In Dortmund werden die Ausmaße der Jogi-Verschwörung richtig deutlich. Der VfB Stuttgart scheint bei den eigenen Fans nicht besonders beliebt zu sein. In Berlin hat sich Adrian Ramos aus dem Madrid-Urlaub zurückgemeldet und bei Nürnberg und Mainz ist dieses Wochenende ganz viel Gefühl dabei. Die etwas andere Vorschau zum 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Die Jogi-Verschwörung

90. Minute im Signal-Iduna-Park. Im Fernsehen ist ein tobender Jürgen Klopp zu sehen. Seine Mannschaft hat gerade 0:6 gegen den FC Bayern München verloren. Schuld ist natürlich das Fehlen der schwarz-gelben Innenverteidigung. Zwar hat Bayern mit Franck Ribery und Bastian Schweinsteiger auch zwei wichtige Spieler im Krankenstand, aber die Verletzungsprobleme der Dortmunder sind natürlich um einiges dramatischer.

Im Breisgau sitzt ein Mann alleine vor dem Fernseher. Er beobachtet, wie Jürgen Klopp wütend zu seinem Handy greift. Wen er anruft wird "Kloppo" gefragt. "Den Löw natürlich. Was der mit meinen Jungs gemacht hat, ist eine grenzenlose Frechheit", schreit der hochrot angelaufene Trainer in ein Mikrofon. In dem Haus im Breisgau klingelt das Handy. "Willst du nicht ans Telefon gehen," ruft Frau Löw ins Wohnzimmer. "Nein nein," erwidert der Bundestrainer. "Das isch wieder nur der Jürgen mit seinen Verschwörungstheorien."

Keiner will den VfB sehen

Beim VfB Stuttgart sind sie ein bisschen traurig. Das Stadion ist immer halb-leer. "Es wäre schön, wenn die Hütte mal wieder voll wäre," sagt Stuttgarts Torwart Sven Ulrich. Aber nicht traurig sein, liebe VfBler, jetzt kommt ja der Viertplazierte aus Gladbach. Da könnte es dann schon wieder voller werden. Zumal die Statistik auf der Seite der Schwaben ist: Von 14 Begegnungen konnten die Gladbacher nämlich nur eine gewinnen. Nette Statistik!

Also kommt Bürger Stuttgarts, geht ins Stadion, das könnte ein gutes Spiel werden! Beide Mannschaften haben sich etwas vorgenommen: Die Stuttgarter wollen auf die Europa-League-Plätze und die Mönchengladbacher wollen, äh, da genau nicht hin. Die Borussen haben sich schon so sehr an den vierten Platz in der Tabelle gewöhnt, den wollen sie so schnell nicht mehr hergeben. Zwischen Führungstrio und abgeschlagenem Mittelfeld lebt es sich nämlich ganz gemütlich.

Was erlauben Ramos?

So ein Kurztrip kann ja für Erholung sorgen. Und Madrid ist ein ganz exquisites Ziel. Das dachte sich auch Hertha-BSC-Profi Adrian Ramos. Der hing die halbe Woche in der spanischen Hauptstadt fest. Warum? Sein Flug wurde gestrichen. Eigentlich nicht so schlimm. Kann ja mal passieren. Aber drei Mal? Zumal die Flughafenauskunft Tegel berichtet, dass in den vergangenen drei Tagen kein Flug aus Madrid gestrichen wurde? Komisch. Fakt ist, vor dem wichtigen Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Wochenende drei Trainingseinheiten wegen einer Shopping-Tour in Madrid sausen zu lassen, ist nicht sehr professionell.

Aber gut, das letzte Wort spricht immer noch BSC-Trainer Luhukay. Und der ist ein Pünktlichkeits-Fanatiker. Also was wird passieren? Wir könne die Frage an dieser Stelle auch nicht beantworten, aber gegen den Drittplatzierten aus Leverkusen braucht die Hertha jeden Spieler. Schließlich hofft die Bayer-Elf auf eine Dortmunder Niederlage und den zweiten Platz in der Tabelle. Es ist anzunehmen, dass Luhukay dem Schlawiner Ramos seinen madrilenischen Einkaufsbummel verzeiht. Bayer Leverkusen sei Dank.

Mainz spielt für Mohamed ... und Bremen auch

Mohamed Zidan kann einem schon leid tun. Der ehemalige Mainzer wurde diese Woche wegen Scheckbetrug in Ägypten zu sechs Jahren Haft verurteilt. Das ist keine rosige Aussicht, findet auch Mainz-Manager Christian Heidel: "Zidan in einem ägyptischen Gefängnis möchte ich mir nicht vorstellen". Ob ägyptische Gefängnisse besonders schlimm sind, wissen wir nicht. Sicher ist jedoch, dass wohl kein Gefängnis auf dem Welt dem Lebensstandard eines ehemaligen Fußballprofis gerecht wird. In so eine Zelle passt ja auch kein Flachbildfernseher.

Aber zurück zu Zidan und Mainz. Der war bis zum Sommer 2012 in Mainz angestellt und mit 29 Toren in einer Saison Rekord-Schütze. Und vielleicht, ganz vielleicht, gibt der Gedanke an den ehemaligen Kollegen, der hinter schwedischen, nein, ägyptischen Gardinen sitzt, das Quäntchen Extra-Motivation im Mittelfeldkampf.

Aber nicht so schnell. Wo hat Zidan denn noch gespielt? Ah ja, beim Gegner vom Sonntag - dem SV Werder Bremen. In der Tat eine typische Patt-Situation. Vielleicht wollen die Bremer das nächste Spiel auch dem Ex-Kollegen widmen. Am Sonntag finden wir heraus, wer den Ägypter lieber hat.

Zuhause ist wo das Herz ist

Wenn der Tabellenfünfte VfL Wolfsburg am Samstag bei den Schlusslichtern aus Nürnberg vorstellig wird, freut sich einer ganz besonders. Wölfe-Trainer Dieter Hecking, der drei Jahre lang an der Seitenlinie des Klubs stand, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Eigentlich schön, aber für den Coach kann das Wiedersehen nicht nur hässlich, sondern auch traurig werden. Hässlich, weil ihm viele Nürnberger Fans seinen plötzlichen Abzug aus dem Frankenland immer noch übel nehmen. Traurig, weil der Club bisher sieglos ist.

Für Hecking eine schwierige Situation: "Wer glaubt, dass wäre ein Genugtuung für mich, dass der FCN im Keller steht, liegt komplett daneben," sagt der Trainer, der aus seiner Liebe zum alten Verein kein Geheimnis macht.

Stellt sich die Frage: Wird sich Hecking gnädig zeigen? Vielleicht schenkt der Trainer seinem alten Club einen Punkt oder drei. Falls ja, sollte er den wiedergenesenen Diego vielleicht noch ein Spiel auf der Bank behalten. Sonst zerbricht die alte Liebe vielleicht für immer.