Bekommt die deutsche Basketball-Nationalmannschaft Verstärkung aus den USA? NBA-Profi Jerryd Bayless interessiert sich dafür, in Zukunft für Deutschland auf Korbjagd zu gehen. Das wäre eine große Verstärkung für das junge Nationalteam.

Jerryd Bayless, Basketballprofi in Diensten der Memphis Grizzlies, sorgt bei deutschen Fans für Aufruhr. In einem Interview mit "Sport1.de" sagte der US-Amerikaner, dass er sich vorstellen könnte, im deutschen Nationaltrikot auf dem Feld zu stehen. Das lässt die Verantwortlichen des DBB aufhorchen. Ein weiterer NBA-Profi in den Reihen wäre eine enorme Verstärkung für die sich im Generationswechsel befindende Mannschaft. Wie Sportdirektor Peter Radegast gegenüber "Sport1.de" ankündigt, werde der DBB "die Personalie genau prüfen".

Diverse Stolpersteine

Bevor der Aufbauspieler der Memphis Grizzlies jedoch im deutschen Trikot auflaufen kann, müssen einige Details geklärt werden. Die Mutter des 25-jährigen Amerikaner wurde zwar in Berlin geboren, besitzt aber keine deutsche Staatsbürgerschaft. Bayless bestritt darüber hinaus in der Jugend schon einige Partien für die U19-Nachwuchsmannschaft der USA. Das könnte eine Einbürgerung verhindern. Laut Radegast werden angesichts diverser möglicher Stolpersteine "keine weitere Wasserstandsmeldungen abgegeben".

Der NBA-Veteran selbst macht seine Entscheidung von Dirk Nowitzki abhängig. Wie Bayless betont, will der NBA-Profi nur für Deutschland antreten, "wenn Nowitzki auch daran interessiert wäre zu spielen." Der deutsche NBA-Star hat bisher lediglich eine mögliche Rückkehr für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro in Aussicht gestellt.

Nicht der erste Amerikaner im deutschen Dress

Im Juli 2008 wurde bereits der NBA-Profi Chris Kaman eingebürgert. Der US-Amerikaner erhielt den deutschen Pass, nachdem er erklärt hatte, für Deutschland spielen zu wollen. Dies war wegen seiner deutschen Urgroßeltern möglich. Der 2,13 Meter große Center der Los Angeles Lakers ging in der Sommer-Olympiade 2008 und bei der Europameisterschaft 2011 für Deutschland an den Start.