Jetzt ist er also da: Niko Kovac hat offiziell als neuer Trainer des FC Bayern seinen ersten Arbeitstag angetreten - und gleich mal für eine überraschende Personalentscheidung gesorgt.

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Wie das so üblich ist als neuer Trainer des FC Bayern hat sich auch Niko Kovac an seinem ersten Arbeitstag in München in einer längeren Pressekonferenz den Fragen der anwesenden Medienvertreter gestellt.

Wie zu erwarten war, musste Kovac dabei viele Fragen zu den gescheiterten WM-Fahrern des FC Bayern beantworten. Und er dürfte sich bei seinen Nationalspielern schon mal durchaus beliebt gemacht haben. Denn anstatt drei bekommen Jerome Boateng, Mats Hummels, Robert Lewandowski und Co. vier Wochen Urlaub. "Sie werden am 25. Juli das erste Training haben", erklärte Kovac. Die Marketing- und Trainingsreise in den USA wird der FC Bayern ohne seine WM-Spieler absolvieren.

Während Kovac mit dem restlichen Team auf Reisen ist, werden die Nationalspieler ab dem 25. Juli von Peter Herrmann trainiert.

Überraschende Personalentscheidung

Moment, Peter Hermann? Der Co-Trainer von Jupp Heynckes hatte doch eigentlich angekündigt, "nach Hause und in Rente" zu gehen. Es ist eine sehr überraschende Personalentscheidung, dass eben dieser Peter Hermann nun den Trainerstab von Niko Kovac verstärken wird.

Der langjährige Assistent von Heynckes wird ergänzt von Robert Kovac als Co-Trainer und soll wohl für eine reibungslose Übergangsphase zwischen Heynckes und Kovac sorgen. Ein geschickter Schachzug der Münchner, für den Kovac wohl nicht undankbar ist. Schließlich ist die Qualität von Hermann unumstritten.

Lewandowski soll bleiben

Noch einer, der an der Säbener Straße bleiben soll - ob er denn will, oder nicht - ist Robert Lewandowski. Er habe ihm seinen Standpunkt mitgeteilt, ließ Kovac wissen. "Ich freue mich auf ihn. Er ist ein Weltklassestürmer, der in München noch viel leisten wir. Wir gehen nicht davon ab, dass er in München bleibt."

Zudem rechnet Kovac auch mit einem Verbleib von Jerome Boateng: "Ich hatte schon in Frankfurt einen Boateng. Beides sind tolle Typen. So glücklich wie ich mit Prince in Frankfurt war, so glücklich werde ich mit Jerome in München sein", erklärte Kovac. Boateng hat offenbar tatsächlich beschlossen, vorerst in München zu bleiben. Dass sein Bruder Kevin Prince von Kovac vorgeschwärmt hat, soll laut "Süddeutscher Zeitung" zu seinem Entschluss beigetragen haben.

Kovac spricht sich für Löw aus

Dass Boateng und die anderen Nationalspieler bei ihrer Rückkehr Motivationsprobleme haben könnten, glaubt Kovac nicht: "Im Urlaub werden sie das vergessen und ich bin überzeugt, dass sie am ersten Trainingstag genauso motiviert sind, wie ich das erwarte."

Angesprochen auf die Zukunft von Bundestrainer Jogi Löw bezog Kovac klar Stellung: "Ich weiß nicht, wie er sich entscheiden wird, aber ich bin pro Jogi Löw. Ich weiß, was es heißt, Nationaltrainer zu sein, was es heißt, wenn man nicht erfolgreich ist. Dann hauen alle nur auf einen Menschen drauf, und das ist nicht richtig."

Keine Titelversprechungen

Bei einer Frage will sich Kovac jedoch nicht ganz festlegen. Mit vollmundigen Titelversprechen hält sich der neue Bayern-Trainer vornehm zurück: "Es ist mir ganz klar, was erwartet wird. Aber mein Ziel ist in erster Linie, dass mein Trainerteam und ich versuchen, jeden einzelnen besser zu machen", klingt Kovac fast schon wie Jürgen Klinsmann, nur um dann das T-Wort doch noch in den Mund zu nehmen: "Klar weiß ich, es schwirrt immer hier das eine oder andere herum. Es gab einen Trainer, der hat alles geholt in Deutschland. Viele andere haben nicht drei Titel geholt. Wir wollen erst mal zusehen, dass wir die Spieler besser machen. Was unter dem Strich herauskommt, werden wir sehen. Wir sind hier, um letzten Endes auch Titel zu holen."

(ska/dpa)

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