Möchte der FC Bayern München das Viertelfinale der Champions League erreichen, muss er eines der besten Sturm-Trios der Welt stoppen. Salah, Mané und Firmino stehen für Offensiv-Power der Extra-Klasse.

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Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino - der FC Liverpool hat das vielleicht beste Sturm-Trio im europäischen Fußball vorzuweisen. 38 der 59 Liverpool-Tore in der Premier League gehen auf ihr Konto. Vergangene Saison stürmten sie gemeinsam bis in das Champions-League-Finale.

Selbiges wollen sie in dieser Spielzeit wieder vollbringen - und dafür im Achtelfinale (Hinspiel heute um 21 Uhr, live bei Sky und bei uns im Ticker) zunächst den FC Bayern München bezwingen. Den "Fab Three" oder "Fantastic Three", wie sie in England bezeichnet werden, dürfte dabei eine Schlüsselrolle zukommen.

Im Verbund sind sie für eine gegnerische Abwehr kaum zu stoppen. Liverpool-Legende Ian Callaghan sagt im Kicker-Sportmagazin über das Trio: "Wenn die drei Jungs da vorne in der gegnerischen Hälfte loslegen, geht es blitzschnell, im Strafraum genauso. Es ist begeisternd, ihnen zuzuschauen."

Salah: Ein Spielertyp wie Lionel Messi

Der ägyptische Superstar Salah greift über die rechte Seite an, sein Spielstil erinnert an Lionel Messi: Schnell und wendig, kaum vom Ball zu trennen, eiskalt im Abschluss.

Über links kommt der senegalesische Nationalspieler Mané - ein Tempodribbler der Extraklasse, der mit seinem Turbo-Antritt und seiner engen Ballführung auf das Tor zustürmt, dann blitzschnell abschließt oder den tödlichen Pass zum Nebenmann spielt.

Firmino-Einsatz unsicher

Dazwischen agiert normalerweise Firmino, der sich gerne tief fallen lässt, sich selber die Bälle holt, technisch stark ist und sowohl als Torjäger wie auch als Vorlagengeber brilliert.

Sein Einsatz für das heutige Hinspiel ist allerdings noch fraglich, weil der brasilianische Nationalspieler das Abschlusstraining krankheitsbedingt verpasste. Spätestens im Rückspiel ist er wieder gesetzt.

Die Alternative wäre wohl Ex-Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri - ein weiterer wuseliger und nimmermüder Dribbler. Irgendwie ist es fast auch egal, wer in der Mitte aufläuft. Inmitten dieser Flügelzange sieht praktisch jeder Mittelstürmer gut aus.

Ex-Profi Lutz Pfannenstiel sagt auf achtzehn99.de über Mané und Salah: "Beide haben unglaubliches Tempo - auch mit dem Fuß am Ball. Salah ist in diesem Bereich sogar einer der schnellsten Spieler der Welt. Sie kommen immer wieder ins Dribbling und sind jederzeit in der Lage, sich Chancen zu erspielen."

Erfolgsschlüssel: Pressing und Umschaltspiel

Eine Besonderheit: Im Gegensatz zu anderen Superstars wie zum Beispiel Neymar sind sich Salah und Mané nicht zu schade dafür, auch gegen den Ball zu arbeiten. Sie haben die Philosophie von Trainer Jürgen Klopp verinnerlicht. Und die lautet: Pressing, Pressing, Pressing, immer den ballführenden Spieler unter Druck setzen, dann blitzschnell umschalten.

Möglicherweise hängt die Arbeitsmentalität der Offensiv-Stars auch damit zusammen, dass sie nicht bereits in jungen Jahren gefeiert wurden wie Ronaldo, Messi oder Neymar, sondern sich ihren Erfolg über Jahre erarbeiten mussten.

Der lange Weg bis zur Weltspitze

Salah war beim FC Basel und vor allem beim FC Chelsea, wo er unter José Mourinho lediglich Reservist war, noch weit vom Prädikat Weltklasse entfernt. Mané wiederum musste sich über die eher zweitklassige österreichische Bundesliga bei Red Bull Salzburg für höhere Aufgaben empfehlen und war mit einigen Skeptikern konfrontiert.

Kurios: Als Mané damals den nächsten Schritt machen und in die Bundesliga zu Borussia Dortmund wechseln wollte, war es ausgerechnet der damalige BVB-Trainer Jürgen Klopp, der ihn für nicht gut genug befand. "Das war einer meiner größten Fehler", gibt Klopp heute zu. "Das Leben hat mir eine zweite Chance gegeben, mit ihm zu arbeiten."

Auch Firmino musste in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim zunächst eine Entwicklung durchlaufen, ehe er zum Top-Stürmer wurde. Zusammen zahlte Liverpool für die drei Offensivspieler "nur" rund 124 Millionen Euro an Ablöse - heute würde wohl jeder einzelne von ihnen so viel kosten, Salah sogar deutlich mehr.

Bayern-Abwehr wackelt

Ob es den Bayern gelingt, diese Offensiv-Power aufzuhalten? Ausgerechnet vor diesem Duell präsentiert sich die Abwehr wackelig. Acht Gegentore kassierte der deutsche Rekordmeister in den vergangenen vier Spielen - und das gegen Gegner wie den FC Augsburg, Hertha BSC und Bayer Leverkusen. Wie soll dann der Mega-Sturm von Liverpool gestoppt werden?

Trainer Niko Kovac setzt auf Kompaktheit: "Die Viererkette und das defensive Mittelfeld müssen so formiert sein, dass wir, selbst wenn wir angreifen, eine ordentliche Restverteidigung behalten. Du kannst nur so gut offensiv agieren, wie du defensiv nach Ballverlust aufgestellt bist. Wir müssen eine Balance haben."

Kovac weiß eben: Gegen den Liverpool-Sturm würde jeder Fehler eiskalt bestraft werden.

Verwendete Quellen:

  • achtzehn99.de: Pfannenstiel: "Firmino ist Klopps Schlüsselspieler"
  • Kicker (Champions-League-Sonderheft) "Jürgen wird besonders gut vorbereitet sein"
  • Kicker (8/2019) "Reds Bull"
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