• Nach dem zwischenzeitlichen Rücktritt von Superstar Zlatan Ibrahimović erlebte das schwedische Nationalteam einen unerwarteten Aufschwung.
  • Mit ihrer stabilen Defensive könnte die Mannschaft rund um RB-Leipzig-Star Emil Forsberg auch bei der Europameisterschaft 2021 für eine Überraschung sorgen.
  • Der Superstar ist auch wieder an Bord.

Mehr Fußballthemen finden Sie hier

Lange wurde der schwedische Fußball hauptsächlich durch ihren Superstar Zlatan Ibrahimović wahrgenommen. Nach der Europameisterschaft 2016 hatte der Stürmer seinen Rücktritt von der Nationalmannschaft erklärt. Wer nun aber dachte, die Schweden würden in ein tiefes Leistungsloch fallen, sah sich bei der Weltmeisterschaft 2018 getäuscht. Der Einzug in das Viertelfinale war das beste Abschneiden seit der Finalteilnahme im Jahre 1958.

So lief die EM-Qualifikation für Schweden

Schweden qualifizierte sich als Gruppenzweiter hinter Spanien für die Europameisterschaft 2021. Die Mannschaft von Trainer Janne Andersson verlor lediglich ein Spiel – und zwar das Auswärtsspiel in Spanien mit 0:3. Das Heimspiel gegen Spanien endete mit einem ordentlichen 1:1.

Auch Nachbarland Norwegen bereitete der Mannschaft in der EM-Quali Schwierigkeiten. Beide Begegnungen endeten mit einem Unentschieden. Die weiteren Begegnungen gegen Rumänien, Färöer und Malta wurden erwartungsgemäß je zwei Mal gewonnen.

Und siehe da: Er kam zurück. Im März 2021 verkündete Zlatan Ibrahimovic sein Comeback für die Tre Konor gewohnt bescheiden: "Die Rückkehr des Gottes", schrieb er bei Instagram. Er kam bei beiden WM-Qualifikationsspielen zum Einsatz, bereitete immerhin ein Tor vor.

Schneller Aufschwung dank Trainer Andersson

Der unerwartete Aufschwung des schwedischen Fußballs hängt eng mit Trainer Janne Andersson zusammen. Der Schwede übernahm die Nationalmannschaft im Sommer 2016 und sollte nach dem zwischenzeitlichen Rücktritt von Ibrahimovic mehrere Jahre Zeit bekommen, um eine neue Mannschaft zu formen.

Es ging schneller als gedacht: Der Durchmarsch bis in das Viertelfinale der WM 2018 zählte zu den großen Überraschungen des Turniers.

Die große Stärke von Schweden ist das gemeinsame Verteidigen. Bei der WM 2018 kassierten sie in den drei Gruppenspielen und dem Achtelfinale insgesamt nur zwei Gegentore – und zwar gegen Deutschland. Auch in der EM-Quali überzeugte die Defensive. Sieht man einmal von dem 0:3 in Spanien ab, kassierten sie in den neun weiteren Quali-Spielen nur sechs Gegentreffer.

Lesen Sie auch: Alle Gruppen und Termine - der EM-Spielplan 2021 im Überblick

Lindelöf und Forsberg sind die Schlüsselspieler - was passiert mit Zlatan?

Ein Grund für die stabile Abwehr ist Victor Lindelöf. Der 25-jährige Innenverteidiger von Manchester United ist ein aggressiver Zweikämpfer, der sehr eng am Mann verteidigt und mit seiner Kopfballstärke auch hohe Bälle verlässlich aus dem Strafraum befördert.

In der Offensive gilt Emil Forsberg als Schlüsselspieler. Der 28-Jährige von RB Leipzig ist ein exzellenter Vorlagengeber und kann sowohl über die linke wie auch über die rechte Seite angreifen. Zudem schießt er sehr gute Freistöße und Ecken.

Zu den aufstrebenden Talenten von Schweden zählt der 20-jährige Stürmer Alexander Isak, der bei Borussia Dortmund seinen Durchbruch zwar nicht schaffte, nun aber für den spanischen Erstligisten Real Sociedad San Sebastián verlässlich trifft.

Die Schweden haben also insgesamt eine gut besetzte Mannschaft. Allerdings wartet mit Spanien direkt im ersten Vorrundenspiel der Europameisterschaft eine schwere Hürde. Auch wird es fraglich sein, wie die Rückkehr von Zlatan Ibrahimovic innerhalb des Mannschaftsgefüges ankommt.

Der mögliche Kader von Schweden für die Europameisterschaft 2021:

Torhüter:

  • Robin Olsen (1990), FC Everton
  • Karl-Johan Johnsson (1990), FC Kopenhagen
  • Kristoffer Nordfeldt (1989), Genclerbirligi Ankara

Abwehr:

  • Carl Starfelt (1995), Rubin Kasan
  • Joakim Nilsson (1994), Arminia Bielefeld
  • Filip Helander (1993), Glasgow Rangers
  • Victor Lindelöf (1994), Manchester United
  • Ludwig Augustinsson (1994), SV Werder Bremen
  • Emil Krafth (1994), Newcastle United
  • Mikael Lustig (1986), AIK Solna
  • Pierre Bengtsson (1996), Vejle Boldklub

Mittelfeld:

  • Albin Ekdal (1989), Sampdoria Genua
  • Jens Cajuste (1999), FC Midtjylland
  • Mattias Svanberg (1999), FC Bologna
  • Emil Forsberg (1991), RasenBallsport Leipzig
  • Viktor Claesson (1992), FK Krasnodar
  • Sebastian Larsson (1985), AIK Solna

Sturm:

  • Jesper Karlsson (1998), AZ Alkmaar
  • Alexander Isak (1999), Real Sociedad San Sebastián
  • Marcus Berg (1996), FK Krasnodar
  • Robin Quaison (1993), 1.FSV Mainz 05
  • Jordan Larsson (1997), Spartak Moskau
  • Dejan Kulusevski (2000), Juventus Turin

Trainer:

  • Janne Andersson (1962)

Die Gegner Schwedens in der Gruppe E