Die Nachricht ist ein Schock für den FC Bayern: Sein Top-Stürmer fällt für vier Wochen aus. Ein gleichwertiger Ersatz für Robert Lewandowski ist bewusst nie verpflichtet worden. Welcher Spieler kann den 31-Jährigen in den nächsten Wochen vertreten?

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Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München muss in den nächsten vier Wochen auf seinen verletzten Stürmerstar Robert Lewandowski verzichten. Der Pole habe sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Chelsea "einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk" zugezogen, teilte der Verein am Mittwoch mit.

Für Lewandowski wird es die längste Verletzungspause seiner bisherigen Karriere. Beim deutschen Rekordmeister fehlte er in knapp sechs Jahren bisher nur in zwölf Spielen. Nun werden es voraussichtlich ganze sechs Spiele sein, in denen der Stürmer nicht mitwirken kann.

Der 31-Jährige verpasst neben dem Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den FC Schalke am 3. März unter anderem auch das Rückspiel in der Champions League gegen die "Blues" am 18. März. Immerhin in den wichtigen Bundesligaspielen bei Borussia Dortmund (4. April) und danach bei Bayer Leverkusen könnte der Torjäger dann wieder dabei sein.

Hoffenheims Trainer Schreuder: "Unser Vorteil, wenn Lewandowski fehlt"

Der erste Gegner jedoch, der von Lewandowskis Ausfall möglicherweise profitiert, ist die TSG 1899 Hoffenheim. Der Tabellen-Achte der Bundesliga empfängt am 24. Spieltag deren Tabellenführer (Samstag um 15:30 Uhr). "Wenn Lewandowski nicht mitmachen kann, ist das schon ein Vorteil für den Gegner", sagte TSG-Coach Alfred Schreuder im Rahmen einer Pressekonferenz. "Er ist seit zehn Jahren der beste Stürmer der Liga."

Den erreichten über Twitter zahlreiche Genesungswünsche. Auch Teamkollege Thomas Müller wünschte gute Besserung.

Lewandowski bedankte sich: "Danke für all eure netten Worte der Unterstützung. Drückt die Daumen. Ich werde bald zurück sein und ich werde bereit sein zu kämpfen.

Dass Lewandowski für die Bayern immens wichtig ist, ist bekannt. Seine Statistiken sind dennoch beeindruckend: In dieser Saison stand der Pole in jedem Spiel in der Startelf, er absolvierte laut "Transfermarkt.de" 99 Prozent der möglichen Spielminuten. Kurz: Lewandowski spielt immer! Dabei erzielte er bisher 39 Tore in 33 Pflichtspielen, fünf weitere Tore bereitete er vor.

Die Bayern-Führung hatte zuletzt bewusst darauf verzichtet, einen Eins-zu-Eins-Ersatz für Lewandowski zu verpflichten. Nachdem der Führende der Torjägerliste der Bundesliga ohnehin immer spielt und ohnehin Tore schießt wie am Fließband, würde jeder Konkurrent nur auf der Bank versauern - so in etwa die Argumentation der Verantwortlichen.

Nun fällt er also doch aus. Das Transferfenster ist geschlossen, ein externer Ersatz kann nicht geholt werden. Vielmehr sind nun die Teamkollegen gefordert. Welche Spieler kommen als Ersatz überhaupt in Frage?

Thomas Müller

Eine Option für den Lewandowski-Ersatz ist Thomas Müller. Der 30-Jährige ist in der Offensive flexibel einsetzbar. Je nach Personallage hat er in seiner Karriere schon auf beiden Flügeln und eben auch im Sturmzentrum ausgeholfen.

Am wohlsten fühlt er sich allerdings auf der Position hinter der Spitze, wo er sich frei bewegen und mit seinen Läufen in die Spitze immer wieder Raum für andere schaffen kann.

Hinzu kommt, dass Müller in dieser Saison bisher weniger seine Vollstreckerqualitäten als vielmehr seine Fähigkeiten als uneigennütziger Vorlagengeber gezeigt hat. Vor Kurzem stellte er mit seinen vierzehn Torvorlagen in der Bundesliga auch einen Rekord auf. Bundesligatore erzielte er hingegen nur fünf.

Joshua Zirkzee

Ein weiterer Kandidat ist Joshua Zirkzee. Der 18-Jährige ist mit seinen 1,93 Metern ein klassischer Mittelstürmer und trat Ende vergangenen Jahres in Erscheinung. Damals schoss er in zwei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen gegen den SC Freiburg und gegen den VfL Wolfsburg jeweils kurz nach seiner Einwechslung das Siegtor.

Ganze acht Bundesligaminuten brauchte er für seine zwei Tore. Flick ist ein großer Fan von Zirkzee und traut ihm den Durchbruch zu. Mittlerweile steht er in fast jedem Spiel der Profis im Kader.

Zum Einsatz kommt er aber hauptsächlich in der dritten Liga bei der zweiten Mannschaft der Bayern. Dort erzielte er in 16 Spielen zwei Tore und bereitete drei Treffer vor.

Dass der FC Bayern den Druck allein auf die Schultern des Niederländers legen will, ist unwahrscheinlich. Dennoch könnten in den nächsten Wochen einige Minuten Einsatzzeit hinzukommen.

Serge Gnabry

Die nächste und gleichzeitig wahrscheinlichste Option ist Serge Gnabry. In der Champions League gegen den FC Chelsea erzielte er zwei Tore. Zuvor hatte er in der Bundesliga beim 3:2-Sieg gegen Paderborn ein Tor erzielt und zwei vorbereitet. Insgesamt steht er in dieser Saison bei 17 Toren und zehn Vorlagen in 30 Pflichtspielen.

Diese Werte erreicht er bei den Bayern allerdings als Außenbahnspieler und nicht als klassischer Mittelstürmer. In der deutschen Nationalmannschaft sieht das anders aus.

Dort kommt der 24-Jährige meist als zentraler Stürmer zum Einsatz und hat dabei überragende Statistiken. In 13 Länderspielen kommt er auf 13 Tore und vier Vorlagen. Das sind Zahlen, die ihn - zumindest vorübergehend - für die Rolle des Lewandowski-Ersatzes qualifizieren.

So schmerzhaft die Verletzung Lewandowskis für ihn und auch für den FC Bayern ist: verlängert sich dich Ausfallzeit nicht maßgeblich, sollten die Bayern den Ausfall kompensieren können. Pünktlich zur heißen Endphase der Saison sollte der Weltklassestürmer dann aber wieder zurück sein.

Mit Material der dpa und der AFP

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In dieser Form meldet der FC Bayern Ansprüche auf seinen dritten Triumph in der Champions League nach 2001 und 2013 an: Das Achtelfinalhinspiel beim FC Chelsea London nutzt der Deutsche Meister zu einer Demonstration seiner spielerischen Potenz. Und zwei Spieler ragen ob ihrer tollen Zusammenarbeit heraus. (Teaserfoto: imago images/Focus Images/Daniel Hambury) © DAZN