Klangvolle Namen stehen in der WM-Qualifikation vor dem Aus - oder sind bereits ausgeschieden. In Europa tobt ein erbitterter Kampf um die Playoffs. Und in Südamerika stehen zwei Großkaliber schwer unter Druck.

Die Geschichte der syrischen Nationalmannschaft ist die Geschichte eines gelebten Traums.

Sensationell hat sich die Mannschaft in der Asien-Qualifikation den dritten Platz gesichert und damit die Chance erspielt, sich über die Playoffs - zunächst wartet Australien, danach käme es zu einem Duell mit dem Vierten aus Nord-/Mittelamerika - tatsächlich für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr zu qualifizieren.

Damit ist die Vertretung des gebeutelten Landes ähnlich weit oder sogar schon weiter als eine ganze Reihe etablierter Mannschaften, die in Europa, Süd- und Nordamerika oder Afrika noch heftig um ihr WM-Ticket zittern müssen.

Gänsehaut pur: Syrien trifft in der Nachspielzeit und alle rasten aus.

Ganz große Namen sind darunter, zum Beispiel Argentinien. Die mit Superstars gespickte Truppe um Lionel Messi blamierte sich in der Nacht zum Mittwoch erneut und kam gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Venezuela vor heimischem Publikum nur zu einem 1:1. Argentinien hat jetzt von 16 Spielen erst sechs gewonnen.

Argentinien und Chile droht das Aus

Damit rangiert die Albiceleste zwei Spieltage vor Schluss mit 24 Punkten auf Platz fünf, der lediglich die Teilnahme am Playoff-Duell mit Ozeaniensieger Neuseeland bedeutet.

Auch für Chile ist die Qualifikation noch lange nicht durch. Im Gegenteil: Für den Copa-America-Sieger ist die Lage nach dem 0:1 gegen Bolivien sogar noch bedrohlicher.

Die Mannschaft um Arturo Vidal liegt einen Zähler hinter Argentinien auf Rang sechs - und der würde das definitive Aus für die WM bedeuten.

An den letzten beiden Spieltagen kommt es für beide zu jeweils einem echten "Endspiel" um die WM-Qualifikation: Chile muss noch gegen den bärenstarken Tabellenführer Brasilien ran, Argentinien hat das direkte Verfolgerduell mit Peru vor der Brust. Das Horrorszenario für beide Nationen ist also weiter absolut möglich.

WM 2018 ohne Kamerun

Auch in Afrika kämpfen große Nationen gegen das Aus - oder sind schon ausgeschieden.

Kameruns Remis gegen Nigeria war zu wenig, die Löwen haben damit zwei Spieltage vor Schluss keine Chance mehr auf die Qualifikation. Damit ist der Afrika-Cup-Sieger schon raus.

Ghana hat sich durch einen Kantersieg gegen Kongo zwar noch eine minimale Chance erhalten, müsste in zwei Spielen aber vier Punkte auf Ägypten aufholen. Wahrscheinlich werden die Black Stars im nächsten Sommer viel Freizeit haben.

Bayern-Star verletzt sich in der WM-Quali. Koller: "Sieht nicht gut aus."

Am spannendsten ist der Kampf um die Teilnahme aber in Europa. Die Niederlande waren schon so gut wie weg vom Fenster, das 0:4-Debakel in Frankreich wurde aber abgemildert durch die gleichzeitige Niederlage der Schweden in Bulgarien.

Dadurch - und trotz einer immer noch schwachen WM-Qualifikation bisher - hat Oranje alles in der eigenen Hand. Aber: Es wird bis zur letzten Minute eng bleiben.

Vermutlich wird im letzten Gruppenspiel gegen Hauptkonkurrent Schweden erst die Entscheidung fallen, ob es die Elftal doch noch zumindest auf Rang zwei schafft.

Europameister Portugal zieht zwar weiter souverän seine Kreise – weil sich aber die Schweiz keinerlei Blöße gibt und aus acht Spielen acht Siege eingefahren hat, rennen Ronaldo und Co. immer noch der Auftaktniederlage gegen die Eidgenossen am ersten Spieltag hinterher.

Auch hier ist die Konstellation so, dass es am letzten Spieltag zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Dominatoren kommt.

Gut möglich, dass sich Portugal dann über den zweiten Bildungsweg Playoffs qualifizieren müsste.

Es drohen Knallerduelle in den Playoffs

Ziemlich sicher wird da dann auch Italien dabei sein. Die herbe 0:3-Klatsche gegen Spanien hat alle Chancen auf den Gruppensieg zunichte gemacht, die Squadra Azzurra muss sich deshalb mit dem Gedanken anfreunden, in die Playoffs gehen zu müssen.

Auch Irland (nach der Niederlage gegen Serbien), Dänemark oder die Türkei zittern noch um ihr Ticket.

Während die Iren eine große Chance auf die direkte Qualifikation in ihrem Heimspiel nicht nutzen konnten, haben sich die Dänen und die Türkei mit wichtigen Siegen wenigstens noch das Hintertürchen auf Rang zwei offen gehalten.

Aber: Einer der neun Gruppenzweiten wird sich in Europa gar nicht für die Playoffs qualifizieren können.

Die Mannschaft mit den wenigsten erzielten Punkten - abzüglich beider Spiele gegen den jeweils Gruppenletzten - ist raus. Das könnte unter Umständen noch richtig gefährlich für die Niederlande werden.