Bayern gegen Chelsea, Dortmund gegen PSG und Leipzig gegen Tottenham: Die Achtelfinal-Aufgaben der deutschen Klubs in der Champions League haben es in sich. Das Highlight der ersten K.o.-Runde ist sicherlich das Duell zwischen Real Madrid und Manchester City. Doch was erwartet die drei verbleibenden Klubs aus der Bundesliga in ihren Begegnungen?

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Knackig, aber nicht aussichtslos: Während der FC Bayern München mit dem FC Chelsea und RB Leipzig mit Tottenham Hotspur zwei machbare Gegner aus der englischen Premier League im Achtelfinale der Champions League zugelost bekam, trifft Borussia Dortmund auf Paris Saint-Germain mit seinem Ex-Trainer Thomas Tuchel - ein Brett, keine Frage.

Bayern gegen Chelsea in der Favoritenrolle

Der FC Bayern machte mit 18 Punkten aus den sechs Gruppenspielen auf sich aufmerksam. Nicht nur deshalb geht der deutsche Rekordmeister als Favorit in die Duelle mit dem derzeit Vierten der Premier League FC Chelsea. Als einfaches Los sind die Blues von Trainer Frank Lampard aber nicht zu bezeichnen.

Nach der Transfersperre, mit der Chelsea aufgrund von Verstößen gegen die Richtlinien bei den Transfers minderjähriger Spieler belegt wurde, konnte der Klub im Sommer keine neuen Spieler registrieren. So sah sich der neue Trainer gezwungen, viele junge Spieler zu integrieren und ihnen die Chance zu geben, sich auf Topniveau zu beweisen.

Auch wenn Chelsea in dieser Saison die direkten Duelle mit Manchester United, Liverpool und Manchester City verloren hat, sollte der FC Bayern gewarnt sein. Der Achtelfinalgegner der Münchener verfügt über viel Tempo in der Offensive, gilt als konterstark und ist gefährlich bei Standardsituationen.

Gleichzeitig gibt es aber auch zahlreiche Punkte, an denen der Rekordmeister ansetzen kann. Die Abwehr ist nicht immer sattelfest, unter Druck kommt es nicht selten zu individuellen Fehlern und konstant starke Leistungen über 90 oder gar 180 Minuten zeigte Chelsea bisher auch noch nicht. Außerdem stabilisierte sich der Bundesligaklub unter Interimstrainer Flick wieder, die Stimmung ist deutlich besser geworden. Der FC Bayern, der das Rückspiel in der Allianz Arena bestreiten kann, hat das Weiterkommen selbst in der Hand.

Dortmund und das Wiedersehen mit Thomas Tuchel

Es war das erste Duell, das am Montagmittag in Nyon gezogen wurde: Borussia Dortmund bekommt es mit Paris Saint-Germain zu tun. Das Starensemble aus der französischen Hauptstadt verfolgt seit Jahren erfolglos das große Ziel, den Titel in der Champions League zu gewinnen. Auch in dieser Saison sind die Ambitionen groß, die Leistungen in der Gruppenphase deuten bereits die enorme Klasse von PSG an.

Doch aussichtslos ist das Unterfangen Viertelfinal-Einzug für Borussia Dortmund deshalb nicht: Die Franzosen spielten zwar eine souveräne Gruppenphase und schlugen Real Madrid zu Hause 3:0, zeigten im Rückspiel (2:2) aber auch, dass sie verwundbar sind.

Damit der große Wurf in der Königsklasse gelingt, hat Paris Saint-Germain den Kader im Sommer vor allem in der Breite verstärkt. Das zahlt sich aus, im Anfangsstadium der laufenden Saison konnte so der Ausfall des individuell herausragenden Offensivtrios Neymar, Mbappé und Cavani kompensiert werden. Mittlerweile sind vor allem Neymar und Mbappe auf dem Weg zu ihrer Topform. Beide aus dem Spiel zu nehmen, ist über 90 Minuten kaum möglich.

Zunächst tritt der BVB im Signal Iduna Park gegen PSG an. Entscheidend wird für das Team von BVB-Trainer Lucien Favre sein, die Balance auf dem Spielfeld zu finden. Die Defensive der Franzosen muss permanent gefordert werden, gleichzeitig ist die Absicherung gegen das angesprochene Offensivtrio wichtig. Es werden zwei extrem schwierige Spiele gegen einen individuell überlegenen Gegner für Borussia Dortmund, bei denen alles zusammenpassen muss. Dann ist der Einzug ins Viertelfinale möglich.

Leipzigs Premiere gegen Tottenham

RB Leipzig hat sich erstmals in der Klub-Geschichte für die K.o.-Runde der Champions League qualifiziert - und das als Gruppensieger. Nun trifft Leipzig auf den Finalisten der Vorsaison, Tottenham Hotspur. Dort steht derzeit José Mourinho als Cheftrainer an der Seitenlinie, nachdem Mauricio Pochettino kürzlich entlassen wurde.

Und Mourinho hatte in den ersten Wochen seines Engagements einen positiven Einfluss auf die Mannschaft. Fünf der ersten sieben Spiele unter dem Portugiesen wurden gewonnen, lediglich gegen Manchester United (1:2) und den FC Bayern (1:3) setzte es Niederlagen.

Trotz der nach oben zeigenden Formkurve ist Tottenham gegenwärtig allerdings nicht so stark einzuschätzen wie in der vergangenen Saison. Auf dem Transfermarkt wurden nicht alle Probleme behoben, zudem sorgt die Situation des wechselwilligen Mittelfeldstars Christian Eriksen, der im Winter verkauft werden könnte, für Unruhe.

Real Madrid und das Topspiel gegen Manchester City

Zwei der größten Namen treffen schon im Achtelfinale im direkten Duell aufeinander: Real Madrid empfängt im Hinspiel im heimischen Estadio Santiago Bernabeu Pep Guardiola und Manchester City. Beide gehören zu den Titelanwärtern, beide haben den Anspruch, das Finale zu erreichen.

Gemein ist beiden Vereinen, dass sie derzeit nicht auf ihrem Topniveau spielen. Real Madrid durchläuft nach der Rückkehr von Trainer Zinedine Zidane einen Entwicklungsprozess, der mit einer Kaderrevolution im Sommer begann, Manchester City zeigt sich enorm anfällig in der Defensive und ließ national bereits häufig unnötig Punkte liegen.