Hart aber fair

Die USA und der Iran rennen gerade mit brennenden Streichhölzern um das Pulverfass Nahost herum. Da fragt Frank Plasberg bei "Hart, aber fair" zu Recht "Trump und die Mullahs: Hat die Vernunft noch eine Chance?" - und antwortet mit einer angenehm sachlichen Diskussion.

Das Morning Briefing von Gabor Steingart - kontrovers, kritisch und humorvoll. Wissen, über was politisch diskutiert wird. Heute: Der "Spiegel" ermittelt erneut gegen einen Mann aus den eigenen Reihen, die deutsche Autoindustrie ist in China groß im Geschäft, Annalena Baerbock holt sich die Talkshow-Trophäe und Mariah Carey hat es geschafft.

Eigentlich will Frank Plasberg mit seinen Gästen über Tierschutz reden - dann störte eine Feministin aus dem Publikum die Debatte. Hundetrainer Rütter rastete fast aus.

Die grüne Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hatte schlechte Laune – und das war gut so. Dass sich SPD und CDU bei "Hart aber fair" bestens vertrugen, machte einmal mehr deutlich, wie belebend eine angriffslustige Opposition sein kann.

Ganz Deutschland diskutierte am Montag die neue Führungsspitze der SPD. Nur nicht Frank Plasberg. Bei ihm ging's einmal mehr um den Klimawandel und wie wir ihn bekämpfen.

Den kriminellen Clans geht es an den Kragen, behauptet NRW-Innenminister Reul bei "Hart aber fair". Alles nur PR, wettert ein Anwalt. Und mittendrin plagen Frank Plasberg Selbstzweifel.

Wie kann es eigentlich sein, dass Reiche länger leben, fragt Eckart von Hirschhausen in seiner neuesten ARD-Doku. Bei "Hart aber fair" legt er nach – und SPD-Minister Hubertus Heil rührt mit einer ganz persönlichen Geschichte.

Viel erreicht und trotzdem unbeliebt: Frank Plasberg will von seinen Gästen wissen, ob die GroKo noch eine Zukunft hat. Eine eindeutige Antwort hat darauf niemand – auch nicht der Mann, der SPD-Chef werden will.

Von Einheit ist wenig zu spüren: Frank Plasberg und seine überraschenden Gäste kommen bei der konfrontativen wie eigenwilligen Nachlese zur Thüringen-Wahl nicht auf einen Nenner. Und auch nicht auf die Antwort auf die Frage, warum so viele Menschen Björn Höcke wählen. 

Wenige Tage nach dem Attentat auf eine Synagoge in Halle diskutiert Frank Plasberg bei "Hart, aber fair" über Judenhass in Deutschland. Es war eine gute Diskussion mit klaren Worten, auch wenn sich Moderator Frank Plasberg nicht immer angemessen präsentierte.

Wenn nichts mehr geht, über die Bahn reden geht immer. Was bei Partys funktioniert, klappt offenbar auch bei Talkshows. Diesen Eindruck hatte man zumindest bei der jüngsten Ausgabe von "Hart, aber fair", denn wie bei Partys kam auch am Montagabend bei Frank Plasberg inhaltlich wenig heraus. Immerhin sorgte ein Gast mit einem einzigen Satz für die Bestätigung aller Vorurteile über die Bahn.

Es ging um den Populismus von Boris Johnson (England) und Donald Trump (USA). Man zog – wie zu erwarten – in großer Einigkeit gegen Lügen und Vereinfachung vom Leder. Eine merkwürdige These allerdings kam nahezu unbemerkt durch Frank Plasbergs Sendung.

Lippen aufspritzen, Fett absaugen, Falten straffen: Schönheits-OPs sind in Deutschland so beliebt wie niemals zuvor. Bei "Hart aber fair" führte das zu einer lebhaften Diskussion – mit einem verspäteten Heiratsantrag an Gastgeber Frank Plasberg.

Eine genervte Aktivistin, ein Ökonom in Abwehrhaltung, eine ehrlich bemühte Familie, zwei Politiker beim Versuch, ihre Schäfchen ins Trockene zu kriegen, und dann noch ein gut gelaunter Außenseiter, der das Ganze sportlich nimmt – Frank Plasbergs Talk vor dem freitäglichen Klimakabinett versammelte ein Abbild der ums Klima streitenden Gesellschaft im Studio.

Mit ihren Äußerungen zu einem möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen hat sich CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer den Zorn der eigenen Partei zugezogen und eine Diskussion um ihre Führungsqualitäten ausgelöst. Der Blick auf die vergangenen Monate zeigt: Es war beileibe nicht das erste mal, dass sich die als Merkel-Nachfolgerin gehandelte AKK selbst in Schwierigkeiten gebracht hat. 

"Brauchen wir schon jetzt andere Wälder, eine andere Landwirtschaft, damit Deutschland nicht zur Steppe wird?" Frank Plasberg fragt in seiner jüngsten Ausgabe von "Hart aber fair", als ob ein Umdenken angesichts der Klimakatastrophe noch nie gefordert worden sei. Trotzdem war es eine gute Diskussion mit Wachrüttel-Potenzial.

Kritik an Talksendungen ist so alt wie das Format selbst. Aber kurz vor der Sommerpause gab es noch einmal etwas heftigere Diskussionen - vor allem über den Umgang mit der AfD.

Pech beim Sendeplatz: Erst eine gute Woche nach der Einigung auf Ursula von der Leyen als Kandidatin für den EU-Kommissionsvorsitz, ist die Postenvergabe auch bei Frank Plasbergs "Hart, aber fair" Thema. Hätte sie aber gar nicht sein müssen, denn wirklich Neues kam dabei auch nicht heraus.

Der erste Shitstorm schon vor der Sendung, der nächste kommt bestimmt: Frank Plasberg redet bei "Hart aber fair" auch mit einem Rechten. So kuschlig, dass einem Gast der Kragen platzt.

Soll Robert Habeck der erste grüne Kanzlerkandidat werden? Um diese Frage drückte sich seine Parteikollegin Katharina Schulze bei „Hart aber fair“ erfolgreich. Schriftstellerin Juli Zeh befürchtet durch den Habeck-Hype derweil eine Stärkung der AfD.

Auf vier Kontinenten gehen tausende Schüler und Studenten freitags für eine effektivere Klimapolitik auf die Straße. In Deutschland entwickelt sich eine junge Aktivistin immer mehr zum Sprachrohr der Organisation: Für Luisa Neubauer ist das Thema Klimaschutz schon lange ein Anliegen.

Was wurde eigentlich aus der Pflege-Offensive von Gesundheitsminister Jens Spahn? Das wollte Frank Plasberg in seiner jüngsten Ausgabe von "Hart aber fair" wissen. Dem Gesundheitsminister platzt an einer Stelle der Kragen.

Für die einstmals "großen Volksparteien" war die Europawahl ein Desaster, Grund zum Feiern haben eigentlich nur die Grünen. Doch bei Frank Plasberg wurde am Ende – trotz vieler guter Vorsätze – dann doch wieder über Grundrente und Solidaritätsbeitrag gestritten.

Frank Plasbergs Populismus-Talk lief trotz vieler konträrer Meinungen überraschend sachlich ab. Der Grüne Oberbürgermeister Boris Palmer wehrte sich gegen den Vorwurf, ein Rassist zu sein.

Es ist was faul im Staate Deutschland. So hätte Frank Plasberg seine Sendung auch überschreiben können. Es geht um Mietpreise, Mindestlohn und Verstaatlichungsfantasien. Es wird also vieles in einen Topf geworfen – das macht aber nichts. Denn die Diskussion um die Frage, wie es in Deutschland wieder gerechter zugehen könnte, ist lebendig. Und am Ende geht es sogar erstaunlich konstruktiv zu.