Der FC Bayern München kauft Kevin De Brunye - und nicht Ilkay Gündogan. Außerdem spielen Affen besser als Dinos, Schalke und Augsburg in Zukunft hingegen nur noch Europa League. Und auch auch die Absteiger stehen nach dem vorletzten Spieltag schon fest. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen und nicht ganz ernst gemeinten Lehren des jeweiligen Spieltags der Bundesliga.

Eine Glosse
von Christian Aichner

1. Erkenntnis: Der FC Bayern München kauft nicht Ilkay Gündogan

Die Saison geht zu Ende, die Fans dürfen sich auf die schönste Zeit des Jahres freuen: Die Transferzeit. Denn wann, wenn nicht in dieser Zeit, kann sich ein Fan von seinem Verein einfach mal was wünschen. Wenn Sie jetzt Bayern-Fan sind, müssen wir Sie leider enttäuschen. Denn wir verraten Ihnen, wen die Münchner im Sommer sicher nicht holen. Also fangen Sie lieber gar nicht an, ihn sich an die Säbener Straße zu wünschen.

Es geht um Ilkay Gündogan, der den BVB am Ende der Saison ziemlich sicher verlassen wird. Aber er wird nicht zum FC Bayern München gehen! Wie wir darauf kommen? Erstens schwächt der FCB nur direkte Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft. Und nach dem 1:2 von Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg ist auch ohne Blick auf die Tabelle klar, dass der größte Titelkonkurrent – sollte es so etwas in naher Zukunft überhaupt wieder geben – der VfL sein wird.

Und zweitens – und das ist noch viel entscheidender - hat Gündogan mit einem wirklich unansehnlichen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung das Wolfsburger 0:1 eingeleitet. Und wie der zwischenzeitliche Freiburger Ausgleich zum 1:1 (oder die Spiele gegen Barcelona oder die Pleite im DFB-Pokal gegen Dortmund oder die Niederlage gegen Augsburg) gezeigt hat, besitzt der FCB genug Spieler, die in der Vorwärtsbewegung wirklich unansehnliche Fehlpässe spielen können, die umgehend zu einem Gegentor führen.

2. Erkenntnis: Der FC Bayern München kauft Kevin De Bruyne

Leider müssen wir die FCB-Fans erneut enttäuschen. Denn spätestens seit Samstagnachmittag um 15:31 Uhr steht auch fest, wen der FC Bayern im Sommer kaufen wird: Kevin De Bruyne.

Erstens – und das erwähnen wir jetzt nochmal, weil es so wichtig für das Münchner Selbstverständnis ist - weil man den einzigen potentiellen Titelkonkurrenten der Zukunft schwächen will. Und zweitens weil De Bruyne in der ersten Minute gegen Dortmund nun schon zum 21. Mal, das gemacht hat, was den Bayern in den letzten drei Ligaspielen nur ein einziges Mal gelungen ist: ein Tor vorbereiten.

3. Erkenntnis: Affen spielen besser Fußball als Dinos, aber schlechter als Zauberflöhe

Wir hören jetzt auf uns auf die schönste Zeit im Jahr zu freuen und blicken stattdessen dahin, wo wir nur am Ende der Saison hingucken: ans Tabellenende. Weil die Mannschaften interessieren uns als Erfolgsfan eigentlich nur wenn’s Spannung im Abstiegskampf gibt. Wobei: Wenn man sieht, was der VfB Stuttgart die letzten Wochen so abgeliefert hat, muss man sie schon fast erfolgreich nennen.

Oder eben "Affen", wie es VfB-Trainer Huub Steven während der Woche gemacht hat. Zur Erklärung: "Affe" bedeutet im niederländischen etwas ganz anderes als im Deutschen. Das sagte Stevens vor dem Spiel gegen den Hamburger SV. Was es genau bedeutet, hat er leider nicht gesagt. Wir – als gut vernetzte Journalisten – haben kurzerhand einen niederländischen Kollegen kontaktiert, der uns die Erklärung prompt geliefert hat: Es ist ein Fast-Lob und bedeutet so etwas wie "Zauberfloh" im Spanischen.

Nach mehrmaligem Nachfragen wurde uns dann jedoch erklärt, dass es das nicht so ganz trifft. Eher so "besser am Ball als Dinos". Also viel besser. Also genau zwischen Zauberflöhen und Dinos sozusagen. Das heißt, dass "Affen" einfache Pässe spielen, ein bisschen verteidigen und zwei Tore gegen Hamburg schießen können. Man könnte also auch sagen: "Affen" bedeutet so etwas wie Gerade-So-Nicht-Absteiger. Und die Dinos vom HSV, naja, die kommen sicher auch in der zweiten Liga gut zurecht.

4. Erkenntnis: Wir wissen, wer absteigt

Wir wissen ohnehin schon, wer in diesem Jahr die Liga hält und wer absteigt. Und das nicht etwa weil wir Ahnung von Fußball haben oder wissen wie die direkten Abstiegsduelle am letzten Spieltag zwischen Hannover 96 und dem SC Freiburg sowie dem SC Paderborn und Stuttgart ausgehen. Sondern weil wir auf den legendären letzten Spieltag der Saison 1998/1999 zurückblicken. Gladbach war schon vor dem letzten Spieltag abgestiegen. Rechnerisch konnte es von Platz zwölf bis 17 aber noch sechs Teams treffen. Auch diesmal kann es vor dem 34. Spieltag noch sechs Mannschaften treffen – auch wenn diesmal noch kein Team bisher fix als Absteiger feststeht, ziehen wir den Vergleich einfach mal.

Also: Läuft es ähnlich wie damals – Nürnberg, Zwölfter vor dem letzten Spieltag, musste am Ende wegen der weniger geschossenen Tore runter – trifft es diesmal die Hertha. Zwar hat die Alte Dame, derzeit auf Platz 13, zwölf Tore mehr geschossen als der HSV. Aber bitte, Hamburg spielt gegen Schalke. Da geht doch was!

5. Erkenntnis: Bitte nur noch Europa League spielen

Apropos Schalke. Die Fans hatten heute tatsächlich mal wieder Grund zur Freude. Also zur Schadenfreude. So geschehen in Minute eins als Wolfsburg gegen Dortmund in Führung ging und die Europa League in greifbarer Nähe war. Kurz vor Schluss haben sie sich dann erneut freuen dürfen, weil Schalke 1:0 in Führung gegangen ist – natürlich nicht durch einen eigenen Treffer, sondern ein Paderborner Eigentor. Dazwischen gab's eigentlich wieder mal nur Pfiffe, weil die Leistung erneut unterirdisch war. Aber egal, jetzt geht's nach Europa. Und das sogar aus eigener Kraft. Oder dank Paderborner Schützenhilfe.

Ganz so schlecht spielt Augsburg derzeit nicht, immerhin wurde ja zuletzt der FC Bayern geschlagen. Das ist momentan aber wirklich keine Auszeichnung. Und, wenn wir ehrlich sind: Der FCA steht eigentlich nur deswegen auf Platz sechs, weil Dortmund, Bremen und Hoffenheim noch viel schlechter sind.

Für alle, die diese Trauerspiele im Kampf um die Europa-League-Plätze nicht mehr ertragen können, gibt's jetzt eine exklusive Mitteilung der DFL: In Zukunft spielen der Fünfte und Sechste der Vorsaison nur noch in der Europa League und nicht mehr in der Bundesliga – zumindest in der Rückrunde. So sollen einerseits die Chancen auf einen deutschen Europa-League-Titel erhöht werden. Und andererseits das ästhetische Empfinden sowie die Pfeiforgane der Bundesliga-Fans geschont werden.