem weil es dann noch viel mehr Konkurrenz geben würde und das belebt ja das Geschäft. Dann würden sich wahrscheinlich arabische Scheichs, russische Geschäftsmänner oder amerikanische Firmeninhaber in die Liga einkaufen und dann – egal mit welchem Klub – alles danieder siegen.

Sieht man ja in Liga zwei bei 1860 München wie leicht es ist, erfolgreich zu sein - wenn man allzu viel Geld zur Verfügung hat. Weil Geld ist einfach alles im Fußball.

Die Fans würden da dann natürlich auf der Strecke bleiben, weil die müssten wahrscheinlich irgendwann ganz tief in die Tasche greifen, um sich noch eine Mitgliedschaft bei den Retortenklubs leisten zu können. Das sieht man ja jetzt schon bei RB (gesprochen: Red Bull).

Und noch mehr würde wahrscheinlich ein Platz im Stadion kosten – wie jetzt schon in England. Dann wäre die Seele der Klubs – die Kurve – irgendwann entvölkert. Fan-Kultur auf Wiedersehen ...

Wobei ... wenn man das Plakat der Hertha-Fans im Spiel gegen Leipzig gesehen hat, wäre das in manchen Fällen sogar ein Fortschritt.

2. Lehre: Der FC Bayern macht’s wie immer

Noch einmal zurück zu dem uralten Hut, dass Geld alles im Fußball ist. Stimmt so nämlich gar nicht. Um erfolgreich zu sein, muss man dazu noch schon einmal erfolgreich gewesen sein. Und das am besten regelmäßig. Und so richtig, so mit ganz vielen Meisterschaften und CL-Titeln. Denn dann kommt so gut wie jeder Spieler gerne.

Gut, das nötige Kleingeld muss man noch haben. Und natürlich jemanden der die Fähigkeit hat, Talente zu entdecken. Alternativ kann man auch einfach auf der Bundesliga-Tabelle gucken und dann einem der anderen Top-Teams die besten Spieler wegkaufen.

Woher ich das weiß: Ich bin seit frühester Kindheit Bayern-Fan – und der FCB macht das ja schon immer so ...

3. Lehre: Auch Sandro Wagner wird zum FC Bayern wechseln

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es sich die Bayern einfach machen würden. Denn es ist weder einfach, der Beste zu sein, noch der Beste zu bleiben. Dafür muss man schon ganz schön findig und gerissen sein. Das weiß ich übrigens nicht vom FC Bayern. Sondern von Sandro Wagner.

Er ist der beste deutsche Stürmer (Wagner über Wagner) – und ganz schön gerissen (Wagner zwischen den Zeilen über Wagner). Hat er doch einfach Sven Bender mit beiden Armen im Strafraum so weggeschubst, dass dieser unter dem Ball hindurchsegelte und er selbst einköpfen konnte.

Nach dem Spiel gab er dann gleich auch unumwunden zu, dass das wohl ein Foul gewesen ist. Im Spiel sei ihm das aber noch nicht bewusst gewesen, da habe er ganz "intuitiv" geschubst. BVB-Boss Hans Joachim Watzke ärgerte sich nach dem Schubser-Gate wie Uli Hoeneß in seinen besten Zeiten.

Und damit hätten wir auch schon alle Gründe, warum Sandro Wagner zum FC Bayern wechseln wird: Erstens müssen die allerbesten Spieler beim FC Bayern spielen, zweitens spielt Wagner derzeit beim Dritten aus Hoffenheim und die müssen weiter geschwächt werden und drittens findet BVB-Boss Watzke Wagner gar nicht gut - und würde sich wahrscheinlich noch mehr ärgern, wenn der beim FCB spielt.

4. Lehre: TIM FEIERT SEIN COMEBACK

Seitdem Tim Wiese seinen ersten Kampf beim Wrestling hingelegt hat, ist es etwas ruhiger um "The Machine" geworden. Und sein erster könnte ja auch schon sein letzter Kampf gewesen sein. Was also nun? Natürlich auf zu neuen Ufern.

Und dieses neue Ufer ist offenbar ein altes und heißt Fußballtor. Das legt dieser Facebook-Eintrag nahe:

Die Geschichte dahinter ist einfach: Der Kreisligist (Kreisliga Schwaben-Nord) braucht einen Keeper; laut "Bild" weil sich der Stammtorwart um sein Studium kümmern muss. Und Wiese hat ja als fußballerischer Frührentner Zeit. Im Frühjahr soll es dann für den Sechstligisten aufs Feld gehen.

Und weiter? Zu "Bild" sagte Wiese: "Ich fange noch mal unten an und arbeite mich bis ganz nach oben hoch."

Jetzt braucht Dillingen nur noch einen Sponsor a la Dietrich Mateschitz - und mit vielen Investitionen und ein bisschen Glück spielt Wiese in sechs Jahren wieder in Liga eins.

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