• Rudi Völler kritisiert die Pläne von FIFA-Chef Gianni Infantino, wonach die WM alle zwei Jahre stattfinden soll.
  • Zuletzt war bereits Ex-FIFA-Präsident Joseph Blatter Infantino angegangen.
  • Mit der umstrittenen WM in Katar hat sich Völler aber inzwischen angefreundet.

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Eine Fußball-WM alle zwei Jahre? Das plant FIFA-Chef Gianni Infantino. Einer, der das für eine "absolute Schnapsidee" hält, ist Rudi Völler.

Es gebe im Grunde bereits alle zwei Jahre ein großes Event, sagte Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer der "Sportschau". "Die Europameisterschaft ist fast eine kleine WM. Bei einem Modus alle zwei Jahre hättest du jeden Sommer irgendwo eine WM oder EM", erklärte Völler.

Völler: Für die Spieler ist eine WM alle zwei Jahre zu viel

Würde der WM-Zyklus von vier auf zwei Jahre verkürzt werden, dann wäre es laut Völler wie beim Eishockey (Eishockey-WM findet jedes Jahr statt, Anm. d. Red.) oder beim Handball. Das sei "einfach zu viel, und auch der Stress für die Spieler ist dann zu viel. Völlig falscher Ansatz", kritisierte der 61-Jährige.

Auf die massiv in der Kritik stehende Weltmeisterschaft in Katar im Winter blickt Völler hingegen nicht so kritisch. "Grundsätzlich" freue er sich, "auch wenn es eine sehr besondere WM sein wird."

"Ich glaube, man hat es im Nachhinein jetzt ganz gut gelöst mit diesem November/Dezember-Termin, ohne dass die Ligen groß darunter leiden. Am Ende ist es eine WM, und wir freuen uns darauf."

Blatter kritisiert FIFA-Pläne

Zuletzt hatte bereits der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter, der im Mittelpunkt zahlreicher Korruptionsvorwürfe steht, die Pläne von Infantino kritisiert. Eine alle zwei Jahre stattfindende Weltmeisterschaft, würde "die FIFA-Pyramide auf den Kopf stellen", sagte er.

Blatter befürchtet, dass andere Verbände nachziehen könnten: "Das würde zu einer Übersättigung in jeder Beziehung führen."

Auch kritisierte Blatter Infantino wegen dessen irritierender Afrika-Aussage. Der Chef des Fußball-Weltverbandes begebe sich "offenbar gerne auf das politische Parkett", vergesse aber seine Kernaufgaben, sagte Blatter. Infantino wolle "die Welt retten - merkt aber nicht, dass seine Aussagen nicht nur ironisch, aber zynisch wirken, und sein Bezug zu Afrika weltfremd und ehrverletzend ist".

Infantino will WM-Rhythmus ändern

Infantino hatte zuvor mit seinen Aussagen für Empörung gesorgt, eine Änderung des WM-Rhythmus würde das Leben in Afrika fördern. "Wir müssen die gesamte Welt miteinbeziehen", hatte Infantino gesagt und ergänzt: "Wir müssen den Afrikanern Hoffnung geben, dass sie nicht über das Mittelmeer kommen müssen, um hier vielleicht ein besseres Leben führen zu können. Wir müssen ihnen Möglichkeiten und Würde geben."

Zu seinen weiteren WM-Plänen sagte er: "Wir sehen, dass Fußball sich in eine Richtung entwickelt, wo wenige alles haben und die Mehrheit hat nichts. In Europa findet die WM zweimal pro Woche statt, weil die besten Spieler in Europa spielen."

Eine mögliche Änderung des WM-Rhythmus ist seit Monaten ein großes Streitthema im Fußball. Die UEFA und die südamerikanische Konföderation CONMEBOL sind dagegen. (afp/dpa/msc)

Wataru Endo, Benno Schmitz, Marvin Schwäbe, VfB Stuttgart, 1. FC Köln, Bundesliga, 34. Spieltag
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