Die Verantwortlichen von Manchester City sind in der Fußball-Welt dafür bekannt viel Geld für ihre Star-Truppe auszugeben. Was viele Fans aber nicht wissen: Der Scheich-Klub bildet auch Talente wie kaum ein anderer Verein aus. Die Teenager des englischen Spitzenvereins sind in Europa heiß begehrt - allen voran in der Bundesliga.

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Mit Rabbi Matondo steht der nächste Spieler aus der Jugend von Manchester City vor dem Sprung in die Bundesliga. Der FC Schalke 04 soll Medienberichten zufolge 13 Millionen Euro für die Dienste des 18-Jährigen nach England überweisen.

S04-Sportdirektor Christian Heidel empfing den Waliser bereits am Montagabend am Düsseldorfer Flughafen. Noch wurde der Transfer aber nicht offiziell bestätigt.

Matondo wäre nicht der erste Spieler, der in jungen Jahren vom Scheich-Klub in die höchste deutsche Spielklasse wechselt. Er wäre der vierte Profi, der diesen Weg in den vergangenen eineinhalb Jahren geht.

Stuttgarts Pablo Maffeo, Berlins Javairo Dilrosun und Dortmunds Shootingstar Jadon Sancho wechselten seit Sommer 2017 vom englischen Meister in die Bundesliga. Sie spielten alle - wie auch Matondo - in der U18 von ManCity.

Im prominent besetzten Profi-Kader von Trainer Pep Guardiola gab es für die heute 21-, 22- beziehungsweise 18-Jährigen und hoch veranlagten Talente aber keine Spielzeit - und auch nicht die Aussicht zukünftig häufiger auf dem Platz zu stehen. Ein Wechsel war die logische Konsequenz.

Sancho kostete acht Millionen Euro

In Dortmund und Berlin rieben sich die Vereinsverantwortlichen vermutlich die Hände, als die Nachwuchskicker ihre Unterschrift unter den Vertrag setzten. Weil man wusste, welche Rohdiamanten man von nun an in den eigenen Reihen hat.

Hertha BSC zahlte für Linksaußen Dilrosun vor Saisonbeginn eine lächerliche Ausbildungsentschädigung von 230.000 Euro. Der BVB legte vor eineinhalb Jahren etwa acht Millionen Euro für Rechtsaußen Sancho auf den Tisch.

Bei einem Verkauf der Spieler dürften beide Klubs schätzungsweise den zehnfachen Betrag der Einkaufssumme generieren. Der aktuelle Marktwert von Dilrosun wird mit 12 Millionen Euro beziffert. Sanchos liegt bei 70 Millionen. Tendenz steigend.

Beide Spieler machten in der laufenden Bundesliga-Saison mit guten Leistungen auf sich aufmerksam und sammelten Scorer-Punkt um Scorer-Punkt.

Diese Spieler sind neu dabei oder fielen in der Hinrunde verletzt aus.

Auf Schalke erhofft man sich von Matondo ähnliches. Der Flügelflitzer soll mit seinen gerade einmal 18 Jahren einer schwachen Schalker Hinrunden-Mannschaft neuen Glanz und der meist ideenlos wirkenden Offensive Kreativität verleihen.

Stuttgarts Missverständnis kam von Manchester City

Stuttgarts Maffeo ist ein ganz anderer Spielertyp. Kein für Furore sorgender Offensiv-Akteur. Der Spanier ist Verteidiger. Und ein Stuttgarter Missverständnis. In den sechs Monaten beim VfB kam der 21-Jährige auf lediglich acht Bundesliga-Einsätze. Er darf den Verein sogar schon wieder verlassen.

Von ihm hatte man sich in Stuttgart mehr erhofft, war er mit einer Ablösesumme von neun Millionen Euro der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte - bis nun im Winter Ozan Kabak für elf Millionen von Galatasaray Istanbul kam.

Mega-Deals mit Mega-Talenten

Ein Blick auf die Transfer-Historie von Manchester City zeigt - natürlich - ein dickes Minus auf der Ausgabenseite durch Transfers wie etwa von Riyad Mahrez für rund 68 Millionen Euro. Es wird aber auch deutlich, dass City seit dem Amtsantritt von Guardiola (1. Juli 2016) auch viel Geld durch den Verkauf von Nachwuchs-Spielern, also Spielern die entweder in der zweiten Mannschaft oder der eigenen Jugend gespielt haben, gemacht hat.

  • Angus Gunn (2018 für 12 Millionen zum FC Southampton)
  • Kelechi Iheanacho (2017 für 28 Millionen zu Leicester City)
  • Enes Ünal (2017 für 14 Millionen zu Villarreal)
  • Angeliño (2018 für 5,5 Millionen zum PSV Eindhoven)
  • Oliver Ntcham (2017 für 5 Millionen zu Celtic Glasgow)
  • Bersant Celina (2018 für 3,5 Millionen zu Swansea City)
  • Brahim Diaz (2019 für 17 Millionen zu Real Madrid) ...

... sowie die bereits erwähnten Bundesliga-Transfers spülten mit einem Alter von maximal 22 Jahren beim Wechsel insgesamt rund 102 Millionen Euro in Citys Kasse.

Hinzu kommen weitere 13 Millionen, sobald der Matondo-Wechsel fix ist.

Europaweit erwirtschaften im gleichen Zeitraum lediglich Benfica Lissabon, Schalke 04, Ajax Amsterdam, Olympique Lyon und die AS Monaco, die vergangenen Sommer Kylian Mbappé für kolportierte 135 Millionen an Paris Saint-Germain verkaufte, einen ähnlichen oder noch höheren Betrag.

Akademie für 250 Millionen gebaut

Citys Ende 2014 neu geschaffene Nachwuchs-Akademie für rund 250 Millionen Euro scheint erste Früchte zu tragen. Sie erweist sich aber auch als Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite stehen unzählige Millionen, die durch Spieler-Verkäufe hereinkommen.

Auf der anderen Seite trauern die Vereins-Verantwortlichen, wenn auch nicht öffentlich, ihren jungen Talenten hinterher, die sich auf der europäischen Fußball-Bühne gut zu präsentieren wissen.

Iheanacho, Ünal und Sancho sind innerhalb kürzester Zeit im Profi-Geschäft angekommen. Experten sind sich sicher: Sie sind die Stars von morgen.

Phil Foden muss bei City bleiben

Nur einen ließ Guardiola Manchester bisher nicht verlassen: Phil Foden. Der 18-jährige Engländer durchlief alle Jugendmannschaften der Skyblues und besitzt bei den Citizens auch noch einen langfristigen Vertrag bis 2024.

Foden besitzt schon jetzt einen Marktwert von 20 Millionen Euro, und das bei gerade einmal 13 Premier-League-Einsätzen. Er gilt unter den U20-Talenten als besonders, als einer der begehrtesten Teenager in der Fußball-Welt.

Guardiola erklärte ihn für unverkäuflich. "Er wird noch viele, viele Jahre bei uns bleiben", sagte der Spanier jüngst nach einem Pokalspiel gegenüber Pressevertretern.

Ob Foden tatsächlich der Durchbruch bei Manchester City gelingt oder er einer von vielen wird, die ihre Karriere bei einem anderen Verein anschieben, wird die Zukunft zeigen.

Verwendete Quelle:

  • transfermarkt.de

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