Der Meisterschaftskampf in der Premier League ist spannend wie lange nicht: Der FC Liverpool mit Jürgen Klopp liegt vier Spieltage vor Schluss an der Spitze. Dicht hinter den "Reds" folgt Titelverteidiger Manchester City mit Pep Guardiola. Werden die "Sky Blues" zum zweiten Mal in Folge Meister oder schnappt sich Liverpool erstmals seit 1990 den Titel? Wir machen den Check.

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Nicht nur die Stadt Liverpool ist elektrisiert. In ganz England geht das Klopp-Fieber um. Die Chance für die "Reds" auf den ersten Meistertitel seit 29 Jahren ist zum Greifen nah.

Einer möchte Jürgen Klopp die Titelsause verderben: Sein ehemaliger Bundesliga-Kollege Pep Guardiola sitzt Liverpool im Nacken. Noch vier Spieltage – wer hat die besseren Chancen auf den Titel? Der Meister-Check.

Liverpools Form: Torjäger glänzen, Abwehr hält

Beide Teams sind in starker Form. In der Liga verlor Liverpool keines der vergangenen zehn Spiele, spielte drei Mal unentschieden. Pünktlich zum Saison-Endspurt glänzte Top-Torjäger Mohamed Salah mit einem Traumtor gegen Chelsea.

Die drei Tor-Garanten der Roten – neben Salah sind das Sadio Mane und Roberto Firmino – kommen auf 49 Liga-Tore. Auch die Abwehr hält: Liverpool ist die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren der Liga, Innenverteidiger Virgil van Dijk ist der große Rückhalt.

Allerdings waren zuletzt nicht alle Siege eine souveräne Machtdemonstration. Gegen Chelsea tat sich Liverpool lange schwer, auch den Tabellendritten Tottenham bezwangen sie Ende März nur mühsam 2:1.

Manchester Citys Form: In der Liga nicht zu stoppen

Manchester City ist in der Rückrunde nicht zu stoppen, holte seit Januar einen Sieben-Punkte-Rückstand auf Liverpool auf und fuhr in den vergangenen zehn Spielen neun Siege ein. Einen unerwarteten Dämpfer gab es jüngst im Champions-League-Viertelfinale, als die Guardiola-Elf tragisch gegen Tottenham Hotspur ausschied.

Mittelfeldspieler Ikay Gündogan analysierte nach dem Hinspiel:

Die Mannschaft sei nicht mutig genug aufgetreten, wie der verschossene Elfmeter gezeigt habe. "Das darf einer großen Mannschaft nicht passieren. Deshalb sind wir noch keine." Klare Worte, denen der Trainer widersprach: "Ich kann ihm nicht zustimmen, absolut nicht."

Manchesters Offensive ist variabler und breiter aufgestellt als die von Liverpool, die Tore schießen vor allem Sergio Agüero (19 Liga-Tore), Raheem Sterling (17), Leroy Sane (9), Gabriel Jesus (7). Auch Manchester City gewann einige Spiele hauchdünn, ist neben der torgefährlichen Offensive hinten etwas anfälliger als Liverpool.

Die nächsten Gegner: Liverpool mit einfacherem Restprogramm

Nüchtern betrachtet scheint Liverpools Restprogramm einfacher. Bezwingbar sind alle Gegner, einzig bei Cardiff geht es gegen den Abstieg. Ein weiterer Vorteil: Das letzte Saisonspiel der "Reds" ist ein Heimspiel.

Das Restprogramm des FC Liverpool:

  • 21. April: Cardiff City (auswärts, Tabellen-Platz 18)
  • 26. April: Huddersfield Town (heim, 20)
  • 5. Mai: Newcastle United (auswärts, 15)
  • 12. Mai: Wolverhampton Wanderers (heim, 8)

Manchester City hat mit dem Nachholspiel gegen Manchester United den Trumpf in der Hand. Doch das Spiel gegen den Stadtrivalen, der um den Einzug in die Champions League kämpft, wird es in sich haben.

Davor wartet Tottenham Hotspur – die Spurs wissen, wie Peps Elf zu schlagen ist. Für Brighton könnte es bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg gehen.

Das Restprogramm von Manchester City:

  • 20. April: Tottenham Hotspur (heim, Tabellen-Platz 3)
  • 24. April: Manchester United (auswärts, 6)
  • 28. April: FC Burnley (auswärts, 14)
  • 4. Mai: Leicester City (heim, 7)
  • 12. Mai: Brighton and Hove Albion, (auswärts, 17) (Stand: 18.04.2019)

Trainer: Pep oder Klopp – wer stellt sein Team besser ein?

Obwohl Klopp Geschichte schreiben kann, bleibt der ehemalige BVB-Coach gelassen. Zu den Titelambitionen sagte er jüngst: "Wir können nur probieren, so viele Punkte wie möglich zu holen. Wir haben jetzt 85. Vier Spiele sind noch zu spielen, 97 Punkte. Lasst es uns probieren. Wenn das reicht – perfekt. Wenn nicht, können wir es nicht ändern."

Klopp weiß, er hat den Titel letztlich nicht in der eigenen Hand. Je befreiter die Mannschaft spielt, desto besser.

Bei Manchester City sind die Gemüter erhitzter. "Wenn wir nur einen oder zwei Punkte liegen lassen, werden wir nicht Meister sein", sagte Guardiola und legte damit die Marschroute fest. Das Aus in der Champions League wird seine Ambition auf den Meistertitel nur verstärken.

Liverpool oder Manchester City: Wer krönt sich zum Meister?

Manchester City ist nervös wie die Meinungsverschiedenheit zwischen Guardiola und Gündogan beweist. Guardiola weiß aber, wie Meisterschaftskampf in England funktioniert. Psycho-Spielchen beherrscht der Triple-Trainer des FC Barcelona, sofern er sich vom Champions-League-Aus nicht beeinflussen lässt.

Gegenüber Liverpool hat der Titelverteidiger den Trumpf in der Hand: Auch wenn die Gegner vermeintlich schwerer sind, die "Sky Blues" haben ein Spiel mehr und sind in der Lage, jedes Team zu besiegen.

Zudem verfügt der Kader über den vielseitigeren Angriff. Liverpool ist abhängig von seinem furiosen Dreigespann Salah, Firmino und Mane. Erlauben sich beide Teams keine Ausrutscher, krönt sich Manchester City zum Meister.

Verwendete Quellen:

  • Sportbild.de: "Bullshit"-Ansage! Klopp wettert gegen "Idioten"
  • BBC.com: Premier League title: Liverpool or Man City - who will win 2018-19 race?
  • CNN.com: Mohamed Salah wonder-goal sees Liverpool sink Chelsea
  • Sportbild.de: Pep kontert Gündogan: "Kann ihm nicht zustimmen"
  • Telegraph.co.uk: Why the quadruple remains English football's impossible dream

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