Kaum zu glauben, aber in der Bundesliga dreht sich nicht alles um den FC Bayern München. Es dreht sich auch darum, welche Mannschaft dem übermächtigen Rekordmeister aus dem Süden noch gefährlich werden kann. Den Titel als Bayern-Verfolger Nummer eins spielen am Wochenende Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen (Samstag 18:30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker und auf Sky) untereinander aus.

Auch wenn viele Fußballfans dem FC Bayern München bereits insgeheim zur Meisterschaft gratulieren, wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Irgendwann muss der FCB wieder verlieren. Das verspricht uns die Statistik. Und dann wird eine andere Mannschaft zur Stelle sein. Am Samstag um 18:30 Uhr wird ausgespielt, wer diese Mannschaft sein könnte.

Dann treffen Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen aufeinander. Der BVB kann bei einem Sieg wieder an Leverkusen vorbeiziehen. Stellt sich nur die Frage, wer die besseren Karten hat?

Der Kader vor dem Spiel

Während bei Borussia Dortmund ein großer Teil der A-Mannschaft (Marcel Schmelzer, Neven Subotic, Ilkay Gündogan und Marco Reus) die Spiele des eigenen Teams mehr oder minder fröhlich von Mats Hummels Couch aus verfolgt, sind bei Bayer Leverkusen fast alle quietschfidel. Sogar Stefan Reinartz und Sebastian Boenisch könnten ihr Comeback geben. Beide nahmen am Abschlusstraining teil. Nur Sydney Sam fehlt aufgrund eines Muskelfaserrisses. Eine komfortable Situation für Bayer-Trainer Sami Hyypiä.

Aber BVB-Coach Jürgen Klopp lässt sich von den vielen Verletzten nicht entmutigen. Denn das Spiel im DFB-Pokal gegen den 1. FC Saarbrücken hat gezeigt: Auch auf die Spieler der zweiten Reihe ist Verlass. Klopp ist zufrieden: "Gerade Leute wie Julian Schieber, Oliver Kirch und Jonas Hofmann, die zuletzt nicht so viel Einsatzzeit hatten, haben ihre Sache herausragend gut gemacht."

Das Spiel um Platz zwei ist vor allem das Aufeinandertreffer derbesten Bundesliga-Torjäger: Robert Lewandowski (BVB) und Stefan Kießling (Leverkusen). Während Kießling vergangene Saison im Torjägerduell knapp vor Lewandowski lag, hat der Pole in dieser Saison bisher die Nase vorn (Lewandowski: 11 Tore, Kießling: 9 Tore). Doch Bayers Offensiv-Alleinunterhalter könnte aufholen. Er geht ausgeruht in dieses Spiel. Im Pokal war er von Trainer Hyypiä vorzeitig ausgewechselt worden. Kießling dazu: "Es tut gut, wenn man ein bisschen Kräfte sparen kann."

Die Formkurve

Das ist auch sinnvoll. Denn einen müden Kießling könnten die Leverkusener kaum kompensieren. Ohne dessen Tore würde die Hyypiä-Elf ziemlich alt aussehen. Denn trotz zuletzt zwei Siegen zeigt die Formkurve der Leverkusener eher nach unten. Immerhin hat sich Bayer in der Champions League mit 0:5 von Manchester United abschießen lassen. Und nach dem Pokalspiel gegen den SC Freiburg musst sogar Trainer Hyypiä zugeben: "Freiburg hat heute viel, viel besser gespielt als wir."

Dortmund hingegen hat seit der Niederlage beim FC Bayern nicht mehr verloren. Das 0:3 hatte einen heilsamen Effekt auf Klopps Truppe. Im ersten Champions-League-Endspiel gegen den SC Neapel überzeugte der BVB restlos. Seitdem läuft es wieder - auch mit dem zweiten Anzug.

Die Historie

Die Statistik spricht für die Dortmunder: Von den letzten fünf Begegnungen gewann der BVB vier Stück. Ein einziges Mal gab es ein Unentschieden. Kein Wunder, dass sich Sami Hyypiä erst einmal in Tiefstapelei übt: "Dortmund ist zwar viel besser als wir, aber wir haben drei Punkte mehr." Ein unlogischer Zustand, der sich schon am Samstag in Luft auflösen könnte.