Manchmal beantwortet einem der Fußball Fragen, die man sich eigentlich gar nie gestellt hat. Wo Uli Hoeneß shoppen geht zum Beispiel, und ob unser Redaktionsteam tatsächlich gegen einen Bundesligisten bestehen könnte. In unserer Serie ziehen wir die Lehren des jeweiligen Spieltags - ganz subjektiv und auch nur ein bisschen ernst gemeint.

1. Erkenntnis: Uli Hoeneß shoppt im Schalke-Fanshop

Man hätte aus der Partie zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München so viele Erkenntnisse ziehen können. Zum Beispiel: Pep Guardiola ist sehr treffsicher, wenn es um den motivierenden Klaps auf den Allerwertesten geht. Und wir würden wirklich gerne wissen, ob sein Handabdruck immer noch den Hintern von Jerome Boateng ziert. Aber die wirklich, wirklich interessante Erkenntnis ist: Uli Hoeneß kauft im Schalke-Fanshop ein. Zumindest wurde der Präsident des FC Bayern München mit einer Papiertüte auf der Tribüne gesichtet, die nur diesen Schluss zulässt.

Was würden wir dafür geben, einen Blick in diese Tüte werfen zu können! Was könnte ein Mann wie Uli Hoeneß aus dem S04-Laden brauchen? Klopapier wäre das Naheliegendste, allerdings verkaufen die Schalker dieses Produkt nicht - wohl um plumpen Witzen schon im Voraus den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Tütengröße zufolge dürfte es auch keine Bettwäsche sein, in die sich Hoeneß in Zukunft kuscheln kann. Wahrscheinlicher ist da, dass eines von Hoeneß' Enkelkindern eine etwas - aus Bayern-Sicht natürlich - schwierige Phase durchmacht und sich vom Opa ein Draxler-Trikot gewünscht hat. Kinder können so gemein sein.

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Nicht so ernst, liebe Bundesliga!

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2. Erkenntnis: Unser Redaktionsteam sollte dringend gegen den HSV spielen

Manchmal kann so ein Trainerrausschmiss einer Mannschaft Aufwind geben. Dem Hamburger SV müsste derzeit allerdings ein ganzer Tornado unter die Stollenschuhe fahren, damit überhaupt mal etwas vorwärtsgeht. Bei der Niederlage gegen Werder Bremen (wäre es eigentlich fies, das Nordderby in "Notderby" umzubenennen?) blieb die Windhose aus und der HSV auf seinen bisherigen vier Punkten sitzen. Und dann trifft auch noch Nils Petersen. Der hat seit dem 16. Februar 2013 nicht mehr in der Bundesliga getroffen. Und jetzt gleich zweimal. Es geht also weiter bergab mit dem HSV.

Unsere Erkenntnis daraus: Wenn es je einen Zeitpunkt gab, mit unserem Team aus größtenteils fußlahmen Bürohengsten gegen einen Bundesligisten anzutreten, dann jetzt. Wir sagen nicht, dass der HSV sogar gegen uns verlieren würde. Wir sagen nur, unsere Chancen standen noch nie so gut, zumindest ein Unentschieden herauszuschinden.

3. Erkenntnis: Wir wissen nicht mehr, was Handspiel ist

Wir geben es offen zu: Wir wissen einfach nicht mehr, was Handspiel ist. Sie etwa?

Aber der Reihe nach: Da spielte am Wochenende Hannover gegen Augsburg. Eine Partie, die in etwa so spannend ist wie ein Highlight-Zusammenschnitt von "Promi Big Brother". Dass sich die Begegnung dieser beiden grauen Mäuse dann aber doch noch zu einem unterhaltsamen Duell entwickelte, haben wir der schwammigen Handspielregelung der Fifa zu verdanken.

Also, danke liebe Fifa, dass wir uns weiterhin nach jedem Wochenende fragen müssen: Wann ist denn nun ein Handspiel ein Handspiel? Und warum ist ein Handspiel im Strafraum viel seltener ein Handspiel, obwohl der Spieler beim Handspiel mit derselben Hand spielt wie bei einem Handspiel außerhalb des Strafraums?

"Es wird Zeit für die gesamte Fußballwelt, dass bei der Handspiel-Regelung eine klare Linie reinkommt", fordert Augsburgs Jan-Ingwer Callsen-Bracker zu Recht. Unser Vorschlag: Ist die Hand im Spiel, ist es schlicht ein Handspiel.

4. Erkenntnis: Klopp hat ein Rotations-Problem

Jürgen Klopp wird froh sein, dass diese Woche endlich rum ist. Da entlädt sich der BVB-Vulkan in Neapel nur etwas zu nah am Vierten Offiziellen, schon geht das Geschrei los. Und nun auch noch dieses blöde Unentschieden in Nürnberg und die Erkenntnis, dass dieses Rotations-Ding in Dortmund einfach nicht so richtig funktioniert.

Zuallererst rotierte Klopp sich selbst von der Tribüne auf die Bank; dann rotierten Sokratis Papastathopoulos, Pierre-Emerick Aubameyang, Erik Durm und Marvin Duksch in die Startelf; Mats Hummels, Nuri Sahin, Henrikh Mkhitaryan, Robert Lewandowski rotierten raus, und der BVB rotierte sich so zum mageren 1:1 in Nürnberg. Ihnen ist schwindlig? Uns auch. Könnte aber auch am Wiesn-Bier liegen.

Apropos Wiesn: Wie man richtig rotiert, zeigte übrigens Neu-Bayer Pep Guardiola kurze Zeit später auf Schalke. Der vom grässlichen Bayern-Wiesn-Trikot verschonte Spanier brachte nämlich nicht Spieler a là Duksch oder Durm, sondern einfach nur Bastian Schweinsteiger für Thomas Müller. Und der machte dann mal gleich das 1:0. Mini-Rotation mit maximalem Ertrag.

5. Erkenntnis: Robbie ist der bessere Kruse

Apropos Rotation: Auch Bayer Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä veränderte seine Startformation und brachte in Mainz Stürmer Robbie Kruse. "Was, Kruse? Hat der nicht gestern erst für Gladbach ne Bude gemacht?", fragte sich da sicherlich der eine oder andere.

Stimmt schon, allerdings war das der Max, der da für Gladbach traf. Und das auch nur einmal. Gegen Braunschweig, wohlgemerkt! Braunschweig! Für Robbie in Mainz die perfekte Vorlage zu zeigen, dass er als Australier nicht nur naturgemäß cooler, sondern natürlich fußballerisch auch besser als dieser Max ist.

Tor, Vorlage, Tor – und zack war die Sache bereits nach 45 Minuten geritzt. In der Frage nach dem besseren Kruse hat Robbie eindeutig die Nase vorn.