Rekordsieger FC Bayern München hat sich in einem turbulenten Spiel ins Halbfinale des DFB-Pokals gezittert. In Unterzahl gewann das Team von Trainer Niko Kovac am Mittwochabend nach einem 1:2-Rückstand noch 5:4 (1:2) gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim. Doch den Sportdirektor stimmt das Ergebnis gegen Heidenheim "nachdenklich".

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Nach dem Pokal-Irrsinn gegen den groß aufspielenden 1. FC Heidenheim mischte sich beim FC Bayern München in die Vorfreude auf das Gipfeltreffen gegen Borussia Dortmund Nachdenklichkeit. Wie soll die Münchner Defensive die Turbo-Offensive des BVB um Marco Reus stoppen, wenn sie schon gegen einen Zweitligisten vier Tore kassiert?

Doch das 5:4 (1:2) in Unterzahl nach der frühen Roten Karte für Nationalspieler Niklas Süle machte auch Lust auf den Samstagabend (18.30 Uhr/Sky), wenn es in der Allianz Arena zum großen Titelkampf in der Fußball-Bundesliga kommt, in den Spitzenreiter Dortmund mit zwei Punkten Vorsprung geht. "Dieses verrückte Spiel gibt so viele Möglichkeiten der Interpretation. Wir werden mehr das Positive herauspicken", sagte Kapitän Thomas Müller nach dem Zittersieg.

DFB-Pokal: Lewandowski rettet die Bayern

"Wir sind weitergekommen, das ist das Positive", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der ansonsten am Mittwochabend empfahl: "Alles andere schnell vergessen, schnell löschen." Salihamidzic wirkte verstört nach den 90 Minuten: "Man muss nachdenklich sein." Auch die Unterzahl konnte am Ende keine Entschuldigung für das Wanken sein.

"Vielleicht hatten wir schon den Kopf beim Samstag und haben deswegen solche Probleme bekommen", rätselte Robert Lewandowski: "Wir haben etwas zu locker gespielt." Der leicht kränkelnde Torjäger war der Retter des Favoriten. Er kam zur Pause, traf zweimal, verwandelte auch den entscheidenden Elfmeter zum 5:4. Leon Goretzka, Thomas Müller und Serge Gnabry waren die weiteren Münchner Torschützen. "Es war ein wildes, ein offenes Spiel, was ich in der Form nicht mag", klagte Trainer Niko Kovac. Selbst ein 4:2 verzockte sein Team noch einmal.

"Das war nicht Bayern-Like", gab Nationalspieler Goretzka zu. "Wir wissen, dass wir gegen Dortmund eine ganz andere Leistung bringen müssen. Das ist das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland. Das sind ganz, ganz wichtige Punkte im Rennen um die Meisterschaft." Auch da wollen die Bayern ihre Titelchance erhalten.

"Ein Spiel für die Ewigkeit"

Im Pokal trennt den 18-maligen Rekordgewinner nur noch ein Erfolg vom Endspiel am 25. Mai in Berlin. RB Leipzig, Werder Bremen und der Hamburger SV sind die möglichen Gegner, die bei der Auslosung an diesem Sonntag (18.00 Uhr) in der ARD-Sportschau möglich sind.

Mit gemischten Gefühlen verließen auch die Heidenheimer Profis die Allianz Arena. Vor 75.000 Zuschauern stand der Zweitliga-Sechste ganz dicht vor einer der größten Pokalsensationen. "Es war ein Spiel für die Ewigkeit. Wir haben so geil gespielt", sagte der herausragende dreifache Torschütze Robert Glatzel. Kapitän Marc Schnatterer schoss Gäste-Treffer Nummer vier. Denis Thomalla hatte sogar das 5:4 für den Außenseiter auf dem Fuß, scheiterte aber frei vor Bayern-Torwart Sven Ulreich (82. Minute). Trainer Frank Schmidt haderte mit der verpassten Pokalsensation: "Nach dem 4:4 habe ich gedacht, wir gewinnen. Dann hätten wir Geschichte geschrieben." (kad/fra/dpa)

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