• Sadio Mané soll der Wunschspieler des FC Bayern München sein.
  • Der Offensivspieler vom FC Liverpool hat angekündigt, sich nach dem Champions-League-Finale über seine Zukunft zu äußern.
  • Mané würde vermutlich nicht Robert Lewandowski, sondern einen anderen Bayern-Star ersetzen.

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Allzu viel wollte Sadio Mané noch nicht verraten. Als der Stürmer des FC Liverpool nach seiner Zukunftsplanung gefragt wurde, antwortete er gegenüber "Sky Sports": "Ich werde die Fragen bezüglich meiner Zukunft nach dem Champions-League-Finale beantworten. Ich sage nicht 'Ja oder Nein', ich antworte nach dem Champions-League-Finale."

Mané trifft am Samstagabend mit Liverpool auf Real Madrid. Bereits im Jahre 2019 gewann er gemeinsam mit Trainer Jürgen Klopp die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball. Nun kann er diesen Erfolg wiederholen. Es wäre der perfekte Abschluss seiner sechsjährigen Vereinsangehörigkeit in Liverpool.

Mané steht zwar noch ein Jahr beim englischen Traditionsverein unter Vertrag. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass der Offensivspieler bereits in diesem Sommer England verlassen und zum FC Bayern München wechseln wird.

Liverpool soll rund 50 Millionen Euro Ablöse fordern

Wie die "Bild" berichtet, hat eine Verpflichtung des Senegalesen für den FC Bayern oberste Priorität. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters sollen mit Mané-Berater Björn Bezemer von der Agentur ROOF bereits ein persönliches Treffen in Mallorca abgehalten haben. Mané soll die Vereinsführung vom FC Liverpool sogar bereits über seinen Wechselwunsch informiert haben.

Selbst bei der Ablösesumme scheinen die Vereine nicht weit auseinanderzuliegen. Liverpool soll bei rund 50 Millionen Euro gesprächsbereit sein. Der FC Bayern hingegen sei bereit, etwa 30 Millionen Euro zu zahlen. Gut möglich, dass sich beide Seiten in der Mitte treffen.

Mit Mané bekäme der FC Bayern München einen schnellen und flexibel einsetzbaren Offensivspieler, der auf beiden Flügeln wie auch als Mittelstürmer agieren kann. In 268 Pflichtspielen für den FC Liverpool gelangen ihm 120 Tore und 48 Vorlagen.

Ein "Weltklassespieler" mit einem Hauch von Michael Jordan

"Er ist eine Maschine", sagt Klopp. "Er ist ein herausragender Spieler. Dieser Mix aus Körperlichkeit, Einsatz und Technik ist enorm - vor allem jetzt, wo alle viele Spiele in den Knochen haben." Der deutsche Trainer bezeichnet Mané als einen "Weltklassespieler".

Trotz seiner geringen Körpergröße von lediglich 1,74 Meter ist Mané auch überraschend kopfballstark. Nachdem der Torjäger im April 2019 in einem Spiel zwei Kopfballtore erzielt hatte, sagte Klopp einmal: "Er ist gesprungen wie Michael Jordan."

Warum der FC Liverpool ihn möglicherweise trotzdem ziehen lassen würde? Der Fokus der Vereinsführung scheint darauf zu liegen, den Vertrag mit dem ägyptischen Superstar Mohamed Salah zu verlängern. Auch dessen Vertrag endet in einem Jahr.

Liverpool muss womöglich an die finanzielle Schmerzgrenze gehen, um den 29-Jährigen längerfristig zu binden. Das macht es schwierig, parallel dazu auch noch Mané ein lukratives Vertragsangebot zu unterbreiten. Mané wiederum könnte nach seinen bisherigen Stationen in Frankreich, Österreich und England noch einmal das Verlangen verspüren, eine andere europäische Top-Liga kennenzulernen.

Der ehemalige Bayern-Spieler und frühere Bundesliga-Trainer Markus Babbel sagt im Interview mit "Sky Sport": "Ich könnte mir gut vorstellen, dass das klappt. Mané ist kein Topverdiener in Liverpool. Sollte dieser Deal stattfinden, wird Lewandowski verkauft. Davon bin ich überzeugt."

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Ersetzt Mané Serge Gnabry?

Möglich wäre allerdings auch, dass Lewandowski sein letztes Vertragsjahr in München erfüllen muss, dafür aber Serge Gnabry verkauft wird. Dessen Vertrag endet ebenfalls in einem Jahr. Die eigentlich anvisierte Vertragsverlängerung scheint sich schwierig zu gestalten.

Laut der "Sport Bild" möchte der FC Bayern den deutschen Nationalspieler verkaufen, sofern keine Verlängerung zustande kommt. Der spanische Top-Verein Real Madrid soll an ihm interessiert sein. Gnabry und Mané werden von der gleichen Agentur vertreten, sodass die Verantwortlichen des FC Bayern für beide Transfers den gleichen Ansprechpartner hätten.

Ein Wohltäter aus einfachen Verhältnissen

Mit Mané bekäme der FC Bayern nicht nur einen Weltklassespieler, sondern vermutlich auch einen guten Charakter hinzu. Mané engagiert sich für wohltätige Zwecke - hat zum Beispiel in seinem senegalesischen Heimatdorf Bambali für 230.000 Euro eine Schule finanziert – und entsprang selbst bescheidenden Verhältnissen.

"Ich bin mit zehn anderen Personen im Haus aufgewachsen, niemand wollte, dass ich Fußballer werde", berichtete er einmal gegenüber den Vereins-Medien des FC Liverpool. "Mit 15 Jahren habe ich mir von jemandem, der wie mein Vater war, Geld ausgeliehen und bin nach Dakar aufgebrochen. Ich habe mit niemandem gesprochen. Für eine Woche wusste niemand, wo ich war."

Über die Generation-Foot-Akademie in Dakar gelang ihm im Alter von 19 Jahren der Sprung nach Frankreich zum FC Metz. Den Durchbruch schaffte er allerdings erst nach seinem Wechsel im Jahre 2012 zum österreichischen FC Red Bull Salzburg.

Von dort aus wechselte Mané zwei Jahre später für eine Ablöse von 23 Millionen Euro nach England zum FC Southampton. 2016 erfolgte der Wechsel für rund 41,2 Millionen Euro nach Liverpool. Ob der FC Bayern nun seine nächste Station ist? Zeitnah nach dem Champions-League-Finale dürfte sich das aufklären.

Verwendete Quellen:

  • sport.sky.de: Interesse von Bayern: Mané äußert sich zu seiner Situation
  • sport.sky.de: Wechsel zum FC Bayern? Mané kündigt Entscheidung an
  • sport.sky.de: Babbel über FC Bayern: "Die Außendarstellung ist ein Desaster"
  • Sport Bild (21/2022): Greift Real bei Gnabry an?
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