David Odonkor ist bekannt als Held des deutschen Sommermärchens bei der WM 2006. Wir haben mit ihm über den schwachen Start der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland gesprochen und uns aufklären lassen, worauf es denn jetzt ankommt, damit das Turnier für Deutschland nicht in Tränen endet.

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Nach dem mehr als enttäuschenden Start der deutschen Nationalmannschaft in die WM 2018 in Russland lastet vor dem Spiel gegen Schweden (Samstag, 20:00 Uhr LIVE bei uns im Ticker und in der ARD) großer Druck auf dem Weltmeister.

Einer, der sich bestens mit Drucksituationen auskennt, ist David Odonkor. Schließlich stand er 2006 als absolute Überraschung im deutschen Kader bei der WM im eigenen Land.

Wie, Sie erinnern sich nicht mehr an Odonkor? Wir helfen Ihnen gerne auf die Sprünge:

WM 2018: Wie viel Geld hat WM-Held David Odonkor?

Wir trafen Ex-Nationalspieler David Odonkor in München und stellten ihm Fragen, die auf Google gesucht werden. Wie viel Geld hat er? Wo wohnt er? Und: Was macht Odonkor eigentlich heute?

Gedächtnis aufgefrischt? Hervorragend. Dann kommen wir jetzt zu den wirklich wichtigen Dingen: Wir haben David Odonkor in München getroffen und mit ihm über Mesut Özils Rolle, Jogi Löw früher und heute und fehlende Spielertypen in der Nationalmannschaft gesprochen.

Die wichtigsten Aussagen des Interviews mit David Odonkor

Das gesamte Interview können Sie sich im Video (siehe oben) anschauen. Hier sind die wichtigsten Aussagen für Sie zusammengefasst:

Zum Spiel Deutschland gegen Mexiko:

"Das Spiel, das wir abgeliefert haben, war nicht so prickelnd, wie wir uns das erhofft haben. Die Körpersprache hat auf dem Platz gefehlt. Im nächsten müssen wir da besser agieren. Wenn wir das nächste Spiel nicht gewinnen, dann könnten wir schon nach Hause fahren.

Eigentlich machen wir ja das Spiel. Aber wir hatten viele Ballverluste, sind lustlos hinterher gelaufen und nicht in die Zweikämpfe gegangen wie die Mexikaner. Die wollten unbedingt gewinnen und dieser Biss hat uns gefehlt."

Was Löw gegen Schweden ändern muss:

"Er muss eigentlich nichts ändern. Die Spieler müssen das begreifen. Wenn die Spieler ihre Leistung nicht auf dem Platz bringen, kann der Trainer auch nichts machen.

Der Trainer gibt nur eine Vorgabe und die Spieler müssen das umsetzen. Aber wenn natürlich die Körpersprache nicht da ist, wenn man lustlos auf dem Platz ist, kann der Trainer machen, was er will. Die Spieler müssen jetzt einfach verstehen, dass es am Samstag schon vorbei sein kann."

Weltmeister-Tarife für alle.

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Zu Hummels' öffentlicher Kritik an seinen Mitspielern:

"Es ist doch schön, dass er seinen Mund aufmacht. Dass jeder versteht, es ist brenzlig geworden und dass man sich jetzt an die eigene Nase fassen muss.

Wenn die Spieler davor ihre Leistung nicht bringen, dann ist die Viererkette eben – Entschuldigung wenn ich das so sage - am Arsch."

Zu Leroy Sané:

"So ein Spieler fehlt. Der hat die Schnelligkeit, das Dribbling, die Cleverness. Gegen Mexiko hätte man ihn gebraucht. Leider ist er nicht dabei.

Wir sind viel zu wenig über die Seiten gekommen. Ich hätte ihn schon gerne mitgenommen, weil er - wie ich - ein gutes Tempo nach vorne hat."

Über den Druck bei der deutschen Mannschaft:

"Natürlich ist der Druck sehr hoch. Man muss den Titel verteidigen, man ist vielleicht in der Hinsicht auch sehr nervös, aber man hat seine Leistung einfach nicht auf den Platz gebracht.

Was vorher passiert ist, das muss man vergessen. Jetzt ist jetzt und jetzt muss man seine Leistung abrufen. Denn als Weltmeister in der Vorrunde auszuscheiden, wäre erbärmlich."

Zu den Unterschieden zwischen 2006 und 2018:

"Die Jungs und der Fußball haben sich natürlich weiterentwickelt. Vielleicht fehlen heute aber Typen auf dem Platz, wie Michael Ballack, wie Torsten Frings, die das Team auch mal zusammenscheißen.

Solche Spielertypen gibt es nicht mehr, die zur Sache gehen, die den Mund aufmachen. Es wäre ideal, wenn man solche Spieler jetzt im Team hätte."

Über die Entwicklung von Jogi Löw von 2006 bis heute:

"Natürlich hat er jetzt mehr Verantwortung. Er hat eine große Last auf sich, aber er bleibt immer noch ruhig und gelassen und versucht das, was er vorhat, weiter in seiner eigenen Art umzusetzen, auch wenn es mal nicht so läuft. Das ist schön."

Zu Stammplatzgarantien:

"Wenn man seine Leistung bringt, ist das schon ok. Stand jetzt bringt der eine oder andere seine Leistung allerdings nicht. Da muss man aussortieren, um am Samstag die Elf auf den Platz zu bringen, die sich zerfleischt."

Zu Mesut Özil:

"Läuferisch war er schon da, aber wenn du als Zehner auf dem Platz bist, musst du natürlich die Mannschaft führen. Du musst dich mehr bewegen, du musst mehr in die Räume reinkommen, du musst die Bälle mehr fordern.

Das war bei ihm leider nicht so, wie wir uns das erwartet haben. Aber jeder kann mal ein schlechtes Spiel machen. Jetzt muss er eben im Training zeigen, dass er weiter in die Startelf passt. Und wenn er das nicht begriffen hat, muss er leider auf die Bank."

Zu Deutschlands Chancen auf den WM-Titel:

"Stand jetzt glaube ich nicht mehr daran. Ich denke, dass man jetzt von Spiel zu Spiel schauen muss und wenn man dann am Ende im Finale steht und den Titel holt, freut sich jeder. Das ist das Schöne daran: So schnelllebig kann Fußball sein."

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Teaserbild: © imago/Laci Perenyi / Wassilis Awestopoulos