Vergessen Sie den Glanz der Champions League! Heute beginnen die Achtelfinalpartien des DFB-Pokals. Ein ehrlicher Wettbewerb, in dem tatsächlich noch alles passieren kann. Sogar, dass der 1. FC Saarbrücken Borussia Dortmund rauswirft. Denn der Pokal ist immer für eine Sensation gut.

Noch vor wenigen Wochen hätte kaum jemand dem 1. FC Saarbrücken auch nur den Hauch einer Chance gegen Borussia Dortmund (20:30 Uhr, LIVE auf Sky und bei uns im Ticker) eingeräumt. Heute sieht das anders aus. Die Dortmunder haben es nämlich laut eigener Aussage hinbekommen, sich auf Saarbrücker Niveau "herunterzuverletzen" (Jürgen Klopp). Inzwischen hat sich auch Marco Reus krank gemeldet. Und auf einmal wird das Duell Drittligist gegen den Finalisten der Champions League wieder ziemlich interessant.

Immerhin werden die Saarbrücker von Milan Sasic trainiert. Der hatte es 2011 mit dem damaligen Zweitligisten MSV Duisburg bis nach Berlin ins Endspiel geschafft - ging damals allerdings 0:5 gegen den FC Schalke 04 unter. Trotzdem, der 1. FC Saarbrücken fühlt sich wohl im DFB-Pokal. Das hat auch schon Werder Bremen zu spüren bekommen. Und die Vorfreude auf das Spiel gegen den BVB ist gewaltig: "Das ist wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Es ist eine tolle Sache, dass unsere Fans die besten Fußballer der Welt in unserem Stadion zu sehen bekommen", sagt Sasic. Wobei diese Aussage aufgrund des Dortmunder Verletzungspechs nicht mehr ganz zu halten ist.

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Immer dieser DFB-Pokal ...

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FC Schalke 04 gegen TSG 1899 Hoffenheim

Kaum zu halten ist in letzter Zeit auch Sejad Salihovic von der TSG 1899 Hoffenheim. Seinen Toren ist es zu verdanken, dass die Sinsheimer noch nicht auf den Abstiegsplätzen in der Tabelle angekommen sind. Im Pokalspiel gegen den FC Schalke 04 (20:30 Uhr, LIVE auf Sky und bei uns im Ticker) ist der Bosnier jedoch fraglich. Ein herber Schlag für Trainer Markus Gisdol. Zumal die Hoffenheimer kaum damit rechnen können, hinten zu null zu spielen. 34 Gegentore in der bisherigen Saison sagen eigentlich alles. Und die Schalker treten nach ihrem 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart mit breiter Brust an.

Die Zuschauer können sich wohl auf ein torreiches Spektakel freuen. Das glaubt auch Schalkes Kevin-Prince Boateng: "Hoffenheim schießt gerne Tore und muss oft Gegentore hinnehmen. Das könnte ein kurzweiliges Spiel werden."

Hamburger SV gegen 1. FC Köln

Beim Hamburger SV könnten sie hingegen getrost auf ein Spektakel verzichten. Den Hamburger geht es gegen den 1. FC Köln (19:00 Uhr, LIVE auf Sky und bei uns im Ticker) vor allem um den Sieg. "Sollten wir gewinnen, wären wir unter den letzten Acht. Das ist für den Verein, für die Mannschaft eine Riesensache, mal abgesehen vom finanziellen Aspekt", sagt HSV-Sportchef Oliver Kreuzer. Der HSV will sich endlich vom Image des Krisenklubs befreien. Er braucht die Aufbruchsstimmung. Kapitän Rafael van der Vaart kann Bert van Marwijks Team bei dieser Mission noch nicht helfen. Der Niederländer ist zwar ins Training zurückgekehrt. Für einen Einsatz reicht es jedoch frühestens gegen den FC Augsburg am Wochenende.

Doch die Kölner werden es dem Bundesliga-Dino sicherlich nicht leicht machen. Immerhin steht der FC wieder auf Platz eins in der Zweitligatabelle. Und vom Selbstverständnis her gehören die Kölner ohnehin in die erste Liga. Trainer Peter Stöger denkt sogar noch ein Stück weiter. "Wir werden die stärkste Mannschaft aufbieten, denn wir wissen auch, dass es der kürzeste Weg nach Europa ist", sagte er dem "Kölner Express". Das übergeordnete Ziel ist also die Europa League. Da würde der HSV auch gerne hinkommen.

1. FC Union Berlin gegen 1. FC Kaiserslautern

Soweit denkt Union Berlin vermutlich nicht. Für die "Eisernen" wäre schon das Erreichen des Viertelfinales gegen Kaiserslautern (19:00, LIVE auf Sky und bei uns im Ticker) eine große Sache. Denn die Berliner stecken in der Krise. Den ganzen November über gab es keinen einzigen Sieg, nur einen Punkt und 1:10 Tore. Gegen Lautern muss der Befreiungsschlag her, aber Union-Trainer Uwe Neuhaus verpasst dieser Hoffnung schon vor dem Spiel einen Dämpfer: "Wir sind Außenseiter. Wenn man die Tendenzen und Formkurven sieht, muss man das so sagen. Ich glaube, dass Kaiserslautern mit breiter Brust auflaufen wird. Und sie haben vom Kader her eine Erstligamannschaft." Das muss man wohl so unterschreiben, doch gibt es im Pokal durchaus schlechtere Rollen als die des Außenseiters.