Seenotrettung

Noch vor zwei Wochen war Innenminister Seehofer optimistisch, dass es bei der EU-Seenotrettung endlich Fortschritt gibt. Beim Treffen mit seinen EU-Kollegen zeigt sich jedoch: Ganz so schnell geht es nicht.

Der TV-Entertainer ist mit seiner Seenotrettungsaktion gescheitert. Mit der Niederlage sind auch sechstellige Spendenbeträge untergegangen.

Im September 2018 hatte Moderator Klaas Heufer-Umlauf eine Spendenaktion gestartet, um ein Schiff für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer zu chartern. Doch zu einer Rettungsaktion ist es nie gekommen. Ein Schiff gibt es bis heute nicht - das Geld ist trotzdem weg.

"Ich werde nicht darüber diskutieren, ob Seenotrettung richtig ist", sagte Carola Rackete kürzlich auf dem Kapitänstag in Bremen. Wie wird die Frage in der Rechtsphilosophie beurteilt? Ein Gespräch über Recht und Gerechtigkeit mit dem Rechtsphilosophen Peter Kasiske von der Universität Augsburg.

Italiens Innenminister verspottete Richard Gere wegen dessen Engagement für die Seenotrettung. Ein Treffen mit Matteo Salvini schließt der Hollywoodstar trotzdem nicht aus.

Angela Merkel hat zum Thema Seenotrettung Stellung bezogen: Sie will die Rettung von Migranten aus dem Mittelmeer nicht nur privaten Hilfsorganisationen überlassen, sondern fordert eine Wiederaufnahme der staatlichen Mission der EU-Länder. 

Über die umstrittene Rettungsaktion von "Sea-Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete im Mittelmeer wird auch Wochen später noch emotional diskutiert. Klar ist: Sie hatte die Pflicht, den Geflüchteten in Seenot zu helfen. Aber hatte sie auch das Recht, sie nach Lampedusa zu bringen? Ein Gespräch über die komplexe Gesetzeslage auf See.

Hunderte Migranten sind dieses Jahr auf der Seeroute nach Europa bereits ums Leben gekommen. Die Europäer streiten weiter über Regeln. Rettungsorganisationen sind empört.

Seit dem umstrittenen Manöver der "Sea-Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete wird der Streit um die Verteilung der Migranten emotionaler denn je geführt. Dabei ist die Zahl der Asylbewerber hier drastisch zurückgegangen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Seenotrettung.

Die Rettungsschiffe "Alan Kudri" und "Alex" liegen mit über 100 Migranten an Bord vor Italien, doch die Regierung bleibt hart, lässt sie nicht anlegen. Deutschland hat angeboten, einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen, doch gelöst ist das Problem damit noch lange nicht. Pro Asyl nennt das Tauziehen der EU-Staaten "unwürdig" und "erbärmlich". 

Kapitänin Carola Rackete hat das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in den Hafen von Lampedusa gesteuert. Dort wurde die Deutsche sofort festgenommen und das Schiff beschlagnahmt. Damit ist eine neue Eskalationsstufe im Streit um die Seenotrettung erreicht. Das Ende zeigt, dass beide Seiten bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen.

Zehntausende Migranten rettete die "Aquarius" aus dem Meer. Jetzt wurde der politische Druck zu groß. Die Hilfsorganisation beendet den Einsatz des Schiffes. Ein Zeichen der Zeit: Migranten will in Europa keiner haben. Sie sterben im Verborgenen.

Der erzwungene Rückzug mehrerer Nichtregierungsorganisationen aus der Seenotrettung hat die Überfahrt über das Mittelmeer für Flüchtlinge gefährlicher gemacht. Jeder 18., der sich von Januar bis Juli über die zentrale Route auf den Weg gemacht hat, starb oder verschwand. 

Am Sonntag setzten tausende Menschen in Hamburg und Berlin ein Zeichen für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Die Demonstrationen in den beiden Metropolen fanden im Zuge einer europaweiten Initiative statt. Die Veranstaltungen blieben friedlich.

Die spanische Seenotrettung hat vor der Südküste des Landes innerhalb von zwei Tagen mehr als 1.200 Flüchtlinge auf mehreren Dutzend Booten gerettet. 

Asylverfahren, Seenotrettung, die Situation auf dem Mittelmeer und die Integration von Flüchtlingen: Es war ein scheinbares Riesenprogramm, das Dunja Hayali in der Auftaktfolge ihres Politmagazins besprechen wollte. Dass sie sich dabei nicht verhob, lag vor allem am klugen Konzept – und an Hayali selbst.