Von
Sabrina Schäfer

Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft wird endlich wieder spannend - auch wenn RB Leipzig vermutlich das gleiche Problem hat wie der Impfstoff von AstraZeneca. Hier folgt unsere nicht immer ganz ernst zu nehmende Rückschau auf den 22. Spieltag.

Die Ergebnisse des 22. Spieltags

  • Arminia Bielefeld - VfL Wolfsburg 0:3
  • Eintracht Frankfurt - FC Bayern 2:1
  • 1. FC Köln - VfB Stuttgart 0:1
  • Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05 1:2
  • SC Freiburg - Union Berlin 0:1
  • Schalke 04 - Borussia Dortmund 0:4
  • FC Augsburg - Bayer 04 Leverkusen 1:1
  • Hertha BSC - RB Leipzig 0:3
  • TSG 1899 Hoffenheim - Werder Bremen 4:0

Davon sollten Sie am Wochenende gehört haben

  • Schon die ganze Vorwoche fiel dem Streaminganbieter DAZN die undankbare Aufgabe zu, das Spiel zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Wolfsburg als "Freitagskracher" zu verkaufen und so potenzielle Abonnenten zu werben. Keine Ahnung, ob das Spiel den Erwartungen gerecht wurde, aber immerhin sind drei Tore gefallen. Vielleicht hätte sich das Einschalten also doch gelohnt. Alleine, um zu sehen, wie es sein kann, dass Wolfsburg plötzlich auf Platz drei in der Tabelle steht.
  • Der FC Augsburg hätte es fast geschafft. So nah dran waren die Schwaben noch nie an einem Sieg gegen Leverkusen. Und Bayer-Torwart Lomb hätte es den Augsburgern offenbar wirklich gegönnt, sonst hätte er sicherlich nicht so einen riesigen Bock geschossen. Dass es zum Schluss wieder nur zu einem Unentschieden gereicht hat, dafür konnte Lomb dann aber wirklich nichts.
  • Der FC Schalke 04 hat - wie zu erwarten - nach dem Revierderby gegen Borussia Dortmund eine langfristige Residenz im Jammertal bezogen. Nicht mal der größte Optimist dürfte noch an den Klassenerhalt glauben. Der größte Optimist freut sich stattdessen über die Möglichkeit einer wirklich lustigen Zweitligasaison.
  • Getreu dem Motto "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen" ist es dem FSV Mainz 05 gelungen, sich vom Totgesagten zum Lazarus aufzuschwingen. Ein Punkt trennt die Mainzer nach dem Sieg über Borussia Mönchengladbach noch vom rettenden Ufer. Vielleicht singt und lacht Mainz zumindest an Ostern wieder.

Es wird wieder spannend - Beschwerden nimmt Ihr zuständiges Impfzentrum entgegen

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Es ist schwer, dieser Tage Nachrichten zu finden, die zuversichtlich stimmen. Hinter jeder Ecke lauert eine Virus-Mutation oder ein Bayern-Verantwortlicher, der Unsinn redet.

Deshalb wollen wir Ihnen die beste Nachricht des Wochenendes - neben der Tatsache, dass Biontech-Geimpfte mit hoher Wahrscheinlichkeit das Coronavirus nicht mehr weitergeben können - natürlich nicht vorenthalten: Die Deutsche Meisterschaft ist noch nicht entschieden. Der FC Bayern ist noch nicht Meister, es gibt sowas wie Spannung in der Bundesliga. Ist das nicht toll?

Nur zwei Punkte trennen den FC Bayern und RB Leipzig in der Tabelle. Das ist quasi nichts, vor allem, wenn die Bayern so weitermachen wie gegen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld.

Ja ja, ich weiß, was Sie jetzt sagen werden: Auf RB Leipzig als Bayern-Verfolger hätten Sie jetzt gerade noch verzichten können. Keine Tradition, kein Kultverein und Red Bull mögen Sie auch nicht - dann doch lieber die Bayern.

Aber ganz ehrlich, das ist doch wie mit dem Impfstoff von AstraZeneca: Wenn ich die Wahl habe zwischen nicht geimpft werden und einem möglichen schweren Verlauf - oder mit AstraZeneca geimpft zu werden und dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an COVID-19 zu erkranken oder immerhin nur einen milden Verlauf zu erleben, dann spring ich doch mit Anlauf in die Spritze.

Also: Wenn ich die Wahl habe zwischen einer bayerischen Meisterschaft am 27. Spieltag oder einem ordentlichen Meisterschaftskampf zwischen zwei ebenbürtigen Mannschaften, dann ist mir persönlich auch Leipzig als Verfolger recht.

Denn eins hat uns die Corona-Pandemie doch gelehrt: In der Not kann man sich auch über Dinge freuen, die einem vorher nicht in den Sinn gekommen wären. Spritzen zum Beispiel.

Zitat des 22. Spieltags

"Wenn ich es auswählen dürfte, würde ich sie schon drinlassen."

(Der in Dortmund geborene BVB-Kapitän Marco Reus nach dem 4:0 im Revierderby gegen den vom Abstieg bedrohten FC Schalke. Nett von ihm.)

Zahl des Spieltags

2 - So viele Spiele haben die Bayern seit Jahresbeginn schon verloren. Das sind doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr. Dramatisch.

Mit Material der dpa.