Organspende

Rund 9.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ. Die Zahl der Spender hingegen ist vergleichsweise niedrig. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das Thema Organspende.

Die Organspende in Deutschland wird leicht modifiziert: Die Abgeordneten des Bundestags stimmen mit großer Mehrheit für die erweiterte Zustimmungslösung. Zuvor war ein Entwurf von Gesundheitsminister Spahn abgelehnt worden. 

Heute stimmt der Bundestag über zwei gegensätzliche Anträge zur Organspende ab. Eine Betroffene, Grünen-Chefin Annalena Baerbock und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach erklären, welche Regelung sie unterstützen.

Ist bald jeder Deutsche Organspender? Die kontroversen Debatten dauerten monatelang, heute stimmt der Bundestag ab.

Am Donnerstag will der Bundestag über zwei Gesetzentwürfe und einen Antrag zum Thema Organspende abstimmen. So sehen diese aus.

Am Donnerstag stimmt der Bundestag über eine Reform der Organspende ab. In der Bevölkerung gibt es aber schon jetzt ein Stimmungsbild. Doch es ist eine sensible Frage: Würde man nach dem Tod Organe spenden, um Schwerkranken zu helfen? Ganz allgemein finden das zwar viele gut - aber auch ganz konkret?

Im Ringen um neue Regeln für Organspenden wird am Montag ein weiteres Modell vorgestellt. Der Vorschalg kommt von einer Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Linke-Vorsitzende Katja Kipping.

Neun Jahre lang hat Sonja Vonderschmitt auf eine Spenderleber gewartet. Neun Jahre, in denen die Ehefrau und Mutter zweier Töchter dem Tod näher war, als dem Leben. In der Hoffnung, zumindest bei einem Menschen die Bereitschaft zur Organspende zu wecken, erzählt sie hier ihre Geschichte. Eine Geschichte von Gedächtnisverlust, inneren Blutungen und Notoperationen, vielen geplatzten Geburtstagsfeiern und einem alles verändernden Anruf.

Nach Jahren des Rückgangs ist die Zahl der gespendeten Organe im vergangenen Jahr wieder gewachsen. Dennoch ist es nach wie vor so, dass viele Menschen in Deutschland wenig über das Thema wissen. Etwa wie der Todeszeitpunkt festgelegt ist, ab dem Organe für die Spende entnommen werden dürfen.

Bei "Hart aber fair" diskutieren die Gäste von Moderator Frank Plasberg insgesamt sehr besonnen über das Thema Organspende und die von Jens Spahn vorgeschlagene Widerspruchslösung. An einer Stelle wird es besonders emotional.

Wenn es nach Gesundheitsminister Jens Spahn und seinen Unterstützer geht, soll in Zukunft jeder Bürger automatisch zum Organspender werden. Zumindest solange nicht ausdrücklich Widerspruch gegen die Entnahme der Organe eingelegt wird. Jetzt hat die Gruppe um Spahn einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zu dem Thema vorgelegt.

Weil es in Deutschland zu wenig Spenderorgane gibt, sollen die Regeln geändert werden, nach denen jemand Spender wird. Durchsetzen könnte sich ein Vorschlag, der Erwachsene dazu zwingt, sich wenigstens mit dem Thema auseinanderzusetzen - aber nicht, sich zu entscheiden.

2017 wurden in Deutschland so wenig Organe gespendet wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Bundesgesundheitsministerium bringt deswegen die doppelte Widerspruchslösung ins Gespräch: Demnach wären alle Bundesbürger automatisch Organspender, sofern sie oder ihre Angehörigen dem nicht widersprechen. Bei Anne Will entbrannte darüber eine heftige Auseinandersetzung zwischen Befürworten und Gegnern.

Die Union ist über Gesundheitsminister Jens Spahn verärgert: Der Organspende-Vorschlag des Gesundheitsministers findet in der eigenen Partei kaum Zuspruch - im Gegenteil: Man mache sich einen Gesetzentwurf durch eine zu frühe Diskussion kaputt.

Es gibt zu wenige Organspender in Deutschland. Um das zu ändern, möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun eine Widerspruchslösung – und dadurch jeden zum Spender machen. Außer man widerspricht. In vielen anderen europäischen Ländern ist diese Handhabung bereits üblich.

it einem Gesetzesvorstoß und einer breiten öffentlichen Debatte will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende steigern. 

In den Niederlanden ist es ganz einfach – und hierzulande?

Das erste Mal seit rund 30 Jahren gibt es in Deutschland weniger als zehn Organspender pro einer Million Bundesbürger. Für die Stiftung Organtransplantation ist das eine dramatische Entwicklung. Dabei warten rund 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Allein in Deutschland wurden seit 1963 mehr als 120.000 Organe transplantiert. Aktuell warten etwa 12.000 auf ein Spenderorgan, das ihnen möglicherweise das Leben retten kann. Niere, Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse sind dabei die begehrtesten Organe. Am 3. Juni ist Tag der Organspende. Was Sie zum Thema wissen müssen. 

Den Todeszeitpunkt eindeutig zu bestimmen, ist keine einfache Sache. Das ist aber eine Voraussetzung für Organspenden. Das Transplantationsrecht sieht vor, dass ein Patient hirntot sein muss. Doch lässt sich das zweifelsfrei feststellen? Medizin und Ethik sind sich darüber in einigen Fällen uneins.