Das Finale der Rugby-Weltmeisterschaft am Samstag ist eines der größten Sportevents des Jahres 2019. Wir erklären, warum Sie sich das Spiel zwischen England und Südafrika unbedingt anschauen müssen - selbst, wenn Sie die Regeln nicht kennen.

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Wahrscheinlich haben viele Deutsche in den vergangenen Wochen nicht mitbekommen, dass mit der Rugby-Weltmeisterschaft in Japan gerade eines der größten Sportereignisse der Welt stattfindet.

Noch aber ist es nicht zu spät: Das große Finale zwischen Südafrika und England (Samstag, ab 9:30 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) steht bevor.

Wir finden, dass auch Nicht-Rugby-Fans sich dieses Spiel unbedingt anschauen sollten. Weil …

… Rugby alles andere als ein Nischensport ist

Die Rugby-WM zählt nach der Fußball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen zu den größten Sportereignissen der Welt. In Ländern wie Südafrika und Neuseeland ist Rugby die Sportart Nummer eins.

Auch in Australien, Neuseeland, Argentinien, Großbritannien oder Frankreich zählt Rugby zu den populärsten Sportarten und lockt zigtausende Menschen in die Stadien.

Seit 2016 ist Rugby auch wieder olympisch. Jeder Sportfan sollte alleine schon aus Interesse schauen, was es mit diesem Sport auf sich hat.

… eine Wachablösung bevorsteht

Rugby wurde in den vergangenen Jahren von Neuseeland dominiert. Die "All Blacks" gewannen die vergangenen beiden Weltmeisterschaften und sind mit insgesamt drei WM-Siegen die erfolgreichste Nation der Welt. Diesmal allerdings scheiterte Neuseeland im Halbfinale überraschend an England.

Dadurch wird es erstmals seit 2007 wieder einen anderen Weltmeister geben. Südafrika gewann bislang zweimal die Weltmeisterschaft, England einmal.

Kanagawa, Japan: Englands Kapitän Owen Farrell im Rugby-WM-Halbfinale gegen Neuseeland.

… das Finale zu einer angenehmen Uhrzeit stattfindet und im Free-TV läuft

Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, sich beim Frühstück eines der größten Sportevents der Welt anzuschauen?

Das Spiel beginnt bereits um 10 Uhr morgens deutscher Zeit. Das Wetter soll am Samstag in weiten Teilen Deutschlands ohnehin eher schlecht sein. Es bietet sich also an, sich noch ein Käffchen nachzuschenken und einfach vor dem Fernseher sitzen zu bleiben.

Der Fernsehsender ProSieben MAXX zeigt das Finale kostenlos. Im Internet ist das Finale auf ran.de zu sehen.

… Rugby so fair ist

Auch wenn Rugby ein körperlich sehr harter Sport ist, hat Fairness gegenüber dem Gegner höchste Priorität. Oscar Wilde sagte einmal: "Fußball ist ein Spiel für Gentlemen, das von Rowdys gespielt wird und Rugby ist ein Spiel für Rowdys, gespielt von Gentlemen."

… es im Rugby keine nervigen Diskussionen mit den Schiedsrichtern gibt

Im Fußball ist es längst Normalität, dass die Spieler nach fast jedem Pfiff mit dem Schiedsrichter diskutieren. Im Rugby wäre so etwas undenkbar.

Der frühere deutsche Nationaltrainer Peter Ianusevici sagte einmal, dass der Schiedsrichter im Rugby gleich hinter dem lieben Gott kommt. Entscheidungen des Unparteiischen sind Gesetz und werden akzeptiert.

Ohnehin dürfen lediglich die Kapitäne beider Mannschaften mit dem Schiedsrichter sprechen.

… Rugby ein echter Männersport ist

Fußball ist nicht zuletzt der Sport der "Schwalbenkönige". Superstars wie Neymar tun nach jedem noch so kleinen Foul so, als hätten sie eine schwerwiegende Verletzung erlitten. Im Rugby wäre das ein No-Go. Hier stecken die Spieler jeden Schmerz tapfer weg.

Bestes Beispiel war der Engländer Joe Westerman: Nachdem ihm während eines Spiels die Kniescheibe raussprang, schlug er sich diese ohne Hilfe von Sanitätern schnell wieder zurecht und spielte weiter. Kann sich das jemand im Fußball vorstellen?

… Rugby auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt

Rund 15.000 Menschen spielen in Deutschland bereits Rugby. Die Wachstumsrate betrug in den vergangenen fünf Jahren jeweils durchschnittlich sieben Prozent. Laut dem Buch "Rugby: Alles, was man wissen muss" wächst keine andere Mannschaftssportart in Deutschland so schnell.

Auch die deutsche Nationalmannschaft entwickelt sich gut. Der Traum von der ersten WM-Teilnahme wäre fast zur Realität geworden. Die deutsche Auswahl nahm im November 2018 an einer interkontinentalen Qualifikationsrunde teil und scheiterte lediglich an Kanada.

… Rugby einfach zu verstehen ist

Einsteiger müssen nur wenige Grundregeln kennen, um das Spiel verfolgen zu können. Kurz gesagt: Beide Mannschaften versuchen, den Ball in der gegnerischen Endzone (Malfeld) abzulegen.

Für einen erfolgreichen Versuch gibt es fünf Punkte. Auf dem Wege dorthin darf der Ball nach vorne getragen und geschossen werden. Würfe hingegen dürfen lediglich nach hinten oder diagonal gespielt werden.

Nach einem Versuch darf die angreifende Mannschaft den Ball noch einmal durch die Torstangen schießen. Dafür gäbe es zwei weitere Punkte.

Eine Mannschaft kann auch aus dem laufenden Spiel heraus oder nach einem schweren Regelverstoß des Gegners den Ball zwischen die Torstangen schießen. Dafür gäbe es dann drei Punkte. Verstanden? Gut! Dann steht dem spannenden Rugby-Vormittag nichts mehr im Wege.

Verwendete Quellen:

  • fr.de: Erst der liebe Gott, dann gleich der Schiedsrichter
  • ran.de: Rugby live auf ProSieben MAXX und ran.de
  • Bild.de: Rugby-Spieler haut sich Kniescheibe selbst wieder rein
  • Rugby: Alles was man wissen muss (Ralf Iwan / Meyer & Meyer Verlag)
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