• 10:03 Uhr: ➤ Stiko empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen für Immungeschwächte
  • 05:00 Uhr: Klare Mehrheit gegen Ende aller Corona-Auflagen
  • 04:25 Uhr: RKI meldet erneut positiven Trend: Neuinfektionen gehen weiter zurück

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➤ Stiko empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen für Immungeschwächte

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat in der Corona-Pandemie vorerst auf eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen bei Senioren verzichtet. Das Gremium empfiehlt die sogenannten Booster bisher allein Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Eine Empfehlung nach Altersgruppen gebe die Kommission derzeit noch nicht, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Bei der aktuellen Stiko-Empfehlung geht es laut Mertens um Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös herunterreguliert wird, etwa bei Autoimmunerkrankungen oder nach einer Transplantation. Es soll aber innerhalb dieser Gruppen je nach Ausmaß der Immunsuppression differenziert werden, sagte Mertens der Deutschen Presse-Agentur. So solle sich der Zeitpunkt der Impfung danach richten, wie weit das Immunsystem geschwächt sei.

"Wann für Nichtrisikopatienten eine Auffrischungsimpfung nötig sein wird, ist wissenschaftlich deutlich schwerer zu beantworten", sagte Mertens. "Die Entscheidung über eine Empfehlung dazu wird zumindest noch etwas dauern."

Stiko-Mitglied Fred Zepp ergänzte, die Impfkommission werde mit Unterstützung des Robert-Koch-Instituts prüfen, wie häufig und wie ausgeprägt COVID-19-Erkrankungen aktuell in höheren Altersgruppen auftreten. "Sollte sich herausstellen, dass es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte es auch zu einer allgemeinen Impf-Empfehlung etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren kommen", sagte Zepp den Funke-Zeitungen.

Für Auffrischungsimpfungen hatte sich Anfang August die Gesundheitsministerkonferenz ausgesprochen. Seit rund drei Wochen ist der dritte Piks für Senioren und immungeschwächte Menschen deshalb bereits ohne Stiko-Empfehlung bundesweit zu haben.

Dabei erhalten vollständig geimpfte Menschen nach rund sechs Monaten eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs. Damit soll ihr Immunsystem nochmals gegen SARS-CoV-2-Viren gestärkt werden.

Rund 486.500 Bundesbürger haben dieses Angebot bislang bereits angenommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte diese Strategie Anfang September. Er wolle nicht warten, bis in den Pflegeheimen wieder Menschen sterben, sagte er.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Russland: 828 Corona-Todesfälle an einem Tag - Höchstwert

12:37 Uhr: Russland hat so viele Corona-Todesfälle an einem Tag verzeichnet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Behördenangaben von Freitag zufolge starben 828 Menschen innerhalb eines Tages. Den vierten Tag in Folge seien damit jeweils mehr als 800 Menschen binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Schon seit Monaten melden die Behörden jeden Tag Hunderte Sterbefälle. In dem flächenmäßig größten Land der Erde breitet sich die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus aus.

In Russland sind laut offizieller Corona-Statistik bislang mehr als 202.200 Menschen an COVID-19 gestorben. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Diesen Rückschluss lassen auch andere Statistiken der Behörden zu. Der Kreml hatte erst am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge einen landesweiten Lockdown ausgeschlossen - Beschränkungen auf regionaler Ebene dagegen nicht.

Am Freitag gab es der Statistik zufolge 21.300 Neuinfektionen. Dieser Wert steigt seit Tagen erneut an. Seit mehr als einer Woche befindet sich Kremlchef Wladimir Putin wegen mehrerer Corona-Fälle in seiner Umgebung in Selbstisolation. Dem 68-Jährigen soll es aber gut gehen.

Nach wie vor ist die Zahl der Geimpften vergleichsweise gering. 28 Prozent der Bevölkerung sind doppelt geimpft. Russland hat rund 146 Millionen Einwohner.

Hospitalisierungsinzidenz in den meisten Bundesländern rückläufig

12:06 Uhr: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen - der wesentliche Parameter für eine Verschärfung der Corona-Einschränkungen - geht in den meisten Bundesländern zurück. So sind die aktuellen Werte von Freitag in 11 von 16 Ländern laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) kleiner als die Vergleichszahl der Vorwoche. In vier Bundesländern war diese Hospitalisierungsinzidenz etwas höher als vor sieben Tagen (Hamburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen), in Mecklenburg-Vorpommern blieb sie stabil.

Bundesweit gab das RKI die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitag mit 1,58 an - ein Rückgang um 0,3 im Vergleich zur Vorwoche. Besonders hoch ist diese Inzidenz demnach in Bremen (3,38), Hessen, Rheinland-Pfalz (je 1,88) und Bayern (1,84).

Niedrige Werte melden das Saarland (0,81), Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (beide 0,87). Dabei ist zu beachten, dass diese Werte die tatsächliche Lage etwas unterschätzen, weil einige Patienten noch nachgemeldet werden.

Beim Erlassen und Aufheben von Corona-Beschränkungen orientierte sich die Politik lange Zeit stark an der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Auch diese Sieben-Tage-Inzidenz geht seit zwei Wochen zurück. Da aber immer mehr Menschen geimpft und dadurch vor schweren Verläufen geschützt sind, nimmt die Aussagekraft dieses Wertes ab.

Deshalb soll der Fokus nun verstärkt auf der Lage der Kliniken liegen. Im Infektionsschutzgesetz heißt es dazu: "Wesentlicher Maßstab für die weitergehenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in ein Krankenhaus aufgenommenen Personen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen."Dabei ist es Sache der Bundesländer, kritische Schwellen festzulegen, ab denen weitergehende Beschränkungen greifen.

Rund 53 Millionen Bürger vollständig geimpft

11:14 Uhr: In Deutschland sind nun rund 53 Millionen Bürger vollständig gegen Corona geimpft. Das entspricht nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag 63,7 Prozent aller Einwohner. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 56,2 Millionen Menschen oder 67,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. Nach 1,5 Millionen Erstimpfungen in den vergangenen drei Wochen würden nun noch mindestens gut drei Millionen Impfungen für einen sicheren Winter gebraucht, schrieb er bei Twitter.

Sechs der 16 Bundesländer haben inzwischen die Schwelle von 70 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern erreicht: Bremen mit 78,4 Prozent, das Saarland mit 73,8 Prozent, Schleswig-Holstein mit 72,4 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 72,1 Prozent, Hamburg mit 71,1 Prozent und Niedersachsen mit 70,3 Prozent. Als einziges Land unter der Schwelle von 60 Prozent liegt weiterhin Sachsen mit nun 57,4 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern.

Lauterbach zum "Freedom Day"-Vorschlag: "Nicht ethisch vertretbar"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich klar gegen einen „Freedom Day“ aus. Diesen hatte KBV-Chef Andreas Gassen zuvor gefordert. Lauterbach bezeichnete diesen Vorschlag bei Twitter als "nicht ethisch vertretbar".

Laschet: Hätte Corona-Quarantäne mit Lindner und Baerbock verbracht

09:22 Uhr: Corona-Quarantäne mit anderen Spitzenkandidaten? Wenn es dazu gekommen wäre, hätte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet seine Kontrahenten Christian Lindner (FDP) und Annalena Baerbock (Grüne) als Begleiter ausgewählt. Das sagte der CDU-Chef am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin".

"Wenn es so gewesen wäre, glaube ich, dass mit Christian Lindner - mit dem ich befreundet bin - ich gerne in der Quarantäne wäre. Wir hätten eine Menge zu streiten, aber auch sich auszutauschen", sagte Laschet. An zweiter Stelle nannte er die Kanzlerkandidatin der Grünen.

"Annalena Baerbock muss ich noch besser kennenlernen, und ich glaube, in so einer Quarantäne könnte man eine Menge miteinander diskutieren." CDU/CSU, Grüne und FDP könnten nach der Bundestagswahl ein Regierungsbündnis bilden, aktuellen Umfragen zufolge wäre so eine Mehrheit im Bundestag möglich.

Im Rückblick auf den Wahlkampf sagte Laschet: "Das waren in der Tat bewegte Monate, viele externe Einflüsse auch." Wäre nicht die Corona-Pandemie dazwischen gekommen, wäre der Wahlkampf eineinhalb Jahre vor der Wahl bereits vorbereitet worden.

"Das ganze Jahr 2020 waren wir mit dem Corona-Krisenmanagement beschäftigt, dann hatten wir die internen Wahlen, dann kam die Flut." Laschet wäre gerne früher Kanzlerkandidat von CDU und CSU geworden. "Natürlich wäre das schöner gewesen."

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bekräftigte im ZDF-"Morgenmagazin": "Ich stehe dafür, dass Deutschland gut regiert wird:"

Es sei wichtig, dass die Europäische Union stark und souverän sei, dass die Wirtschaft wachse "und dass wir ordentlich mit Geld umgehen". Eine Regierung zu leiten, die all dies umsetze, traue er sich zu, sagte Scholz. Er habe "einen Plan für die Zukunft" und dafür, wie Deutschland auch künftig ein erfolgreiches Industrieland sein und gleichzeitig den Klimawandel stoppen könne.

Behörden-Streit um Zulassung von Auffrischungsimpfungen in den USA

07:41 Uhr: In den USA haben zwei Behörden widersprüchliche Empfehlungen zur Zulassung von Auffrischungsimpfungen gemacht. Ein Expertengremium der US-Gesundheitsbehörde CDC empfahl die Auffrischung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer am Donnerstag zwar für Menschen über 65 Jahren sowie Personen mit einem höheren Risiko für eine schwere Erkrankung - jedoch nicht für Beschäftigte in Berufen mit einem hohen Ansteckungsrisiko.

Die CDC-Chefin Rochelle Walensky muss die Empfehlungen noch absegnen, es wird aber erwartet, dass sie grünes Licht gibt. Am Mittwoch erst hatte die Arzneimittelbehörde FDA den Pfizer-Impfstoff für die Auffrischung auch bei Beschäftigten mit hohem Infektionsrisiko wie "Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrer und Kindertagesstättenpersonal, Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften und in Obdachlosenheimen oder Gefängnissen" genehmigt.

Der CDC-Ausschuss stimmte nun jedoch mit neun zu sechs Stimmen gegen die Aufnahme dieser Personengruppe in die Impfkampagne. Dies spiegelt die gespaltene Expertenmeinung in der Frage der Sinnhaftigkeit von Auffrischungsimpfungen für jüngere Personengruppen wieder.

Gemäß der FDA-Genehmigung haben nun etwa 13 Millionen Menschen in den USA, die mindestens 65 Jahre sind und den Impfstoff von Pfizer vor mehr als sechs Monaten erhalten, Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung. Dies sind deutlich weniger als von der Regierung von Präsident Joe Biden ursprünglich für die Auffrischungskampagne vorgesehen. Diese wollte eigentlich schon zu Beginn der Woche mit den Booster-Impfungen bei allen Empfängern der Vakzine von Moderna und Pfizer beginnen.

Astrazeneca-Entwicklerin: Auffrischung nur bei Älteren und Immunschwachen sinnvoll

Die leitende Wissenschaftlerin bei der Entwicklung des Astrazeneca-Vakzins, Sarah Gilbert, rät von massenhaften Auffrischungsimpfungen ab. Bei älteren Menschen und solchen mit unterdrücktem Immunsystem seien diese zwar sinnvoll, bei der Mehrheit der Menschen halte die Schutzwirkung des Vakzins aber gut an.

Ökonomen warnen vor hohen Kosten durch COVID-Behandlung für Ungeimpfte

07:06 Uhr: Ökonomen haben vor den immensen Kosten durch die Behandlung von ungeimpften COVID-Patienten für das Gesundheitssystem gewarnt. Wie die "Welt" am Freitag berichtete, zeigen Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), dass durch die medizinische Behandlung von Ungeimpften seit Juli Kosten von mindestens 120 Millionen Euro entstanden sind.

Grundlage der Berechnungen waren Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie die von der AOK angegeben durchschnittlichen stationären Behandlungskosten für Corona-Patienten von 10.200 Euro. Daraus ergeben sich demnach Kosten in Höhe von etwa 20 Millionen Euro für Juli, 70 Millionen für August und 30 Millionen für die ersten beiden Septemberwochen, die durch die krankenhäusliche Behandlung ungeimpfter Erwachsener entstanden sind. Der starke Anstieg im August ist laut IfW vor allem mit dem stärkeren Infektionsgeschehen zu erklären.

Die tatsächlichen Kosten könnten dem Bericht zufolge aber noch deutlich höher liegen. Dies liegt laut IfW zum einen an der nachträglichen Korrektur der Hospitalisierungsrate durch das RKI, wodurch die Zahlen im Schnitt nach einigen Wochen um ein Drittel nach oben korrigiert würden.

Zum anderen könnte es sein, dass die durchschnittlichen Kosten einer stationären Corona-Erkrankung die wahren Kosten unterschätzen. Hinzu könnten demnach Kosten kommen, die durch langfristige Folgeschäden entstehen, zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht ermessen werden können.

Auch Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, sprach dem Bericht zufolge von hohen Folgekosten durch eine schwere Viruserkrankung: "Bei intensiv behandelten COVID-Patienten gehen wir von nahezu 100 Prozent Reha-Quote aus."

Zudem deute sich an, dass Folgeschäden das Gesundheitssystem noch weiter beschäftigen werde. Zwar lägen noch keine genauen Daten zur Weiterbehandlung von Corona-Patienten vor. "Es ist aber davon auszugehen, dass praktisch jeder Patient nach dem stationären Aufenthalt von niedergelassenen Ärzten weiter betreut wird", sagte Gaß der "Welt".

Doch es sind nicht nur die unmittelbaren Behandlungskosten, die die Krankenkassen belasten. "Neben den Kosten im Gesundheitssystem verursacht die Pandemie weiterhin hohe volkswirtschaftliche Kosten", sagte Gabriel Felbermayr, Präsident des IfW Kiel, der "Welt".

"Unsicherheit bremst Konsum und Investitionen. Wenn wegen der Pandemie staatliche Auflagen bestehen und Menschen ängstlich bleiben, sind die volkswirtschaftliche Kosten so hoch, dass sich fast jede staatliche Investition in Eindämmung der Pandemie und Prävention lohnt", sagte Felbermayr.

Klare Mehrheit gegen Ende aller Corona-Auflagen

05:00 Uhr: Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. 33 Prozent wären hingegen dafür.

Dänemark hatte vor kurzem bei einer Impfquote von 83 Prozent alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. "In Deutschland waren zuletzt rund 62 Prozent der Menschen vollständig geimpft", lautete die Frage. "Sollten in Deutschland jetzt alle Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgehoben werden?"

33 Prozent lehnten dies kategorisch ab, 28 Prozent antworteten mit "eher nein". 19 Prozent sind entschieden für eine Aufhebung, 14 Prozent wählten "eher ja". Die stärkste Ablehnung eines sofortigen Endes aller Beschränkungen gab es bei alten Menschen.

Mittlerweile sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland knapp 64 Prozent der Menschen komplett gegen das Coronavirus geimpft.

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, hat ein Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. Die Bundesregierung erteilte dem eine Absage.

"Die Debatte um das Fallenlassen aller Maßnahmen ignoriert völlig die Belange der Bevölkerungsgruppen, die sich nicht impfen lassen können, und das sind insbesondere alle Kinder unter 12 Jahren", sagte der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Anliegen von Kindern fanden in der Pandemie ohnehin zu wenig Gehör."

Die aktuelle Debatte reihe sich in diese Erfahrung ein. Einen "Freedom Day" schätzte er als zu risikoreich ein. "Die Langzeitfolgen einer COVID-Erkrankung – gerade auch bei Kindern – sind noch nicht bekannt. Deshalb ist es zynisch, die Kinder jetzt diesem Risiko unkontrolliert aussetzen zu wollen."

RKI meldet erneut positiven Trend: Neuinfektionen gehen weiter zurück

04:25 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 62,5 an.

Tendenziell geht die Zahl somit seit rund zwei Wochen zurück. Am Vortag hatte der Wert bei 63,1 gelegen, vor einer Woche bei 74,7.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 9.727 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.022 Ansteckungen gelegen.

Angesichts der Entwicklung hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich gemahnt, trotz sinkender Infektionszahlen die Ansteckungsgefahren nicht zu unterschätzen: "Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch."

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 65 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 20 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.181.393 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,57 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.943.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.303.

RKI meldet erneut positiven Trend: Neuinfektionen gehen weiter zurück

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 62,5 an. Vorschaubild: picture alliance

WHO empfiehlt erstmals vorbeugende Therapie bei COVID-Risikopatienten

01:01 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten. Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche deren Überlebenschancen verbessern kann. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung am Freitag im "British Medical Journal".

In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt. Viele Länder, die selbst keine Risikobewertungen machen können, warten aber auf solche WHO-Empfehlungen. Auch Hilfsorganisationen setzen in der Regel nur von der WHO empfohlene Mittel ein.

Die WHO empfiehlt nun die Gabe der Mittel bei Corona-Patienten mit Vorerkrankungen, die deshalb Gefahr laufen, schwer an COVID-19 zu erkranken und dann auf Intensivstationen behandelt werden müssten. Ebenso sollen bereits schwer Erkrankte damit behandelt werden, die keine Antikörper gegen COVID-19 haben.

Herausforderung seien die hohen Kosten und die knappe Produktion, so die WHO. Deshalb werde mit Roche über niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in aller Welt verhandelt. Die WHO setzte sich dafür ein, dass auch anderen Herstellern die Produktion ermöglicht wird, damit billigere Varianten der Mittel auf den Markt kommen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete, Regeneron habe bereits in mindestens elf ärmeren Ländern Patentanträge gestellt. Sie forderte das Unternehmen auf, auf die Durchsetzung von Patenten in ärmeren Ländern zu verzichten.

"Es ist einfach nicht fair, dass Menschen, die in ärmeren Ländern leben, keinen Zugang zu diesen COVID-19-Medikamenten, die das Todesrisiko senken, haben, nur weil Pharmafirmen das Monopol haben und hohe Renditen wollen", sagte Elin Hoffmann Dahl von Ärzte ohne Grenzen.

Zudem habe Regeneron für die Entwicklung öffentliche Gelder erhalten. Nach Informationen der Organisation wird das Mittel etwa in Deutschland für 2.000 Dollar (1.700 Euro) und in Indien für 820 Dollar angeboten.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.

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